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Testament mit Beachtung des Pflichtteils

19.04.2008 07:46 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Der Erblasser lebt im Pflegeheim (Ersparnisse ca. 10.000€) und hat zwei erwachsene Söhne ohne Frau und Kind und möchte ein handschriftliches Testament machen. Er will für seine mit ihm nicht verheiratete Lebensgefährtin den größten Anteil festlegen und einen deutlich kleineren Teil soll die Schwester seiner verstorbenen Frau erhalten. Seine Söhne sollen nur den Mindestanteil bekommen, mit dem eine spätere gerichtliche Auseinandersetzung (über Pflichtteil) vermieden werden kann.

Welchen Anteil müssen die Söhne wenigstens bekommen und wie ist die Situation, wenn bei Eintritt des Erbfalls nur noch ein Sohn lebt?

Ist es richtig, dass wenn die Lebensgefährtin beim Eintritt des Erbfalls nicht mehr lebt, die Kinder der Lebensgefährtin nichts erben? Das wäre auch der Wunsch des Erblassers, den nur sie liegt ihm am Herzen. Wenn es nicht so ist, hätten wir gerne eine diese Situation beschreibende, kurze Formulierung.

Kann der Erblasser eine Festlegung treffen, dass dem Sohn von einer im Testament festgelegten Person sein Erbteil in monatlichen Raten ausgezahlt wird. Der Sohn ist sehr labil und würde seinen Anteil in wenigen Tagen „verjubeln“, was natürlich nicht im Sinne des Vaters ist.

Im Voraus vielen Dank für Ihre Bemühungen.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragsteller,

unter Berücksichtigung der von Ihnen gegebenen Sachverhaltsangaben und des gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Der Pflichtteil beträgt grundsätzlich die Hälfte des gesetzlichen Erbteils. Hier ist es nach Ihrer Beschreibung so, dass an gesetzlichen Erben nur die beiden Söhne da sind. Diese würden also ohne Testament je die ½ des Erbes bekommen.

Somit beträgt der Pflichtteil für jeden Sohn ¼ .

Wenn nur noch ein Sohn lebt (und von dem verstorbenen Sohn keine Kinder da sind) würde er ohne Testament alles erben, also betrüge der Pflichtteil ½. Wenn von dem verstorbenen Sohn Kinder da sind übernehmen diese den Erteil des Verstorbenen Vaters, so das obiges im Verhältnis Sohn – Enkel gilt (gesetzlicher Erbteil je ½, Pflichtteil ¼).

Die Kinder der Lebensgefährtin erben nicht, wenn die Lebensgefährtin nicht mehr lebt. Das kann man aber zur Klarstellung, dass der Erblasser das nicht möchte, auch ins Testament reinschreiben.

Man kann sicherlich bestimmen, dass ein Erbe in Raten ausgezahlt wird oder er auch nur die Erträge des Nachlasses bekommt.

Hier muss man aber wohl oder bel einen Testamentsvollstrecker einsetzen. Dies beruht auf § 2209 BGB. Der Einsetzung eines Testamentsvollstreckers kann in diesem Falle auf den Erbteil des einen Sohnes beschränkt werden. Man sollte hier aber auf jeden Fall nochmal einen Kollegen vor Ort kontaktieren, um die Formulierung im Testament abschließend zu klären. Hier ist es wichtig auf Grundlage aller Fakten eine rechtlich einwandfreie Formulierung zu wählen.

Ich hoffe Ihnen mit meinen Ausführungen eine erste rechtliche Orientierung gegeben zu haben. Eine abschließende Beratung kann im Rahmen dieses Forums nicht praktiziert werden, weil diese die Kenntnis des vollständigen Sachverhalts erfordert. Hier konnte ich mich nur auf Ihre Schilderungen stützen und somit nur eine erste Einschätzung der Lage abgeben. Eine persönliche Beratung kann hierdurch nicht ersetzt werden. Durch das hinzufügen oder Weglassen relevanter Tatsachen kann sich die Beurteilung des Falles maßgeblich ändern.

Ich empfehle Ihnen daher, einen Rechtsanwalt Ihres Vertrauens zu beauftragen, sofern Sie eine abschließende Beurteilung erhalten möchten. Im Falle der Beauftragung eines Rechtsanwalts ist zu beachten, dass weitere Kosten anfallen.

Mit freundlichen Grüßen



Christina Knur-Schmitt
- Rechtsanwältin –

§ 2209 Dauervollstreckung
1Der Erblasser kann einem Testamentsvollstrecker die Verwaltung des Nachlasses übertragen, ohne ihm andere Aufgaben als die Verwaltung zuzuweisen; er kann auch anordnen, dass der Testamentsvollstrecker die Verwaltung nach der Erledigung der ihm sonst zugewiesenen Aufgaben fortzuführen hat. 2Im Zweifel ist anzunehmen, dass einem solchen Testamentsvollstrecker die in § 2207 bezeichnete Ermächtigung erteilt ist.

Nachfrage vom Fragesteller 20.04.2008 | 09:49

Vielen Dank für die ausführliche Antwort.

Nachfrage:
Habe ich Sie richtig verstanden, dass bei einem vorhandenen Testament für die Lebensgefährtin, der Pflichtteil für jeden der kinderlosen Söhne 1/8 (12,5%) bzw wenn nur noch ein Sohn lebt 1/4 (25%) beträgt?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.04.2008 | 10:10

Der Pflichtteil der Söhne beträgt je 1/4, weil der gesetzliche Erbteil 1/2 ist.

Das beruht darauf, dass die beiden Söhne nach Ihren Angaben die einzigen Erben sind (keine Ehefrau des Erblassers vorhanden, keine weiteren Kinder).

Wenn nur noch ein Sohn lebt wäre er gesetzlich Alleinerbe, so dass der Pflichtteil 1/2 beträgt.

Mit freundlichen Grüßen

Christina Knur-Schmitt
- Rechtsanwältin-

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