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Testament oder Erbvertrag

| 22.02.2018 13:50 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Zusammenfassung: Handschriftliches Testament und dessen Vorausetzungen

Kann ich ein handschriftliches Testament verfassen und meine Ehefrau (2. Ehefrau), sowie meine eheliche Tochter aus 1. Ehe, sowie meine Exfrau als Erben einsetzen? Zum Beispiel Anlage 1 (Ehefrau bekommt Immobilie, sowie Investmentanteile, Goldbarren un schweizer Franken), Anlage 2 (meine Tochter bekommt Immobilie, sowie Investmentanteile, Goldbarren und schweizer Franken - muss jedoch mit einem Teil der Investments für noch offene Forderungen vom Finanzamt und evtl. anfallender Gewerbesteuer aufkommen), Evtl. noch Anlage 3 (Ex-Frau bekommt noch einen kleinen Teil der Investment).
Ein vorhergehendes notariellesTestament vom Jahr 2001habe ich vernichtet, da wurde meine Tochter als Alleinerbin aufgeführt. Ende 2002 habe ich ein zweitesmal geheiratet
Genügt ein handschriftliches Dokument?
MfG Helmuth

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn man seine letzten Angelegenheiten durch ein Testament regeln will, hat man grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Man kann ein so genanntes privates handschriftliches Testament verfassen oder man kann mit Hilfe eines Notars ein so genanntes öffentliches (auch notarielles genannt) Testament erstellen.

Was sind die Vor- bzw. Nachteile dieser beiden Testamentformen und worin bestehen Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Privates und öffentliches Testament unterscheiden sich alleine in ihrer Art der Erstellung. Während das private Testament vom Erblasser alleine, ohne Mitwirkung Dritter und mit bescheidenen Sachmitteln verfasst werden kann, muss man sich für ein öffentliches Testament einen Termin bei einem Notar vereinbaren, wird dort beraten und lässt nachfolgend seinen letzten Willen dort durch eine öffentliche Urkunde festhalten.

Beide Testamentformen sind rechtlich in gleicher Weise wirksam. Auch kann der Testator inhaltlich in einem privaten Testament exakt die gleichen Anordnungen treffen wie in einem öffentlichen Testament.

Ein öffentliches Testament bietet den Vorteil, dass man vom Notar in inhaltlichen Fragen zum Testament beraten wird. Der Notar wird regelmäßig vor Beurkundung des letzten Willens die konkrete familiäre und auch wirtschaftliche Situation des Testators abklären und darauf aufbauend dem Testator eine auf den Fall passende Erbfolgeregelung vorschlagen.

Bei einem öffentlichen Testament kommen zur Unwirksamkeit des letzten Willens führende Formfehler nur höchst selten vor. Beim privaten Testament muss man selber dafür sorgen, dass die gesetzlichen Formvorschriften peinlich genau beachtet werden.

Das bei einem Notar erstellte Testament ist eine öffentliche Urkunde und kann nach Eintritt des Erbfalls von den Erben – beispielsweise gegenüber Banken – oft als Nachweis der eigenen Legitimation eingesetzt werden, ohne dass ein Kosten auslösender Erbschein benötigt wird.

Gehört zum Nachlass auch Immobilienbesitz, dann können die Erben in der Regel alleine mit dem öffentlichen Testament und der Niederschrift der Testamentseröffnung beim zuständigen Grundbuchamt einen Antrag auf Eigentumsumschreibung vornehmen, § 35 Abs. 1 GBO (Grundbuchordnung). Ist man aufgrund eines privaten Testaments zur Erbfolge berufen, dann muss man für diese Maßnahme zwangsläufig einen – kostenpflichtigen – Erbschein beim Nachlassgericht beantragen.

Der entscheidende Nachteil des öffentlichen Testaments liegt in den Kosten, die mit dem Besuch beim Notar verbunden sind. Je höher der Nachlasswert ist, desto höher sind auch die Gebühren, die der Notar für seine Dienstleistung verlangt. Zu den Kosten für den Notar addieren sich noch die Kosten für die amtliche Verwahrung, in die das öffentliche Testament zwangsläufig verbracht werden muss. Dies hat zwar den Vorteil, dass das Testament im Erbfall in jedem Fall zur Geltung kommt und nicht der Gefahr der Unterschlagung, Zerstörung oder Verfälschung unterliegt, kann aber mit der fälligen ¼-Gebühr nach § 101 KostO (Kostenordnung) - wiederum abhängig vom Nachlasswert - durchaus spürbar sein.

Als Fazit kann man festhalten, dass ein privates Testament dann ausreichend sein wird, wenn der Nachlass überschaubar und die gewünschte Erbfolge klar und einfach ist. Für komplexere Erbschaften empfiehlt sich hingegen das öffentliche Testament.
Dies ist aber nicht zwingend.

Zur Sicherheit, dass das handschriftliche Testament auch umgesetzt wird können Sie es beim örtlichen Nachlassgericht hinterlegen (Amtliche Verwahrung). Das kostet nur eine einmalige Gebühr, die Sie direkt bei Gericht begleichen.

