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Tierhalterhaftung Pferd

26.08.2014 15:49 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung:


Es geht um die Haftungsquote bei einem Reitunfall. Mann sollte verhandeln.

Bei einem Besuch bat mich ein guter Bekannter, seine (behinderte) 12-jährige Tochter doch einmal auf eines unserer beiden Pferde zu setzen. Ich führte die ordnungsgemäß gesattelte und sehr ruhige Stute und bat den Vater, das Kind sicherheitshalber zu stützen und zu halten.
Die Stute stolperte leicht, das Kind rutschte ab und konnte durch den Vater nicht hinreichend gehalten werden, so dass es zu Boden fiel.
Die Sache wurde im Krankenhaus sehr sorgfältig untersucht (die Kleine verblieb über Nacht im Krankenhaus), es war glücklicherweise kein weiterer Schaden entstanden.
Unglücklicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt gerade wegen Versicherungswechsels keine Tierhalterhaftpflichtversicherung.
Die Krankenkasse hat mir nun nach (2 Jahren und 4 Monaten) eine Rechnung über 1.480,- € geschickt und geht davon aus, dass ich diesen Betrag nach Sach- und Rechtslage zu 100% zu erstatten habe.
Ich bitte um eine kleine Stellungnahme, ob hier eventuell ein Mitverschulden in Betracht kommt, schließlich habe ich die Kleine nur aus Gefällligkeit und unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen auf das Pferd gesetzt.

26.08.2014 | 17:18

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Sie sprechen die Mitverschuldensquote bei der sog. Tierhalterhaftung nach § 833 BGB an. Diese resultiert aus dem Satz 2 der genannten Vorschrift.

Fraglich ist also, ob Sie „die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet hatten oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.


Das ist sog. Tatfrage, die in einer streitigen Auseinandersetzung zu einer Beweisaufnahme führen wird, deren Ergebnis hier nicht seriös prognostiziert werden kann.


Es wäre daher sinnvoll, mit der Versicherung über die von dort augenscheinlich 100%-ig quotierte „Sach- und Rechtslage" zu verhandeln.

Ggf. (bei drohendem Verzug) bietet es sich zur Vermeidung etwaiger Verzugskosten an, vorerst „unter Vorbehalt und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht" zu zahlen oder einvernehmlich eine Quotenzahlung anzubieten


Zur Verhandlungsposition wird Ihnen die „Gefälligkeit" nicht weiter helfen, wohl aber die Tatsache, dass Sie

„die Kleine unter Beachtung aller Vorsichtsmaßnahmen auf das Pferd gesetzt"

haben, was als Indiztatsache damit dokumentiert ist:


„Ich führte die ordnungsgemäß gesattelte und sehr ruhige Stute und bat den Vater, das Kind sicherheitshalber zu stützen und zu halten."

Hier noch zum Selbststudium ein Urteil des BGH vom 06.07.1999, VI ZR 170/98 , über eine – Standardkonstellation eines Unfalles während einer Reitstunde: Dortiges Fazit (was aber für "Ihre Quote" nicht präjudiziert ist): Der Pferdehalter haftet auch dann, wenn der Unfall nicht unmittelbar durch das tierische Verhalten, sondern dadurch herbeigeführt worden ist, dass der Reiter aufgrund einer durch das tierische Verhalten hervorgerufenen und anhaltenden Verunsicherung vom Pferd fällt.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer

ANTWORT VON

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