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Ticket/Freikarten Verkauf aus Gewinnspielen

29.11.2011 15:59 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Ich mache täglich kostenlose und kostenpflichtige Gewinnspiele. Ich mache meist bei Ticket Gewinnspielen mit.

Die meisten Tickets lösen wir selber ein (meist Sportveranstaltungen,Bundesliga) es kommt aber doch hin und wieder vor das ich mehrfach den selben Preis bei verschiedenen Anbietern Gewinne oder mehrfach Gewinne habe die an einem und dem selbem Tag einzulösen sind.

Als besten Beispiel habe ich am letzten Wochenende 2x die selben Tickets für ein Bundeligaspiel gewonnen 1x Konzertkarten und 2x eine weitere Sportveranstaltung Karten gewonnen.

Natürlich kann ich nicht überall gleichzeitig hingehen. Um die Kosten für die Postkarten oder Telefonanrufe zu minimieren habe ich dann die Karten (einige ohne Preisangabe oder Freikarten auf den Tickets) bei Ebay zum verkauf angeboten.

Startpreis ist immer 1€ ,verkauft habe ich noch keine Karte über dem Normalpreis.

Jetzt waren darunter paar deftige Gewinne dabei VIP Karten im Wert vom 800 Euro. 1x selber hingegangen und 1x für 599 Euro per Auktion verkauft.

Jetzt stelle ich mir natürlich die Frage ob das Rechtlich überhaupt möglich ist diese als Privat zu verkaufen (bisher waren es 12 Verkäufe in 5 Monaten).

Ist sowas Strafbar?
Ist sowas Abmahnbar?

Gibt es eine Rechtliche Grundlage den verkauf mir per Anwalt oder Gericht zu verbieten?

Bei den Gewinnspielen ist meist nur eine E-mail Teilnahme möglich oder ein Formular auszufüllen. Nur ca. 1% der Gewinnspielanbieter haben AGB in den der Verkauf untersagt wird. Da mache ich auch Grundsätzlich nicht mit.

Generell nur wenn eine Teilnahme ohne dem Hinweis erfolgt das irgendwelche Sanktionen bei weitergabe oder Verkauf kommen.


Ich Bitte eigentlich nur um die Generelle Frage wie ob Ticketgewinne weiterverkauft werden dürfen oder ob ich Rechtlich angreifbar bin.

Es ist halt grade mal viel gewonnen worden, deshalb mache ich mir Gedanken, es kann genausogut sein das Wochen vergehen ohne ein einzigen Gewinn zu bekommen.

Aktuell habe ich in 6 Monaten 12 Ticket paare verkauft. (verschiedene Sportarten,davon waren noch 2 Musikkonzerte)

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Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihre Frage aufgrund der vorliegenden Informationen und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

I.
Der gewerbliche Weiterverkauf von Eintrittskarten in der Fußballbundesliga wäre jedenfalls wettbewerbsrechtlich verboten (vgl. LG Dortmund, 11.02.2010, Az. 13 O 46/08). Ob Sie gewerblich tätig sind ist anhand folgender Kriterien zu beurteilen. Ein Gewerbe liegt u.a. dann vor, wenn die Tätigkeit planmäßig auf Dauer angelegt ist und mit Gewinnerzielungsabsicht erfolgt.

Eine auf Dauer angelegte Tätigkeit durch den Verkauf von gewonnenen Karten dürfte bei den vorliegenden Informationen eher nicht vorliegen, wenn Sie sagen, dass Sie im letzten halben Jahr lediglich 12 Karten verkauft haben. Wesentliche Bedeutung würde hierbei aber etwa auch die Eigenschaft eines Powersellers oder auch die werbliche Aufmachung („Ebay-Shop") erlangen (vgl. OLG Frankfurt, 04.07.2007, Az. 6 W 66/07). Solange Sie nicht gewerblich auftreten und die Anzahl der versteigerten Karten nicht extrem ansteigt, gehe ich eher nicht von einer gewerblichen Tätigkeit aus.

II.
Abgesehen davon ist fraglich, ob eine Gewinnerzielungsabsicht vorliegt. Entsprechend Ihrer Informationen versteigern Sie die Karten unterm dem eigentlichen Verkaufswert. Sie machen daher rein wirtschaftlich betrachtet keinen Gewinn und dürften auch aus diesem Grund eher nicht als gewerblicher Händler eingestuft werden.

