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Tiergefahr Pferd


08.10.2007 13:59 |
Preis: ***,00 € |

Tierrecht, Tierkaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Mauritz



Hallo,
vor ein paar Monaten kam es bei uns im Stall zu folgendem Unfall:
Ich bin mit meiner Stute in ihre Box, hatte sie noch am Halfter, die Boxentür stand noch offen. Der Hund einer anderen Einstellerin kam zu uns in die Box, er hatte sich vorher bei der Besitzerin losgerissen um einer Katze hinterherzujagen und hatte seine Leine noch an. Der Hund wuselte in der Box herum und die Leine verfing sich in den Hinterbeinen meiner Stute, die daraufhin in Panik geriet und auskeilte. Ich konnte sie nicht mehr beruhigen und sie keilte so heftig aus, dass sie die Boxenwand durchschlug und darin hängen blieb. Dadurch zog sie sich einen Muskelriss im Hinterbein zu. Die Stute musste 4 Monate stehen, ist nun wieder reitbar, jedoch mit erheblichen Wertverlust.
Die Hundebesitzerin meldete den Schaden ihrer Hundehaftplicht, die den Schaden auch anerkannte. Wertminderung des Pferdes, Boxenmiete und Tierarztkosten. Allerdings wird ein Anteil von der gesamten Summe von 25 % wegen Tiergefahr abgezogen. Ist dies rechtens? Ich kenne die Tiergefahr nur in dem Zusammenhang, dass das eine Tier das andere angreift aufgrund natürlicher Instinkte o.ä., wie zwischen Hunden oder Pferden auf der Koppel. Der Hund ist aber nicht zu meiner Stute in die Box weil er die Stute angegriffen hätte oder weil die Stute ihn provoziert hätte. Es war reiner Zufall, wenn auch ein sehr unglücklicher. Ich verstehe nicht, warum von meiner Stute eine Tiergefahr ausging. Oder ist dies anders zu verstehen?
Schon mal vielen Dank vorab für die Antwort

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Ihre Frage möchte ich anhand der mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Der Begriff der "Tiergefahr" ist nicht nur auf die Fälle anzuwenden, in denen sich Tiere gegenseitig angreifen oder in denen nur das eine Tier das andere angreift. Es muss sich vielmehr die sog. "spezifische Tiergefahr" verwirklicht haben, also die durch die Unberechenbarkeit tierischen Verhaltens hervorgerufene Gefährdung von Leben, Gesundheit oder Eigentum.
Bei einem Aufeinandertreffen zweier Tiere ist danach u.U. auch ein "Mitverschulden" des verletzten Tieres anzunehmen, wenn dieses durch die ihm innewohnende Tiergefahr zur Entstehung des Schadens beigetragen hat. Paradebeispiele hierfür sind das Anspringen, Beissen oder Umrennen durch Hunde oder eben auch das Ausschlagen bei Pferden.
Die Annahme der Verwirklichung der spezifischen Tiergefahr kann allerdings ausscheiden, wenn sich das Tier vollständig unter menschlicher Kontrolle befunden und dieser auch gehorcht hat oder wenn es der Wirkung äußerer Kräfte derart ausgesetzt war, dass ihm keine andere Möglichkeit als die des schädigenden Verhaltens blieb. Beide Alternativen scheinen hier aber auszuscheiden, da sich das Tier nicht mehr durch Sie kontrollieren ließ und das Ausschlagen nicht die einzige Reaktionsmöglichkeit war. Der von der Haftpflichtversicherung vorgenommene Abzug scheint daher dem Grunde nach gerechtfertigt; ob er auch in der Höhe von 25 % angemessen ist, müsste nach näherer Betrachtung der Umstände entschieden werden. Oftmals wird aber auch Mitverschulden von einer Höhe von bis zu 50 % angenommen, so dass 25 % hier nicht von vorneherein unangemessen erscheinen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen. Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt
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