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Tod britischen Staatsbürgers, Wohnsitz in BRD => Pflichtteilsanspruch auf Nachlass ?

| 15. Juni 2013 18:03 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


19:41

Sehr geehrte Damen und Herren Rechtsanwälte,

welches nationale Erbrecht gilt, wenn ein britischer Staatsbürger verstirbt, der in Deutschland gewohnt, nur dort einen Wohnsitz hatte und auch keinen Immobilienbesitz/Vermögen außerhalb von Deutschland hatte ? WICHTIG: Und wenn da das britische Erbrecht gilt, hat dann seine Verwandtschaft automatisch keinen Pflichtteilsanspruch auf seinen Nachlass, weil es diesen im britischen Recht nicht gibt ?

Danke und mfG

Eingrenzung vom Fragesteller
15. Juni 2013 | 18:07
15. Juni 2013 | 18:24

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage.
Diese möchte ich sehr gerne wie folgt beantworten:

Die Klärung dieser Frage (also welches Erbercht ist anwendbar ? ) wird nach internationalem Privatrecht beurteilt, welches im EGBGB (Einführungsgesetz zum bürgerlichen Gesetzbuch) geregelt ist.

Eine nähere Bestimmung befindet sich hierzu in Art. 25 EGBGB . Hiernach unterliegt die Rechtsnachfolge von Todes wegen dem Recht des Staates, dem der Erblasser im Zeitpunkt seines Todes angehörte. Da der Erblasser Brite war, findet demnach im vorliegenden Fall britisches Erbrecht Anwendung.

Das britische Erbrecht kennt zwar keinen direkten Pflichtteilsanspruch, es gibt dort aber eine ähnliche Regelung, die dann zur Anwendung kommen könnte.

Nachfolgend habe ich Ihnen einen Link zu einem interessanten Beitrag eines Kollegen zu diesem Thema beigefügt:

http://www.wf-kanzlei.de/wf-info/artikel/erbrecht-im-uk-und-hong-kong/englisches-erbrecht-pfichtteil.html

Ich hoffe Ihre Anfrage zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen angenehmen Samstagabend!

Mit freundlichem Gruß von der Nordseeküste

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla
Fachanwalt für Informationstechnologierecht, Fachanwalt für Gewerblicher Rechtsschutz, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 15. Juni 2013 | 19:10

In Ihrem Link-Beitrag steht "...können bestimmte Personen aber Zahlungen aus dem Nachlass verlangen, wenn der in England & Wales domizilierte Erblassers..."
Aber der Erblasser hatte doch gar keinen Wohnsitz in GB, sondern nur in Deutschland !

GB besteht doch laut Wikipedia aus den Teilbezirken: England, Wales, Schottland und Nordirland.
Also das Erbrecht von welchem Bezirk findet in diesem Fall Anwendung ?

Oder hängt es auch davon ab, in welchem Bezirk der Geburtsort des Erblassers liegt ?

Es geht darum den Pflichtteilsanspruch auszuschalten ! Der Brite ist ledig und kinderlos.

Vielen Dank und mfG

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 15. Juni 2013 | 19:41

Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne möchte ich Ihre Nachfrage wie folgt beantworten:

Wie bereits gesagt richtet sich das Erbrecht alleine nach der Staatsbürgerschaft.

War der Erblasser also beispielsweise englischer Staatsbürger,gilt englisches Erbrecht, war er hingegen schottischer Staatsbürger, gilt schottisches Erbrecht.

Da haben Sie Recht, sofern der Erblasser nicht in Wales oder England gelebt hat zu Zeitpunkt des Todes, ist auch die im Link genannte Variante ausgeschlossen und es gibt keinen Pflichtteil.

Nachfolgend habe ich Ihnen noch einen anderen Link speziell zu der Pflichtteilsproblematik beigefügt:

http://www.rechthaber.com/du-kriegst-spater-mal-gar-nichts-strategien-gegen-den-pflichtteil/

Mit freundlichem Gruß von der Nordsee

Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 17. Juni 2013 | 15:41

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