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Ticketverkauf über Ebay , soll Stellungnahme abgeben


05.12.2006 17:09 |
Preis: ***,00 € |

Internetauktionen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andrej Wincierz



Sehr geehrte Damen und Herren,


habe bei Ebay in den letzten Monaten 3 x Fussballtickets verkauft,die ich bei einer Vorverkaufsstelle erworben habe,allerdings ohne die AGB´s des Vereins zu kennen,sie sind mir auch nicht vorgelegt worden,musste "nur" meinen Ausweis vorlegen,dieser wurde kopiert.

In den AGB´S, die ich nun nachgelesen habe, steht das der Erwerb zum gewerblichen und kommerziellen Weiterverkauf untersagt ist.

Nun ist eine Auktion von ebay wegen Markenschutzverletzung beendet worden.( Hatte ein Bild beigefügt)
Leider habe ich nun Post von diesem Verein erhalten,ich solle eine Stellungnahme abgeben.

Nun meine Frage,

soll ich das wirklich tun, und mich selbst belasten ?
Denke aber das der Verein von den anderen beiden Sachen auch Kenntis hat.
War und bin noch immer in einer finanziellen Notlage,soll keine Entschuldigung sein,ich habe das ganze schon wegen des Gewinns gemacht.
Wie soll ich mich nun verhalten, wie ehrlich soll ich sein, welche Strafe muss ich erwarten ?

Einen Anwalt kann ich mir unmöglich leisten,Rechtscutz besteht nicht.

Bitte um baldige Antwort,

gruss

so

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

auf Grund der von Ihnen gemachten Angaben beantworte ich die Frage wie folgt:

Die AGB müssen wirksam zwischen den Vertragspartnern eingebunden worden sein. Gerade bei dem Kauf von Eintrittskarten kann dies für den Verkäufer schwierig sein. Nach der bisherigen Sachverhaltsdarstellung ist nicht davon auszugehen, dass eine Wiederverkaufsklausel oder ein Abtretungsverbot hinsichtlich der Karten wirksam vereinbart wurde.

Im Rahmen einer Stellungnahme sollten Sie sich darauf berufen, dass Ihnen solche Klauseln nicht bekannt waren.

Grundsätzlich ist auch die Zulässigkeit einer solchen Klausel zu bezweifeln. Es sei hier auf das Urteil des Amtsgerichts Frankfurt am Main (Az.: 31 C 3120/05-17) zum Thema WM-Tickets verwiesen.

Der Verkäufer muss sodann sowieso nachweisen, dass Sie gewerblich gehandelt haben. Sofern Sie lediglich drei Karten in einem Monat gekauft haben, liegt es nahe, dass Sie in diesem Monat etwas anderes vorhatten und deswegen dann die Karten verkauft haben.

Eine Unternehmereigenschaft im Rahmen eine Gewerbes vermag ich derzeit nicht erkennen.

Für die Definition des Gewerbebegriffes wird auf § 1 Abs.2 HGB zurückgegriffen. Ein Gewerbe liegt somit vor, wenn eine planvolle, auf gewisse Dauer angelegte, selbstständige und wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt wird und dies nach außen hervortritt.
In Ihrem Fall würde man schon das Tatbestandsmerkmal auf Dauer angelegte Tätigkeit verneinen müssen. Daher gehe ich davon aus, dass Sie als Verbraucher im Sinne von § 13 BGB die Karten erstanden und verkauft haben.

Vor diesem Hintergrund rate ich davon ab, sich selbst zu belasten. Sie können mitteilen, dass Sie beabsichtigten, die Karten selbst zu verwenden, ihnen aber letztlich etwas dazwischen kam.

Wenn Sie sich keinen Anwalt im Streitfalle leisten können besteht die Möglichkeit im Rahmen einer Erstberatung Beratungshilfe zu beantragen. Weiter können Sie für das Verfahren Prozesskostenhilfe beantragen. Weitere Informationen erhalten Sie in der PKH-Stelle bei Ihrem Amtsgericht.

Hinsichtlich einer Stellungnahme gebe ich zu Bedenken, dass eine schlüssige Erklärung, warum Sie die Tickets verkauft haben, den Verkäufer von weiteren Schritten abhalten kann.

Diese Auskunft wird im Hinblick auf den von Ihnen Sachverhalt erteilt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit Beantwortung der Frage weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Andrej Wincierz
Rechtsanwalt

Email: a.wincierz@internet-kanzlei.de


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