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Testamentabfassung bei Zugewinngemeinschaft

| 26.06.2014 16:34 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Meine Ehe besteht seit einem Jahr und es gilt der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft. Ich besaß bereits vor der Eheschließung eine Eigentumswohnung.
Ich möchte in meinem Testament meine Ehefrau als Alleinerbin und meinen einzigen Sohn als Vermächtnisnehmer einsetzen. Meine Frau soll alles ohne die Wohnung und mein Sohn soll nur die Wohnung erben.
Wenn ich zeitig sterbe, ist das Barvermögen, was meine Ehefrau als Alleinerbin erbt, höher als der Wert der Eigentumswohnung. Mit späterem Ableben steigt der Wert der Eigentumswohnung und das Barvermögen reduziert sich.
Was ist zu tun, damit keiner in Abhängigkeit vom Zeitpunkt meines Todes wegen der unterschiedlichen Höhe des Wertes der Erbteile Ansprüche auf einen Wertausgleich an den anderen stellt?
Beide sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit dieser Verfahrensweise einverstanden.

Sehr geehrter Fragensteller!

Zunächst ist zwischen der Erbenstellung und die des Vermächtnisnehmers zu unterscheiden. Der oder die Erben treten komplett in die Vermögenssituation des Erblassers ein. Konkrete Gegenstände können nicht vererbt werden. Es kann nur eine Teilungsanordnung verfügt werden, die besagt, wer was bei der Auseinandersetzung bekommen soll. Bei einem Vermächtnis besteht nur ein zivilrechtlicher Anspruch gegen den (Allein)Erben auf Herausgabe des zugedachten Gegenstands. Der Vermächtnisnehmer tritt jedoch nicht in die Vermögensposition des Erblassers ein.

I. Wenn mehr als eine Person erbt, dann muss bei der gewillkürten Erbfolge durch Testament oder Erbvertrag die Erbquote (Bruchteil oder Prozentsatz) bestimmt werden. Sie können also entsprechend den Wertverhältnissen Wohnung zu Restvermögen (zum Beispiel 250.000 zu 500.000) bestimmen, dass Ihr Sohn zu 1/3 Erbe wird, und Ihre Frau zu 2/3.

Verändert sich der Nachlasswert, gibt es leider keine andere Möglichkeit, als in regelmäßigen Abständen den Wert der Gegenstände neu zu ermitteln (bspw. später 400.000 zu 300.00) und durch ein neues Testament die Erbquote anzupassen. Im Beispiel auf 4/7 für den Sohn und auf 3/7 für die Ehefrau.

Auch bei der Erbeinsetzung ist jedoch auch hier die unter II. dargestellte Gefahr, dass bei Unterschreiten des Pflichtteils, derjenige (eher Ihre Frau) das Erbe ausschlägt, und vom anderen den Pflichtteil geltend macht.

II. Soll hingegen nur Ihre Frau erben, der Sohn aber das Haus als Vermächtnis bekommen, besteht eigentlich nur die Gefahr, dass das sonstige Vermögen später einmal so wenig ist, dass der Wert des Erbes (nach Abzug des Hauses) weniger als der gesetzliche Pflichtteil betragen würde. Dieser beträgt für die Ehefrau in Güterstand der Zugewinngemeinschaft ¼. Beträgt zum Erbfall der Wert des Hauses (Vermächtnis) 400.000, an Barvermögen ist aber sonst nur noch 100.000 vorhanden, so ist dieses unter dem Pflichtteil. ¼ von 500.000 beträgt nämlich 125.000. Ihre Ehefrau könnte das Erbe ausschlagen und vom Erben den Pflichtteil verlangen. Erbe sind Sie, wenn keine Ersatzerben für Ihre Frau im Testament genannt werden. Es gilt dann die gesetzliche Erbfolge.

III. Zwischenfazit Testament: Um auf Nummer Sicher zu gehen, müssen Sie in regelmäßigen Abständen die Nachlassgegenstände bewerten. Sie können dann bei Erbeinsetzung die Bruchteile entsprechend verschieben.

IV. Erbvertrag und Erbverzicht: Die Gefahr das ein Pflichtteil geltend gemacht wird, besteht nach Ihren Schilderungen je eher seitens der Frau. Es wäre möglich, dass Sie vor dem Notar einen Erbverzichtsvertrag unterschreibt. Danach hätte Sie dann keinen Anspruch auf den Pflichtteil. Das hindert Sie jedoch nicht daran, ihre trotzdem als Erbe einzusetzen.

Nachfrage vom Fragesteller 26.06.2014 | 18:07

Sehr geehrter Herr Anwalt, ich bedanke mich für Ihre Antwort, möchte mich aber noch hinsichtlich folgender Punkte versichern:
Sie schreiben: "Ihre Ehefrau könnte das Erbe ausschlagen und vom Erben (in meinem Fall Vermächtnisnehmer ???) den Pflichtteil verlangen. Erbe sind Sie, wenn keine Ersatzerben für Ihre Frau im Testament genannt werden. Es gilt dann die gesetzliche Erbfolge."
Ich bin doch tot, wie kann ich dann noch Erbe sein?
Sie schreiben: "Es wäre möglich, dass Sie vor dem Notar einen Erbverzichtsvertrag unterschreibt. Danach hätte Sie dann keinen Anspruch auf den Pflichtteil. Das hindert Sie jedoch nicht daran, ihre trotzdem als Erbe einzusetzen."
De facto würde meine Frau mit dem Erbverzichtsvertrag nur auf den Anspruch auf den Pflichtteil verzichten, aber das Erbe antreten können, wenn ich sie als Erbin benenne?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.06.2014 | 18:20

Sorry, beim ersten Punkt Ihrer Nachfrage ist natürlich Ihr Sohn und nicht Sie Ihr gesetzlicher Erbe. Zum zweiten Punkt: Genau so ist es! Aber Ihre Frau muss mit so einem Vorgehen einverstanden sein. Gegen ihren Willen geht das nicht. Aus Sicht Ihrer Frau besteht natürlich die Gefahr, dass Sie Ihr Versprechen nicht halten, und sie dann komplett leer ausgeht. Der Erbverzicht muss vor einem Notar geschlossen werden. Dieser berat auch hinsichtlich der erbrechtlichen Folgen und erstellt den Entwurf. Die Kosten sind bundesweit gleich.

Bewertung des Fragestellers 26.06.2014 | 18:21

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