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Tochter wird im Kindergarten verprügelt


28.06.2007 16:04 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Hoyer



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wende mich an Sie, weil ich ein riesen Problem habe.

In letzter Zeit tragen die kinder im kindergarten meiner tochter streitigkeiten aus, indem sie sich verprügeln z. b. arme nach hinten verrenken, auf den kopf schlagen.

gestern wurde meine tochter angegriffen, indem sie von einem 6-jährigen jungen ins ohr angebrüllt wurde und dadurch ohrenschmerzen hat.

ich beschwerte mich bei der leitung und liess ein e-mailrundschreiben an alle eltern raus und schilderte dort das geschehene.

nun droht mir der kindergarten (unser betriebskindergarten indem ich arbeite) mit anzeige wegen üble nachrede und ausschluss aus dem kindergarten und wollen auch den betreffenden erziehungsberechtigten anraten, auch mir eine anzeige wegen üble nachrede zu stellen.
weil ich in dem schreiben verwies, dass ich gegen die erziehungberechtigten strafanzeige wegen körperverletzung stellen werde und gegen dem kindergarten wegen aufsichtsverletzung.

die erzieherinnen und auch die leitung sind der ansicht, dass sie nicht dazu verpflichtet sind, sich zwischen prügelnden kindern einzumischen, sondern die kindern sollen lernen selber ihre streitigkeiten auszutragen.

hierüber sind wir aber nicht der gleichen meinung.

meine frage:

welche rechtliche konsequenzen habe ich zu tragen, nur weil ich meinen mund nicht gehalten habe?
die leiterin meinte auch, dass wenn das e-mail nach außen geht, mir rechtliche konsequenzen zu drohen hat (arbeitsverlust, weil ich im öffentlichen dienst tätig bin).

für ihre hilfe danke ich



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Sehr geehrte Fragestellerin,

eine Anzeige wegen Übler Nachrede kommt gemäß § 186 StGB nur in Betracht, wenn Sie in Beziehung auf einen anderen bzw andere eine Tatsache behaupten bzw verbreiten, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigend geeignet ist und diese tatsache erweislich unwahr ist.

Sofern sie nur schildern, dass es in dem Kindergarten an der Tagesordnung liegt, dass sich die Kinder vor den Augen der Aufseher verprügeln dürfen, um so Ihre Streitigkeiten auszutragen und dies belegt werden kann z.B. durch Ihre Tochter oder andere kinder, kommt eine Strafbarkeit nicht in Betracht.Zudem muß diese nach Ihrer Schilderung schon deshalb ausscheiden, weil die Aufseher in dem Kindergarten sogar zugeben, dass sich die Kinder ruhig prügeln sollen, weswegen hierin keine üble Nachrede zu sehen ist, wenn Sie dies verbreiten.

Ich kann dies natürlich nicht genau beurteilen, da ich den Text, den Sie in der e-mail verwendet haben, nicht kenne.Sofern Sie jedoch nur das Geschehen dort schilderten sehe ich keinen Grund, dass Sie strafrechtlich verfolgt werden können.Um hier jedoch eine 100 % Aussage treffen zu können, müßte man den Inhalt der von Ihnen verbreiteten e-mail kennen.

In Betracht kommt dagegen eine Körperverletzung durch Unterlassen durch die Erzieherinnen.Eine Körperverletzung kann auch durch ein Unterlassen in er Form begangen werden, dass andere Kinder Ihre Tochter schlagen und die Aufseherinen, die eine vertraglich übernommene Garantenstellung haben, (bedeutet Sie haben die Gewähr dafür übernommen, dass die Sicherheit der körperlichen Unversehrtheit ihres Kindes garantiert wird) dies verhindern hätten müssen.Dieser Tatbestand kommt jedoch nur in Betracht, wenn es sich vorliegend wirklich um eine Körperverletzung handelt, was bedeutet, dass Ihre Tochter körperlich mißhandelt wird, was ich hier nicht abschließend beurteilen kann, auch wenn das laute ins Ohr Schreien an sich genommen schon eine Körperverletzung sein kann.

Sicherlich werden hierunter nicht "leichte" Raufereien zwischen den Kindern fallen.Sobald jedoch Verletzungen oder blaue Flecken auftreten, dürfte dieser Tatbestand erfüllt sein.

Aus diesem Grund ist es mit Ihren Angaben nicht eindeutig zu klären, ob vorliegend eine Körperverletzung durch Unterlassen in Betracht kommt.Handelt es sich nämlich nur um eben "normale" Handgreiflichkeiten zwischen Kindern und verbreiten Sie dann in e-mails, dass ihre Tochter körperlich mißhandelt wird und die Erzieherinnen nichts dagegen unternehmen, wären wir im Bereich der nachweislich unwahren Tatsachenbehauptung mit der Folge, dass eine üble Nachrede nicht völlig von der Hand zu weisen wäre.

Ein Arbeitsverlust, weil Sie im öffentlichen Dienst sind ist mehr als unwahrscheinlich aufgrund ihrer Angaben, da hierfür ein schlimmerer Tatbestand verwirklicht sein müßte als eine möglicherweise üble Nachrede.

Freundliche Grüße

Andreas Hoyer
Rechtsanwalt

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