Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
497.380
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Testamentsanfechtung Erfolgsaussichten

22.11.2008 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Simone Sperling


2004 wurde ich in einem handschriftlichen Testament eines
kinderlosen Paares sehr bewußt zum Alleinerben eingesetzt. Ich wohne 100 km entfernt von diesem Paar. Wie es im
Leben so kommt, wurde eine Kopie dieses Testament 2005 von
Personen entdeckt, die nicht in diesem Testament bedacht
wurden, allerdings vor Ort leben. Dies veranlasste diese Personen, ein neues handschriftliches Testament zu erpressen, welches nun eine 50:50 Verteilung vorsieht. Den Ablauf der Testamentserpressung schilderte uns eindringlich die 85-jährige Erblasserin, deren Ehemann zu diesem Zeitpunkt schon bettlägerig im Pflegeheim lag. Gedroht wurde die laufende Betreuung vor Ort einzustellen, falls dieses Testament so nicht geschrieben würde.
Es sei Ihr Wort für Wort diktiert worden. Notgedrungen habe Sie das Testament geschrieben. Anschließend wurde
die Unterschrift des im Pflegheim liegenden Ehemannes der
Erblasserin erpresst. Auch hier sie die Unterschrift mit den Worten erzwugen worden: wenn du das nicht unterschreibst, kümmern wir uns nicht nach Deinem Tod um Deine Frau. Wenige Wochen später ist er verstorben. Über die Entstehungsgeschichte diese erpressten Testament hat meine Tante ausführlich Ihrem Banbberater und weiteren, dritten Vertrauenspersonen Bericht erstattet. Leider hat Sie nicht den Mut und die Kraft, diese Erpressung jetzt noch zu Lebzeiten anzufechten und aktenkundig zu machen. Die Gründe sind dieselben, die zur Erpressung des neuen Testamentes führten, die Betreuung vor Ort.

Meine theoretische Frage ist nun Folgende: Wie wären meine
Chancen in einem Testamnetsanfechtungsverfahren, in dem dem Richter 2 Testamentsvarianten mit unterschiedlichen Daten vorliegen würden (2004 Alleinerbe meine Person) (2005 50:50 Aufteilung) und es 3 Zeugen gäbe, denen meine Tante von der haarsträubenden Entstehungsgeschichte dieses erpressten Testaments berichtet hätte, und die aufgrund jahrzehnte langer Kontakte zu den Erblassern auch den ursprunglichen Willen kannten. Wie glauben Sie wären meine Chancen ?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte Ihre Anfrage wie folgt beantworten:

Eine Anfechtung kann nach § 2078 Abs. 2 BGB erfolgen. Die Vorraussetzungen hierfür liegen nach Ihrer Schilderung vor und sind wohl auch nachweisbar.

Zur Regelung der Erbfolge nach dem früheren Testament müsste jedoch dieses im Original vorliegen. Ohne ein solches ist das Ergebnis der Anfechtung die gesetzliche Erbfolge. D.h. es würden die Abkömmlinge, auch fernere Verwandte, erben. Daher könnte die Anfechtung an § 2080 BGB scheitern, da es an der Anfechtungsberechtigung fehlen könnte.

Im übrigen darf ich auf die Jahresfrist des § 2082 BGB hinweisen.

Ich hoffe meine Antwort genügt Ihnen für eine erste Orientierung im Rahmen der Erstberatung und ich darf darauf hinweisen, dass meine Ausführungen auf Ihrer Sachverhaltsdarstellung beruhen.

Gern können Sie von Ihrem Recht zu einer Nachfrage Gebrauch machen. Weitergehende Fragen beantworte ich für Sie im Rahmen einer Mandatsübertragung, ebenso übernehme ich gern weitere Tätigkeiten im Rahmen eines Mandats. Eine Mandatsausführung kann unbeachtlich der örtlichen Entfernung erfolgen und eine Informationsweiterleitung erfolgt dann per E-Mail, Post etc..


Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin

Enderstr. 59
01277 Dresden
Tel. für Rechtsberatung: 0 90 01277 59 1 (2,59 €/Min., Mobilfunk kann abweichen)
Tel.: 0351 2699394
Fax: 0351 2699395
E-Mail: sperling@anwaltskanzlei-sperling.de
www.anwaltskanzlei-sperling.de
www.scheidung-deutschlandweit.de



§ 2078 Anfechtung wegen Irrtums oder Drohung
(1) Eine letztwillige Verfügung kann angefochten werden, soweit der Erblasser über den Inhalt seiner Erklärung im Irrtum war oder eine Erklärung dieses Inhalts überhaupt nicht abgeben wollte und anzunehmen ist, dass er die Erklärung bei Kenntnis der Sachlage nicht abgegeben haben würde.
(2) Das Gleiche gilt, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstands oder widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist.
(3) Die Vorschrift des § 122 findet keine Anwendung.


§ 2080 Anfechtungsberechtigte
(1) Zur Anfechtung ist derjenige berechtigt, welchem die Aufhebung der letztwilligen Verfügung unmittelbar zustatten kommen würde.
(2) Bezieht sich in den Fällen des § 2078 der Irrtum nur auf eine bestimmte Person und ist diese anfechtungsberechtigt oder würde sie anfechtungsberechtigt sein, wenn sie zur Zeit des Erbfalls gelebt hätte, so ist ein anderer zur Anfechtung nicht berechtigt.
(3) Im Falle des § 2079 steht das Anfechtungsrecht nur dem Pflichtteilsberechtigten zu.

§ 2082 Anfechtungsfrist
(1) Die Anfechtung kann nur binnen Jahresfrist erfolgen.
(2) 1Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in welchem der Anfechtungsberechtigte von dem Anfechtungsgrund Kenntnis erlangt. 2Auf den Lauf der Frist finden die für die Verjährung geltenden Vorschriften der §§ 206, 210, 211 entsprechende Anwendung.
(3) Die Anfechtung ist ausgeschlossen, wenn seit dem Erbfall 30 Jahre verstrichen sind.



Nachfrage vom Fragesteller 23.11.2008 | 09:53

Sehr geehrte Frau Sperling,

danke für die umfangreiche Antwort. Sofern eine Nachfrage
erlaubt ist bitte ich noch einmal um eine wirklich geschätzte
Chance in %, einen derartigen Prozess zu gewinnen.
Noch einmal die theoretischen Prämissen:
- die Tante lebt dann nicht mehr.
- Sie hat zu Lebzeiten KEINEN juristischen Einrspruch
gegen dieses erpresste Testament erhoben.
- beide Testamente liegen im Original vor.
- es existieren 3 Zeugen, die den ursprünglichen
letzten Willen und die Entstehungsgeschichte des
erpressten Testaments kennen.

90:10 für mich
80: 20 für mich ?
50: 50 ????
20:80 für die gegnerische Partei ?

Noch einmal vielen Dank.




Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.11.2008 | 14:43

Sehr geehrter Fragesteller,

wenn das Testament im Original vorliegt, die Jahresfrist ab Erbfall eingehalten ist und die Zeugen insbesondere die Drohung bestätigen, dann sehe ich gute Erfolgssaussichten (90:10) für Sie.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Simone Sperling
Rechtsanwältin


Wir
empfehlen

Einzeltestament

Mit dem interaktiven Muster von 123recht.net schreiben Sie Ihr wasserdichtes Einzeltestament. Einfach die Fragen beantworten, Ihr Testamentstext wird für Sie formuliert.

Jetzt Testament machen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 63621 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr ausführlich, gut verständlich und vor allem eine hilfreiche Antwort da absolut nachvollziehbar. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare Antwort! Und gute Beratung für künftige Fälle. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr klare und kompetente Antwort. Vielen Dank ...
FRAGESTELLER