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Testament nach Scheidung

27.09.2014 22:48 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Mein geschiedener Ehemann hat im Jahr 1997 während unserer Ehe ein handschriftliches Testament aufgesetzt, indem er sein gesamtes Vermögen an mich seine damalige Ehefrau und seinen Stiefsohn vermacht. Er hat damals auf anraten einen Notars den Satz eingefügt:" Ich entbinde sie dabei von den gesetzlichen Verfügungsbeschränkungen, soweit sie möglich sind. Die gesetzliche Erbfolge schließe ich aus.

Nach unserer Scheidung haben wir beide wieder geheiratet der Kontakt war nur locker.
Er ist nun vor 2 Tagen verstorben und hat soweit ich informiert bin kein weiteres Testament aufgesetzt.
Inwieweit zählt nun das alte Testament und wo muss ich dieses einreichen um zu erfahren inwieweit es Gültigkeit hat.

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Frage beantworte ich wie folgt.

Ob das Testament (genauer: Ihre Erbeinsetzung) auch nach der Scheidung weiter gelten soll, ist durch Auslegung zu ermitteln.

Hat Ihr Ex-Ehemann gewollt, dass Sie auch erben sollen, wenn sie nicht mehr verheiratet sind?

Es gibt eine gesetzliche Vermutungsregel, § 2077 Abs. 1 S. 1 BGB:
"Eine letztwillige Verfügung, durch die der Erblasser seinen Ehegatten bedacht hat, ist unwirksam, wenn die Ehe vor dem Tode des Erblassers aufgelöst worden ist."

§ 2077 Abs. 3 BGB:
"Die Verfügung ist nicht unwirksam, wenn anzunehmen ist, dass der Erblasser sie auch für einen solchen Fall getroffen haben würde."

>Zunächst muss der Wille des Erblassers erforscht werden. Lässt sich dieser nicht ermitteln, greift die Auslegungsregel, sodass dann Ihre Erbeinsetzung unwirksam ist.

Eine solche Auslegungsregel gibt es für Ihren Sohn nicht.

Selbst wenn das Testament wirksam wäre, könnte die aktuelle Ehefrau, oder auch Kinder aus dieser Ehe das Testament anfechten (§ 2078 [Irrtum des Erblasser], § 2079 [Übergehen eines Pflichteilsberechtigten], § 2080 BGB).

In Ihrem Fall muss damit bestimmt werden, was Ihr Ex-Mann gewollt hat.

>Sie legen das Testament dem Nachlassgericht vor und beantragen einen Erbschein.

Im Rahmen des Erbscheinverfahrens (§ 2358 BGB; das Nachlassgericht ermittelt die Tatsachen) müssen Sie beweisen, dass Ihr Ex-Mann Sie auch für den Fall einer Scheidung weiter habe bedenken wollen.

Ich hoffe, ich könnte Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage verschaffen.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

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