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Tochter hat im Betrieb gestohlen, was kommt auf uns zu?

| 18.02.2011 14:57 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Meine Tochter ist 25 J. und macht eine Ausbildung. Auf der Arbeitsstelle wo sie ihr Praktikum absolviert hat sie im Zeitraum von 2 J. ca. 6500 € gestohlen. Überführt wurde sie durch eine Falle welche man ihr gestellt hatte. Man ließ sie allein und hatte durch die Polizei Geldscheine mit fluoreszierendem Pulver in den drei ihr - und allen Beschäftigten frei und unverschlossenen zugänglichen Geldkassetten - deponiert. Bei der anschließenden Vernehmung gab sie alles zu.
Die Polizei hat sie bei der Vernehmung noch am Tatort nicht auf ihr Recht zum Schweigen hingewiesen dies aber auf dem Durchsuchungs- / Sicherungs- Protokoll angekreuzt und ihr geraten die Wahrheit zu sagen da sich das positiv auswirkt.
Ich werd noch Wahnsinnig. Ich könnte mir die Kugel geben.
Hab selbst kein Geld, bin ALG II Empfänger. Sie ist Ersttäterin, möchte das Geld auch in Raten zurückzahlen. - Sollte ich vor Verfahrenseröffnung mit dem Opfer eine Ratenvereinbarung treffen?
- Mit welchem Strafmaß muss sie rechnen!
- Ist dem Betrieb nicht eine grobe Fahrlässigkeit vorzuwerfen das man über so lange Zeit nichts unternommen hat das Geld in den Kassetten abzuschließen etc.
- Ist durch ihr Schuldeingeständnis und der uneingeschränkten Annahme jegliche erdenkbarer Strafe ein Gerichtsverfahren überhaupt nötig?

Sehr geehrte(r) Rechtssuchende(r),

Vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese möchte ich anhand Ihrer Sachverhaltsdarstellung wie folgt beantworten und vorab darauf hinweisen, dass dieses Forum nur geeignet ist, einen groben Abriss über die rechtliche Lage zu erteilen und kein tiefgründiges Mandantengespräch ersetzen kann, insbesondere das Weglassen wesentlicher Angaben kann das Ergebnis der Beantwortung beeinflussen.

Dass sich Ihre Tochter wegen Diebstahls strafbar gemacht hat, steht außer Frage, räumt Sie auch selbst ein. Der Tatvorwurf entfällt auch nicht dadurch, dass man Ihrer Tochter quasi eine Falle mit Geldscheinen mit fluoreszierendem Pulver gestellt hat. Hierbei handelt es sich um zulässige Ermittlungsmethoden, so dass der Tatvorwurf des Diebstahls bestehen bleibt.

Problematisch ist natürlich vorliegend das Geständnis Ihrer Tochter. Dieses kann, im Wege des Urkundsbeweises durch Verlesung des Protokolls gemäß 254 StPO in die Hauptverhandlung eingebracht werden.
Soweit Sie behaupten, dass Ihre Tochter nicht gemäß §136 StPO belehrt worden sei, so könnte man tatsächlich über ein Beweisverwertungsverbot auch des Protokolls über die Beschuldigtenvernehmung nachdenken. Problematisch ist jedoch, dass sich auf dem Protokoll zur Sicherstellung ein Vermerk befindet, dass eine Belehrung stattgefunden habe. Dieses Protokoll trägt zunächst den Anschein seiner Richtigkeit und damit über die Belehrung in sich. Ihre Tochter müsste danach das Gegenteil beweisen, was Ihr jedoch nur schwer möglich sein wird.

Der Umstand, dass das Geld unverschlossen war, spielt für die Frage nach der Strafbarkeit keine Rolle, da im Strafrecht ein Mietverschulden des Geschädigten auf der Tatbestandsebene unberücksichtigt bleibt. Ich gehe aber auch davon aus, dass dieser Umstand auch nicht zur Strafmilderung führen wird.

Strafmildernd wirkt sich aber sicherlich aus, wenn der Schaden vor Verhandlung beglichen oder zumindest eine Ratenzahlungsvereinbarung getroffen wurde und bereits mit der Tilgung begonnen wurde.
Tatsache ist auch, dass vorliegend hinsichtlich des Diebstahls Tatmehrheit vorliegt. Bei einem Gesamtschaden von 6.300,- EUR ist nicht mehr von einem Bagatelldelikt auszugehen. Im Erwachsenenstrafrecht besteht die Möglichkeit zwischen Anklage und Strafbefehlsverfahren. Im Strafbefehlsverfahren kann eine Hauptverhandlung vermieden werden. Bei dem kriminellen Charakter jedoch ist mit einer Anklage und einer Hauptverhandlung zu rechnen. Kommt bei Ihrer Tochter noch eine Bestrafung nach Jugendstrafrecht in Frage, wovon auszugehen ist, da sie derzeit noch in der Ausbildung steckt, wird sie um eine Anklage und Hauptverhandlung nicht herumkommen, da das Strafbefehlsverfahren im Jugendstrafrecht grds. keine Anwendung findet.

Wird Sie nach Jugendstrafrecht bestraft, muss Sie mit Sozialstunden rechnen. Nach Erwachsenenstrafrecht wird eine Geldstrafe von nicht unter 90 Tagessätzen in Betracht kommen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen vorerst behilflich sein konnte.

Bewertung des Fragestellers 18.02.2011 | 16:32

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