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Testamentüberprüfung + Pflichtanteilsfrage

14.03.2017 21:30 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Erbausschlagung bei Testament und Geltendmachung des Pflichtteils.

Hallo,



ich bitte um Überprüfung des folgenden Testamentes und Beantwortung von zusammenhängenden Fragen:



Ausgangssituation:

- Erblasser weiblich, verwittwet

- 2 Kinder und 2 Enkel

- Wert der Immobilie ca. 170.000

- Wert der sonstigen Vermögenswerte 100.000 €



Testament



Ich, xxx, geb. am xx.xx.xxxx, wohnhaft: xxx, errichte hiermit unter Aufhebung sämtlicher bisherigen Testamente folgendes Testament:



Zu meinen Erben zu gleichen Teilen setze ich ein mein am xx.xx.xxxx geborener Sohn 1, derzeit wohnhaft: xxx, sowie mein Sohn 2, geb. am xx.xx.xxxx, derzeit wohnhaft: xxx.



Für die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft ordne ich folgendes an:



Mein Sohn 1 erhält im Wege der Teilungsanordnung und somit in Anrechnung auf sein Erbteil meine Eigentumswohnung in dem Objekt x in x. Mein Sohn 2 erhält im Wege der Teilungsanordnung alle sonstigen in den Nachlass gefallenen Vermögenswerte.



Falls einer der Abkömmlinge dadurch wertmäßig mehr erhält, als es seine Erbquote entspricht, so ist dieser Überschuss als Vorausvermächtnis angeordnet, so dass ein Ausgleich insofern nicht stattfindet. Das Vorausvermächtnis wird unter der Bedingung der Annahme der Erbschaft angeordnet und fällt erst bei Auseinandersetzung des Nachlasses an.



Mein Sohn 1 ist jedoch bezüglich seines Erbanteils nur nicht befreiter Vorerbe. Mein Sohn 2 ist bezüglich seines Erbteils Vollerbe, bei rechtlicher Unmöglichkeit befreiter Vorerbe. Nacherbe sollen meine beiden Enkel xxx , geb. am xx.xx.xxxx, derzeit wohnhaft:, und Enkel xxx, geb. am xx.xx.xxxx, derzeit wohnhaft: xxx, sein. Der jeweilige Nacherbe tritt mit dem Tod des jeweiligen Vorerben ein. Die Nacherbenanwartschaft ist wieder vererblich noch übertragbar.



Meine Enkel 1 und 2 sind für den Fall, dass einer meiner Söhne oder gar beide Söhne vorversterben, jeweils auch Ersatzerben zu gleichen Teilen. Es gilt die Regelung des § 2102 Abs. 1 BGB mit der Folge, dass der Nacherbe Ersatzerbe des Vorerben und somit Vollerbe wird.



Für den Fall, dass einer der beiden Nacherben vorverstirbt, sollen dessen Abkömmlinge an seine Stelle treten. Für den Fall, dass er ohne Abkömmling vorverstirbt, tritt Anwachsung bei dem überlebenden Enkel ein.



Für den Fall, dass neben der Eigentumswohnung mein übriges Vermögen einen Wert von 50.000,00 € unterschreitet, entfällt die Teilungsanordnung. In diesem Fall sollen meine beiden Söhne 1+2 zu jeweils 1/2 Anteil am gesamten Nachlass sein. Für diesen Fall würden meine Söhne 1 und 2 meine befreiten Vorerben und meine Enkel 1 und 2 meine Nacherben sein.



Den Wert meines derzeitigen Vermögens gebe ich mit 270.000,00 € an.



xxx, den



………………..………..

xxx



Fragen:

-Ist das Testament rechtlich eindeutig ?

- Was passiert wenn Sohn 1 das Erben ausschlägt und den Pflichtanteil einfordert ?



Bei einem Vermögenswert von 270.000 € (Wohnungswert 170.000 €, Barvermögen 100.000 €) beträgt der Pflichtanteil 67.500 € Nach meinem Verständnis entfällt damit der Anspruch aus den Früchten der Wohnung (Miete) für Sohn 1.

- Werden dann die Nacherben (Enkel) automatisch Vollerben der Wohnung ?

- Bleibt Sohn 2 dann nur 33.500 €, da die Nacherben sowohl den Besitz als auch die Früchte aus der Wohnung erben und der Pflichtanteil aus dem Barvermögen abgegangen ist ?

- Dies wäre unterhalb der vereinbarten Grenze von 50.000 €. Wäre damit alles hinfällig und Sohn 2 erbt sowohl die Wohnung als auch die 33.500 Euro ?



