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Tod der Mutter -Erbengemeinschaft Geschwister-

23.02.2012 06:59 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Holger J. Haberbosch


Am 8.2. verstarb meine Schwiegermutter.
Sie war Witwe und hinterlässt als Erben vier
erwachsene Kinder, mit einem Sohn bin ich verheiratet. Die letzten zehn Jahre befand sie sich in einem Pflegeheim und ein anderer Sohn und eine Tocher hatten aufgrund der örtlichen Nähe eine Vorsorgevollmacht zur Regelung Ihrer finanziellen Angelegenheiten.
Das stellte sich jedoch erst heraus als es meiner Schwiegermutter bereits sehr schlecht ging und war
den anderen beiden Geschwistern vorher bzw. bei
Erstellung der Vorsorevollmacht nicht bekannt gegeben worden. Eine von meinem Mann beantragte
Bestellung eines Kontrollbetreuers lief ins Leere, da seine Mutter während des Verfahrens vor dem Vormundschaftsgericht verstarb.
Nun, nach dem Tod der Mutte wurde durch den Bruder der die Vorsorgevollmacht (eindeutig nicht über den Tod hinaus) der Heimplatz gekündigt, das Zimmer aufgelöst und die Bestattung in Auftrag gegeben. So weit, so gut. Auf Nachfrage, wie der Nachlass zu regeln sei, teilte er seinen anderen
Geschwistern nun folgendes mit:
Auf die Frage ob ein Testament vorliegt, behauptet er, es lägen mehrere "Dokumente" vor
weigert sich aber auszusagen was für Dokumente.
Er will diese dem Amtsgericht übergeben
Auf die Frage ob ein gemeinschaftlicher Erbschein
beantragt wird, sagt er, das ein solcher nicht nötig wäre, da er von dem "Vermögensverwalter"
(der ja eigentlich er durch die VVollmacht war)
die Bestätigung hätte, ein Erbschein sei nicht notwendig. Er weigert sich ferner irgendwelche Unterlagen der verstorbenen Mutter den anderen Geschwistern zukommen zu lassen, bzw. Einsicht nehmen zu lassen. Bei Telefonaten legt er einfach auf.
So, jetzt zu meiner Frage;
Inwiefern ist dieser Sohn verpflichtet sein Handeln den anderen Geschwistern offen zulegen.
Was können wir tun, wenn er sich weiterhin weigert den anderen Geschwistern die gewünschten
Auskünfte zu erteilen? Ist es sinnvoll einen eigenen Erbschein, jeder für sich selbst, zu beantragen?
Das Erbe müsste sich um ungefähr 180.000 Euro handeln, was jedoch auch nur eine Vermutung ist, da er auch zu Lebzeiten den Geschwistern keine
Rechenschaft über die Verwendung abgelegt hat.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Grundsätzlich würden die vier Kinder eine Erbengemeinschaft bilden und wären sich gegenseitig zur Auskunft verpflichtet. Dabei müsste die Verwaltung des Nachlasses gemeinschaftlich, das heißt unter Zustimmung aller Beteiligten erfolgen. Da offensichtlich aber eines oder mehrere Testamente vorhanden sind kann es sein, dass in diesen Testamenten von dieser gesetzlichen Erbfolge abgewichen wurde. Diese Testamente müssen nun tatsächlich an das Nachlassgericht gesandt werden, hiernach erhalten die Kinder als grundsätzliche gesetzliche Erben und etwaige andere im Testament bedachten Personen Kenntnis von dem Inhalt der Testamente. diese Information erfolgt direkt vom Nachlassgericht. Erst hiernach kann festgestellt werden wer alles Erbe geworden ist und damit berechtigt ist den Nachlass zu verwalten und auch einen Erbschein zu beantragen. Die Beantragung eines Erbscheines zum jetzigen Zeitpunkt macht keinen Sinn, da noch nicht feststeht wer überhaupt Erbe geworden ist, der Erbschein auch Kosten entstehen lässt und zudem der Erbschein jeder Zeit wieder eingezogen werden kann, sofern dann doch andere Personen Erben geworden sind.
Insofern Rate ich Ihrem Mann sich an das Nachlassgericht direkt zu wenden um Einsicht in die Testamente zu Erlangen. Gerne stehe auch ich Ihm hierfür zur Verfügung. Er kann sich hierzu gerne an mich wenden über haberbosch@erbfall.eu


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Holger J. Haberbosch, RechtsanwaltMit freundlichen Grüßen
Haberbosch

Nachfrage vom Fragesteller 23.02.2012 | 09:06

Zunächst vielen Dank für Ihre Antwort,
die Nachfrage beim Nachlassgericht ergab das dort noch nichts hinterlegt wurde, gibt es dafür Fristen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.02.2012 | 10:14

Sehr geehrte Fragestellerin,

die Auskunft des Nachlassgerichtes besagt nur, dass kein Testament zu Lebzeiten dort hinterlegt wurde, wie häufig bei privatschriftlichen Testamenten. Daher gibt es eine Pflicht für jedermann dem ein Testament in die Hände gerät, dieses beim Nachlassgericht abzugeben. Die Nichtabgabe würde auch eine Straftat darstellen. Insofern sollte der eine Bruder dringend daruaf hingewiesen werden, dass dieser die Testamente unverzüglich beim Nachlassgericht abzugeben hat.
Um mehr Druck zu erzeugen könnte auch dem Nachlassgericht mitgeteilt werden, dass dieser Bruder im Besitz von Testamenten ist, so dass diese dann tätig werden.

Falls es letztlich doch keine Testamente geben sollte, wären die Kinder wie oben beschrieben allesamt Erbe im Rahmen einer Erbengemeinschaft und hätten Auskunftsansprüche gegenüber dem anderen Bruder da dieser erstens die Vollmacht ausgeübt hat und zweitens Erbschaftsbesitzer ist und somit zur Auskunft und unter Umständen auch zur Rechenschaftslegung verpflichtet ist.

Ich hoffe Ihre Nachfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen

Haberbosch

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