Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Testamentsanfechtung wegen Übergehung eines Pflichtteilsberechtigten

23. November 2021 11:06 |
Preis: 52,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von


Der Erblasser ist in zweiter Ehe verheiratet gewesen. Mit seiner ersten vorverstorbenen Ehefrau hat er ein notarielles Testament errichtet, wonach der überlebende Ehegatte Vorerbe, die drei gemeinsamen Kinder Nacherbe werden sollten. Die erste Ehefrau ist vor mehreren Jahren verstorben.

Der Erblasser heiratete erneut. Das erste Testament hat er selber nach seiner erneuten Eheschließung nicht angefochten.

Das Testament mit der ersten Frau enthält nur eine Öffnungsklausel wie folgt: Sollte eines unserer Kinder bei dem Tod des erstversterbenden Elternteils gegenüber dem überlebenden Elternteil von uns seinen Pflichtteil durchsetzen, so soll jede zu seinen Gunsten in diesem Testament getroffene Verfügung unwirksam sein. Das betreffende Kind ist einschließlich seiner Abkömmlinge auch beim Tode des zweitversterbenden Elternteils auf den Pflichtteil verwiesen. Der überlebende Teil von uns soll aber berechtigt sein, die in diesem Testament das betreffende Kind begünstigenden Verfügungen auch für diesen Fall anzuordnen.

Mit seiner zweiten Frau errichtete der Erblasser erneut ein notarielles Testament, in dem sich die Eheleute zu Alleinerben einsetzten. Die Kinder des Erblassers aus erster Ehe wurden auf den Pflichtteil gesetzt.

Fragen:
Hat das erste Testament durch das Versterben der ersten Frau Bindungswirkung?
Falls ja, kann die zweite Ehefrau das erste Testament wegen ihrer eigenen Übergehung als Pflichtteilsberechtigte anfechten oder geht das jetzt nicht mehr, weil auch der Erblasser nicht binnen Jahresfrist angefochten hat?
Was ist, wenn der Erblasser das erste Testament einfach vergessen hat?
Bei erfolgter Anfechtung gilt dann das zweite notarielle Testament oder die gesetzliche Erbfolge?

23. November 2021 | 14:04

Antwort

von


(130)
Große Straße 14
24855 Jübek
Tel: 04625 - 1816575
Web: http://www.anwalt-juebek.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Da das Testament der Eheleute (erste Ehe) gemeinsam errichtet und nicht widerrufen wurde, entfaltet dieses mit dem Versterben der ersten Ehefrau seine Wirksamkeit und damit auch seine Bindungswirkung für alle Erben.

Die Ehe mit der zweiten Ehefrau wurde - so verstehe ich Ihre Sachverhaltsdarstellung - erst nach dem Versterben der ersten Ehefrau geschlossen. Damit war der Ehemann bereits Vorerbe der ersten Ehefrau. Die zweite Ehefrau hat gegenüber der ersten Ehefrau keinerlei Pflichtteilsansprüche. Daher kann sie das Testament weder anfechten noch in sonstiger Weise Ansprüche geltend machen, da sie keine hat. Es liegt keinerlei gesetzlicher Anfechtungsanspruch der zweiten Ehefrau vor.

Wenn der Ehemann das erste Testament vergessen hat, bedeutet dies, dass das zweite Testament, zumindest was seinen ererbten Anspruch aus der ersten Ehe angeht, unwirksam ist. Hierzu wäre aber der genaue Wortlaut des ersten Testaments entscheidend. Da aber nach Ihrer Darstellung eine Vor- und Nacherbschaft angeordnet worden ist, sie die drei Kinder Nacherben geworden, sodass der Vater über dieses Vermögen nicht mehr verfügen konnte.

Soweit in dem neuen Testament nicht wirksam das erste Testament (soweit es noch möglich war) aufgehoben wurde, bleibt das erste Testament weiterhin bestehen und der Ehemann konnte nicht mehr neu testieren.

Sollte das erste Testament wirksam angefochten worden sein, was aber nach der vorliegenden Sachverhaltsdarstellung nicht möglich sein dürfte, würde das zweite Testament für den späteren Erbfall (versterben des Vaters) gelten. Bezüglich des Anspruchs nach der verstorbenen ersten Ehefrau würde die gesetzliche Erbfolge gelten, da es durch die Anfechtung kein Testament mehr gäbe. Das zweite Testament kann nur das regeln, was den Ehemann und die zweite Ehefrau betreffen, nicht aber das was die erste Ehefrau angeht.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Kolditz
(Rechtsanwalt)


Rechtsanwalt Stefan Kolditz

Rückfrage vom Fragesteller 23. November 2021 | 15:19

Das verstehe ich nicht ganz: Der Ehemann wurde Vorerbe der ersten Frau. Nun ist er auch verstorben, also werden die Kinder aus der Ehe Nacherben. Es geht hier um das Verhältnis der zweiten Frau zu dem verstorbenen Mann. Gegenüber diesem hat die zweite Frau doch Pflichtteilsansprüche, oder nicht? Oder deswegen nicht, weil Vor-Nacherbschaft bestand?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 23. November 2021 | 15:42

Sehr geehrter Fragesteller,

gerne beantworte ich Ihnen Ihre Nachfrage.

Soweit der Ehemann durch das erste Testament als Vorerbe die Erbschaft seiner ersten Ehefrau angenommen hat, geht dieses Erbe vollständig nach seinem Tod an die Kinder als Nacherben. Auf diesen Teil hat die zweite Ehefrau keinen Pflichtteilsanspruch aufgrund der bestandenen Vor- und Nacherbfolge.

Soweit er in der Lage war über sein Vermögen mittels des zweiten Testaments zu verfügen, würde seine zweite Ehefrau Alleinerbin sein und seine Kinder lediglich Pflichtteilsberechtigt, da sie im zweiten Testament enterbt worden sind.

Soweit der Ehemann jedoch nicht mehr neu testieren konnte, werden die Kinder wohl (ohne den genauen Wortlaut des ersten Testaments zu kennen) Schlusserben, da eine Vor- und Nacherbfolge nicht mehr möglich ist und die zweite Ehefrau erhält nur ihren Pflichtteil aus dem Teil des Vermögens, den der Ehemann hinterlassen hat. Der Teil, den er von der ersten Ehefrau als Vorerbe erhielt, bleibt davon unberührt.

Ich hoffe, dass ich Ihnen Ihre Fragen soweit nachvollziehbar und verständlich beantworten konnte.

Mit freundlichen Grüßen

Stefan Kolditz
(Rechtsanwalt)

ANTWORT VON

(130)

Große Straße 14
24855 Jübek
Tel: 04625 - 1816575
Web: http://www.anwalt-juebek.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Miet- und Pachtrecht, Familienrecht, Vertragsrecht, Zivilrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,7 von 5 Sternen
(basierend auf 97471 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr gute Arbeit, die durch aktuelle Rechtssprechung fundiert wurde und klar verständlich formuliert war. TOP! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr gut erklärt ...
FRAGESTELLER
4,4/5,0
zu überall 5 Sterne hätte ich mir Detailsinfos erhofft. ...
FRAGESTELLER