Ich danke Ihnen für Ihre Unterstützung und bitte um Beantwortung ALLER Fragen.





Einsatz editiert am 15.03.2017 09:13:23

Einsatz editiert am 16.03.2017 08:59:30
16.03.2017 | 09:38

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund der von Ihnen gemachten Angaben möchte ich Ihre Frage, wie folgt, beantworten.

1. Das Testament ist aus meiner Sicht rechtlich eindeutig. Wenn es notariell beurkundet ist oder komplett handschriftlich vom Erblasser verfasst wurde, auch wirksam.

2. Wenn Sohn 1 das Erbe ausschlägt, hat er nur Anspruch auf seinen gesetzlichen Pflichtteil. Das Vorausvermächtnis der Wohnung an den Sohn 1 entfällt dann (Vorausvermächtnis wird unter der Bedingung der Annahme der Erbschaft angeordnet). Sohn 1 hat in diesem Falle die Erbschaft gerade nicht angenommen, so dass die Wohnung zur übrigen Erbmasse fällt.

Die Erbengemeinschaft müßte Sohn 1 den Pflichtteil auszahlen. Von der verbleibenden Erbmasse (270.000,00 EUR - 67.500,00 EUR = 202,500,00 EUR) erhält Sohn 2 erhält eine Quote von 50% und die beiden Enkel 1 und Enkel 2 erhalten ebenfalls zusammen eine Quote von 50%, mithin je 25%.

3. Vorausgesetzt die entsprechenden Werte sind korrekt, haben Sie den Pflichtteil für Sohn 1 mit 67.500,00 EUR richtig angesetzt. Sohn 1 erhält nur den Pflichtteil, sonst nichts, d.h. auch keine Früchte wie Miete etc.

4. Wie bereits oben dargestellt, werden die beiden Enkel anstelle des Sohn 1 zu Vollerben und teilen sich mit Sohn 1 (ebenfalls Vollerbe) das gesamt Erbe inklusive der Wohnung, s.o.

5. Nein. Sohn 2 erhält 50 % von allem (s.o.). Das dürfte einem Betrag hier von 101.250,00 EUR entsprechen.

6. Nein. Die Grenze von 50.000,00 EUR betrifft nur den übrigen Nachlass ohne Berücksichtigung der Wohnung, d.h. wenn die übrigen Vermögenswerte insgesamt unter 50.000,00 EUR liegen. In diesem Falle würden beide Söhne zu gleichen Teilen befreite Vorerben am gesamten Nachlass und die beiden Enkel Nacherben sein.

Hoffentlich konnte ich Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Schulte
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 16.03.2017 | 21:23

Sehr geehrter Herr Schulte,

ich bedanke mich für Ihre ausführliche Antwort.

Möglicherweise habe ich aber vergessen ein wichtiges Detail zu erwähnen.
Die Enkel der Erblasserin sind BEIDE die Kinder von SOHN 2 !

Ich vermute, dass Sie in Ihrer Antwort vom Gegenteil ausgegangen sind (Kinder Sohn 1). Es sein denn, dass die Enkel durch den Pflichtteilanspruch von Sohn 1 auch gleichzeitig Ersatzerben (so nenne ich es mal) von Sohn 1 werden können. (das würde für mich zumindest die Erbfolge 50 % Sohn 2 und 50 % für beide Enkel erklären)

Damit wäre aber auch der Wunsch der Erblasserin die Wohnung langfristig an die Enkel zu vererben hinfällig, wenn einer der Söhne das Erbe ausschlägt ?

Es wäre nett wenn Sie hier noch mal erläutern würden.

Vielen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 16.03.2017 | 22:55

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Sachverhaltsergänzung ändert meiner Ansicht nach nichts an meinen bisherigen Ausführungen. Sohn 1 ist Vorerbe bzgl. der Wohnung. Nacherben sind die beiden Enkel. Sohn 1 will nur den Pflichtteil, scheidet also als Erbe und auch Vorerbe aus. Die Wohnung fällt zur übrigen Erbmasse. Nach § 2102 Abs. 1 BGB ist im Zweifel ein Nacherbe auch ein Ersatzerbe, so dass hier die Enkel als Nacherben und Ersatzerben anstelle des Sohn 1 treten.

Nein, meiner Auffassung nach wird die Wohnung langfristig insgesamt bei den Enkeln landen.

Sollten Sie noch weitergehende Fragen haben, sollten Sie eventuell einen Rechtsanwalt bei sich vor Ort einschalten.

Mit freundlichen Grüßen und einen schönen Abend noch.

Schulte
Rechtsanwalt

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