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Tochter (20 J.) meiner Lebensgefährtin soll ausziehen. Ist das rechtlich bedenklich?


| 31.05.2018 09:00 |
Preis: 30,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


11:09

Zusammenfassung: Unterhaltsanspruch bei Zweitausbildung


Die Tochter meiner Lebensgefährtin hat einen Hauptschulabschluss und beendet gerade die Ausbildung zur Altenpflegehelferin (2 Jahre). Danach möchte Sie jetzt noch eine 3 jährige Ausbildung zur examinierten Erzieherin dranhängen.

Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter ist seit geraumer Zeit angespannt und es wird Zeit, dass die Tochter lernt auf eigenen Beinen zu stehen. Sie soll nach bestandener Prüfung (Juli 2018) aus der gemeinsamen Wohnung ausziehen.

Frage: Ist ihre Mutter nach Beendigung der ersten Berufsausbildung für sie noch unterhaltspflichtig und kann sie verlangen, dass die Tochter auszieht?

Es geht mir nicht um eine Beratung, ob das sozial vertretbar ist oder nicht, sondern um reine rechtliche Fakten, damit auf dieser Grundlage ein Gespräch geführt werden kann. Vielen Dank.
31.05.2018 | 10:18

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,



Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:


Grundsätzlich gilt: Auch wenn ein Unterhaltspflicht besteht, kann der Unterhaltspflichtige entscheiden, ob er Natural- oder Barunterhalt leisten will. Bei einem volljährigen Kind kann die Mutter also in jedem Fall den Auszug fordern (allerdings mit einer Frist, die den Auszug möglich macht). Sollte noch ein Unterhaltsanspruch bestehen, müssen Mutter und Vater sich den Barunterhalt im Verhältnis ihrer Einkünfte teilen.

An sich ist mit dem Absolvieren der ersten Ausbildung die Unterhaltspflicht erloschen. In Fällen, in denen entweder von Anfang an der Wunsch nach einer aufbauenden zweiten Ausbildung bestand oder sich im Laufe der Ausbildung ergeben hat, besteht ein weiterer Anspruch jedenfalls dann, wenn das Kind mit der ersten Ausbildung sein Potential nicht voll ausgeschöpft hat.

Es besteht somit zumindest die Möglichkeit, dass ein weiter Unterhaltanspruch geltend gemacht werden kann, soweit Ihre Stieftochter mit der Ausbildungsvergütung und dem ggf. noch zu zahlenden Kindergeld ihren Bedarf von 735 € nicht decken kann.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen.


Mit freundlichen Grüßen

Anja Holzapfel
-Rechtsanwältin-
-Fachanwältin für Familienrecht-


Nachfrage vom Fragesteller 31.05.2018 | 10:55

Hallo Frau Holzapfel,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Eine Rückfrage habe ich noch, da es sich mir nicht erschließt woran dieser Sachverhalt festzumachen ist.

"...In Fällen, in denen entweder von Anfang an der Wunsch nach einer aufbauenden zweiten Ausbildung bestand oder sich im Laufe der Ausbildung ergeben hat, besteht ein weiterer Anspruch jedenfalls dann, wenn das Kind mit der ersten Ausbildung sein Potential nicht voll ausgeschöpft hat..."

Was bedeutet in diesem Fall "sein Potenzial nicht voll ausgeschöpft hat.."? Ich bin der Meinung, dass sie ihr Potential voll ausgeschöpft hat, aber das wird wahrscheinlich nicht dafür ausschlaggebend sein, oder? ;-)

Sie hat sich während der Ausbildung dazu entschieden noch eine Ausbildung im Anschluss zu machen, nachdem sie mit "Biegen und Brechen" diese Ausbildung geschafft hat. Sie wäre beinahe nicht zur Prüfung zugelassen worden, weil sie so viele Fehlzeiten hatte.

Vielen Dank dafür, dass sie mir diesen Part noch einmal kurz näher erläutern.
Beste Grüße!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.05.2018 | 11:09

Sehr geehrter Fragesteller,


gern beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Allein auf Ihre Einschätzung kommt es nicht an. Objektiv muss zu erwarten sein, dass die Stieftochter die Ausbildung erfolgreich absolviert. Da sie bisher aber nur eine zweijährige Ausbildung hat, die nur geringe Erwerbsmöglichkeiten und ohne Weiterbildung auch kaum Aufstiegschancen bietet, ist das Risiko groß, dass ein Richter die Pläne als Unterhaltstatbestand ansieht. Das gilt insbesondere, da der Entschluss schon vor dem Ende der ersten Ausbildung gereift ist.

Die vielen Fehlzeiten sind ein Argument gegen die Zweitausbildung. Wenn die Tochter allerdings darlegt, dass sich ihre Einstellung geändert hat und möglicherweise eine verbesserte Arbeitsmoral in den letzten Monaten der Ausbildung erkennbar ist, sieht es wieder anders aus.

Es bleibt eine Einzelfallentscheidung, bei der im Rahmen der Zumutbarkeit auch die wirtschaftlichen Verhältnisse der Eltern zu berücksichtigen sind. Allerdings sind die Gerichte nach meiner Erfahrung hier eher großzügig, um einen - aus meiner Sicht auch hier - vernünftigen Plan, mit einer angemessenen Ausbildung den eigenen Lebensunterhalt dauerhaft sicherstellen zu können, nicht über das Unterhaltsrecht unmöglich zu machen.


Mit freundlichen Grüßen aus Wunstorf

Anja Holzapfel


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Bewertung des Fragestellers 31.05.2018 | 11:06


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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 31.05.2018
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