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Testamentvollstrecker ist selbst Erbe

| 04.10.2014 04:51 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lorenz Weber


Meine Mutter ist verwitwet gestorben. Mein älterer Bruder wurde als Testamentsvollstrecker eingesetzt, erbt aber selber zu 50%. Nun verweigert er mir meinen Anteil von 50% sowie jede Einmischung mit dem Argument, die Veräußerung der Wertpapiere würde sich zur Zeit nicht lohnen und er hätte den Auftrag einer optimalen Verwaltung. Da kaum Bargeld vorhanden ist, aber viele Aktien etc. von denen ich tatsächlich keine Ahnung habe, kann ich die Abwicklung gar nicht kontrollieren. Wie lange darf mein Bruder mir das Erbe verweigern, mit dem Argument, weil wir dann angeblich Verluste hinnehmen müssten? Darf er mir wirklich den Einblick in die Papiere und die Übersicht über die Vermögenswerte vorenthalten?
Da ich selber 5 Kinder habe, mein Bruder keins, brauche ich das Geld aktuell.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Zwischen Erben und dem Testamentsvollstrecker besteht ein gesetzliches Schuldverhältnis, auf das die in § 2218 BGB genannten Vorschriften für den Auftrag anzuwenden sind. Ein Testamentsvollstrecker hat gegenüber den Erben Auskunftspflichten über den Bestand des Nachlasses zu erteilen. Dies ist in den §§ 2218, 666 BGB geregelt. Der Testamentsvollstrecker schuldet den Erben eine ordnungsgemäße Verwaltung des Nachlasses. Die Informationspflicht lässt sich weiter unterteilen in eine Benachrichtigungspflicht, eine Auskunftspflicht und eine Rechenschaftspflicht.

Eine Einsichtnahme in die Belege darf er mithin nicht verweigern und muss diese erteilen.

Unterstellt im Testament ist keine besondere Anordnung zur Vermögensverwaltung getroffen, so wird dem Testamentsvollstrecker bei Vermögensverwaltungsmaßnahmen, insbesondere bei größerem Kapitalanlagevermögen von der Rechtsprechung regelmäßig ein weiter Ermessensspielraum gegeben.

Die Grenze des dem Testamentsvollstrecker bei Anlageentscheidungen zustehenden Ermessens liegt dabei in einer absehbaren Schädigung des Nachlasses sowie bei nicht mehr abwägbaren Risiken. Der BGH orientiert sich diesbezüglich am Leitbild eines sogen. dynamischen Geschäftsführers, der wie ein Unternehmer mitunter auch unter Eingehung eines wirtschaftlich kalkulierten Risikos agiert. Die Rechtsprechung verlangt vom Testamentsvollstrecker insofern den Spagat zwischen solidem Handeln und Dynamik.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen. Zunächst sollte aber jedenfalls der Auskunftsanspruch geltend gemacht werden. Im weiteren wäre sodann anhand dieses Einzelfalls zu prüfen. Sollten Sie weitergehende Hilfe brauchen, können Sie sich gerne an mich wenden, am besten per eMail unter lorenz.weber@ra-merseburg.de. Unter Umständen kommt bei Ihnen auch Beratungs- und Prozesskostenhilfe in Betracht.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 04.10.2014 | 17:31

Vielen Dank für die klare Antwort. Nur habe ich noch nicht verstanden, wie lange er meinen Anteil am Erbe verzögern kann. Sie schreiben, er habe einen großen Ermessensspielraum. Bedeutet das, dass ich bei Wertpapieren nicht schnellstmöglich die Hälfte des Erbes erhalte? Heißt das, er kann die Verwaltung des Vermögens ausdehnen, wie lange? Was ist, wenn ich Geld für die Ausbildung meiner Kinder, meine Gesundheit oder eine Reise benutzen möchte. Bin ich hier dem Verwalter, sprich dem Bruder und seinem Ermessen ausgeliefert? Wie lange kann kann ich nicht selbst über meinen Anteil verfügen, wie lange kann er dies hinauszögern und was könnte ich unternehmen, wenn er weiterhin auf Aktien etc. setzen möchte, ich aber kein Interesse daran habe und eigene Anlagen oder Gegenwerte für meinen Anteil suchen möchte.
Danke für die Mühe und Ihr Kontaktangebot!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.10.2014 | 18:02

Es kommt auf die genaue Anordnung der Testamentsvollstreckung an. Ist eine Verwaltungsvollstreckung angeordnet, ist der Vollstrecker primär verpflichtet den Nachlass zu erhalten und vor allem Früchte zu ziehen. Ist eine Auseinandersetzungsvollstreckung angeordnet, muss der Vollstrecker günstigst den Nachlass auseinandersetzen. Ohne Einsicht in das Testament und die Vollstreckungsanordnung kann daher nicht pauschal gesagt werden, wann er die Papiere verkaufen muss und das Erbe auseinanderzusetzen hat.

Gerne können Sie mir das gescannte Testament zumailen. Dann kann ich Ihnen geeignete Handlungsempfehlungen erteilen.

Bewertung des Fragestellers 06.10.2014 | 01:09

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