Noch eine kleine Anmerkung zum Inhalt:

Ein Testament eröffnet dem Erblasser neben der reinen Bestimmung seines Erben noch viele weitere Möglichkeiten, auf die Regelung seiner Vermögensnachfolge Einfluss zu nehmen.

So kann der Erblasser in seinem Testament Vermächtnisse zugunsten Dritter aussetzen. Mit einer solchen Anordnung verschafft der Erblasser dem mit dem Vermächtnis Bedachten mit dem Erbfall ein Forderungsrecht im Normalfall gegen den Erben.

Der Erblasser kann sich in seinem Testament aber nicht nur positiv zu der Frage äußern, wer nach seinem Ableben aus seinem Nachlass etwas erhalten soll. Ebenso gut kann der Erblasser festlegen, wer von der Erbfolge ausgeschlossen und ausdrücklich nichts erhalten soll.

Der Erblasser kann sich weiter in seinem Testament dazu äußern, wie die Verteilung des Nachlasses im Einzelnen vonstatten gehen soll. So kann der Erblasser mittels Teilungsanordnung oder Vorausvermächtnis einzelne Nachlassgegenstände bestimmten Erben zuordnen und auf diesem Weg die Verteilung des Nachlasses nach seinem Tod erleichtern.

Hat der Erblasser Bedenken, dass die Auseinandersetzung unter mehreren von ihm bestimmten Erben konfliktfrei abläuft, kann er in seinem Testament weiter eine Testamentsvollstreckung anordnen. Den Wirkungskreis des Testamentsvollstreckers kann er darauf beschränken, für eine reibungslose Auseinandersetzung der Erbschaft zu sorgen oder auch dem Testamentsvollstrecker bis zu einem Zeitraum von 30 Jahren die Verwaltung des Nachlasses übertragen - und sie dem Erben für den gleichen Zeitraum entziehen.

Gegen die von Ihnen vorgeschlagenen Regelungen bestehen an sich keine Bedenken. Je nachdem wie jedoch die Werte verteilt sich denken Sie daran, dass eine Erbschaftssteuer anfallen kann, wenn die Freigrenzen überstiegen werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Ergänzung vom Anwalt 22.02.2018 | 14:20

Sehr geehrter Fragesteller,

das das alte Testament widerrufen ist, gibt es auch hier keine Schwierigkeiten.

Sie hätten es auch nicht unbedingt zerstören müssen, obwohl das natürlich der sichere Weg ist.

Ein Testament kann jederzeit als Ganzes oder auch nur in Teilen oder Anordnungen widerrufen werden (vgl. § 2253 BGB ). Ein solcher Widerruf kann durch ausdrückliche Erklärung oder auch durch ein neu abgefasstes Testament erfolgen. Bei dem Widerruf handelt es sich (auch) um eine letztwillige Verfügung, so dass der Erblasser zu diesem Zeitpunkt testierfähig sein muss und den Widerruf auch nur höchstpersönlich vornehmen kann. Nach dem Gesetz erfolgt der Widerruf durch Testament (§ 2254 BGB ). Ein Widerruf ist faktisch aber auch dadurch möglich, dass die Testamentsurkunde einfach vernichtet wird.

Will der Erblasser den Widerruf nicht mehr gelten lassen, so kann er mit einem weiteren Testament den Widerruf selbst widerrufen (§ 2257 BGB ). So kann ein widerrufenes Testament wieder gültig gemacht werden. Maßgeblich sind immer die Anordnungen, die im jüngsten Testament enthalten sind. Lässt sich nicht genau feststellen, welches Testament zuletzt errichtet wurde, sind die Anordnungen unwirksam. Es ist daher sehr wichtig, dass im Testament der Ausstellungsort und vor allem das Ausstellungsdatum angegeben wird.

Mit freundlichen Grüßen

Gutzeit
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 23.02.2018 | 16:08

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte meine Antwort noch um eine förmliche Sache aktualisieren:

Die KostO wurde durch das GnotKG abgelöst. Es gilt also nicht mehr die KostenO sondern das GnotKG.

Außerdem möchte ich noch erwähnen, dass aufgrund der Immobilie ein Erbschein notwendig sein wird.
Die Kosten für diesen Erbschein richten sich ebenfalls nach dem Wert des Nachlasses.
Berücksichtigt man, dass für den Erbschein zum einen Gebühren für die eidesstattliche Versicherung und zum anderen für das Antragsverfahren (also zweifach) anfallen, ist das notarielle Testament bei gleichem Wert sogar doch günstiger (nur eine Gebühr).

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen

Gutzeit
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 24.02.2018 | 13:16

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"Da ich nicht weiß, ob noch Forderungen vom Finanzamt und der Stadt (Gewerbesteuer) auf mich zukommen, möchte ich ein Testament schreiben. Nach der entdgültigen Entscheidung vom Finanzamt, kann ich dann immer noch ein neues Testament schreiben. Ich hatte erst vor kurzem einen zweiten Schlaganfall erlitten, welcher glücklicherweise wieder ohne jegliche körperliche Einschhränkung von mir überstanden wurde. Nun bin ich froh über die gute Beratung und möchte mich vielmals bedanken.
MfG"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 24.02.2018 5/5,0
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