III.
Ob eine AGB des Gewinnspielunternehmens, die den Weiterkauf untersagt, überhaupt rechtmäßig ist sehe ich problematisch. Im Zweifel sollten Sie aber weiterhin solche gewonnenen Tickets nicht weiterverkaufen.

Eine Strafbarkeit liegt in Ihrem Verhalten jedenfalls nicht vor. Sie werden durch den Gewinn rechtmäßiger Eigentümer der Karten und können mit diesen (privat) machen was Sie wollen.

Ob Sie jedoch eines der (direkt oder indirekt) beteiligten Unternehmen abmahnen wird kann ich nicht beurteilen. Eine Abmahnung kann im Wesentlichen nur aus wettbewerbsrechtlichen Umständen erfolgen; dazu müsste aber wie oben bereits erwähnt eine gewerbliche Tätigkeit Ihrerseits vorliegen.

Insoweit sehe ich eher keine Bedenken, wenn Sie wie bisher gelegentlich gewonnene Tickets bei Ebay verkaufen.

Bitte beachten Sie noch, dass dies nur eine erste Einschätzung der Rechtslage ist.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Antwort weitergeholfen hat und verweise bei Unklarheiten oder Rückfragen auf die kostenlose Nachfragefunktion. Gerne können Sie mich auch direkt kontaktieren.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 29.11.2011 | 17:16

Hallo nochmal,
das hört sich insofern alles gut an.

zu 1.) Bundesliga Tickets nutze ich aus den Gewinnen selber, nur 1x habe ich 1 Paar verkauft weil wir den Gewinn doppelt hatten.
Gewerbe Shop oder so habe ich natürlich nicht bei der Anzahl von Verkäufen.(habe ich auch nicht vor)

Insofern zu 1.) alles klar


zu 2.)Es sind zu 90% halt keine Preise aufgedruckt, daher weiss ich ja nicht wie wie es sich verhält wenn Z.B Freikarte aufgedruckt ist?

Beispiel waren 2 Handball Karten Preis 0,00 Euro.
Ob das als Gewinnerzielungsabsicht gesehen wird dieser Karte teuer als Gratis zu verkaufen?


zu 3.) soweit auch alles klar, wenn untersagt wird verzichte ich generell auf das Glücksspiel bzw. im Gewinnfall auf den weiterverkauf.


Es besteht hinsichtlich ihr bisher sehr guten Ausführungen nur noch eine kleine Ergänzung im Punkt 2.

Wäre nett wenn sie mir dazu nochmal eine kleine Hilfe geben wie das mit Tickets bei Aufdruck 0,00 Euro oder Freikarte ist. Ob das Anbieten da schon als Gewinnerzielungsabsicht gilt.

Ich werde sie anschließend Positiv Bewerten, ihre Ausführungen waren sehr gut und ausführlich!

Wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.11.2011 | 08:25

Sehr geehrter Fragesteller,

wirtschaftlich gesehen hat die Karte einen Wert, der von den aufgedruckten Merkmalen (€ 0,00 oder Freikarte) meist erheblich abweicht. Rechtlich ist zu unterscheiden: Wenn Ihre Absicht nur ist, die Kosten für Postkarten und Telefonanrufe zu minimieren, dann liegt keine Gewinnerzielungsabsicht vor.

Gewinnerzielungsabsicht würde dagegen vorliegen, wenn es Ihr Ziel ist, mit der Tätigkeit einen Ertrag zu erwirtschaften, der höher ist als der Aufwand.

Letztendlich kommt es darauf aber auch nicht an, da die Planmäßigkeit und Dauerhaftigkeit Ihrer Tätigkeit eben nicht gegeben ist. Die Merkmale, die eine gewerbliche Tätigkeit begründen, müssen nämlich alle gemeinsam vorliegen.

Sie brauchen sich daher m.E. auch bei Freikarten keine Sorgen machen. Sollte jedoch der Verkauf unerwartet ansteigen und eine gewisse planmäßige Note bekommen, sollten Sie vorsichtig sein.

Mit besten Grüßen

Alexander Otterbach
Rechtsanwalt


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