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Testament aufgetaucht, was gilt?


11.06.2005 22:18 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



Guten Abend!

Sachverhalt


Drei Kinder eine Stiefmutter.
Vom Nachlassgericht wurde ein Erbschein ausgestellt.
Jeder bekommt 1/4.
Nun ist ein Testament aufgetaucht das 17 Jahre besteht und war bei einem Anwalt hinderlegt.
Es bestand ein Ehevertrag mit Gütertrenung über den Tod hinaus,in dem auch steht das es im moment keine Erbverträge gäbe
(1999 )
Unser Vater hat ein Kind als Alleinerben eingesetzt und geschrieben, daß die anderen beiden Kinder nur Ihren Pfichtteil bekommen. Das Testament wurde 1988 handschriftlich niedergelegt.
Damals war er noch geschieden und nicht verheiratet, die Stiefmutter auch noch nicht erwähnt da er die erst 1997 kennengelernt hatte, auch eines der beiden Kinder hatte noch den Familiennamen im Testament.
Mutter hat wieder geheiratet und hat keinen Erbanspruch.

Nun wie sieht die Erbfolge aus?
Kann das Testament oder der Ehevertrag angefächdet werden?
Kann beim Nachlassgericht durch Einspruch zum Beispiel der Ehefrau verhindert werden das ein neuer Erbschein ausgestellt wird?
Ist das Testament gültig?

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Das nunmehr vorliegende Testament hat zur Folge, dass das darin allein bedachte Kind Alleinerbe ist.

Zugunsten der Stiefmutter als überlebender Ehefrau besteht allerdings die Möglichkeit zur Anfechtung dieses Testaments gemäß § 2079 Satz 1 BGB. Nach dieser Regelung kann unter anderem eine letztwillige Verfügung angefochten werden, wenn der Erblasser einen zur Zeit des Erbfalls vorhandenen Pflichtteilsberechtigten übergangen hat, dessen Vorhandensein ihm bei der Errichtung der Verfügung nicht bekannt war. Nach Ihrer Darstellung ist das der Fall. Denn der Vater kannte zur Zeit der Testamentserrichtung die Stiefmutter noch nicht.

Die Anfechtung nach dieser Vorschrift würde in der Regel das gesamte Testament vernichten, weil die Berücksichtigung eines weiteren Erben alle Erbteile verschieben würde. Somit würde die gesetzliche Erbfolge (wieder) eintreten. Auch die im Testament vorgesehene Enterbung der beiden übrigen Kinder würde damit entfallen.

Für den im Testament vorgesehenen Alleinerben besteht jedoch gemäß § 2079 Satz 2 BGB die Möglichkeit, den Nachweis dafür zu erbringen, dass der Vater bei Kenntnis der späteren Sachlage nicht die gesetzliche Erbfolge hätte eintreten lassen, sondern den übergangenen Pflichtteilsberechtigten nicht schlechter als das Gesetz gestellt und im übrigen sein Testament errichtet hätte. Gelingt dem Alleinerben dieser Nachweis, wären er und die Stiefmutter Erben zu gleichen Teilen. Den beiden übrigen Kindern würde in diesem Teil nur ihr jeweiliges Pflichtteil bleiben.

Die Anfechtung kann gemäß § 2082 Abs. 1 BGB nur binnen Jahresfrist erfolgen. Die Frist beginnt gemäß § 2082 Abs. 2 BGB mit dem Zeitpunkt, in welchem der Anfechtungsberechtigte Kenntnis erlangt. Die Anfechtung ist gegenüber dem Nachlassgericht zu erklären (vgl. § 2081 Abs. 1 BGB).

Sollte dem testamentarisch eingesetzten Alleinerben ein Erbschein erteilt werden, so kann die Stiefmutter nach Anfechtung des Testaments dagegen Beschwerde erheben. Ebenfalls sind unter der Bedingung, dass die Stiefmutter die Anfechtung erklärt, auch die beiden übrigen Kinder.

Für eine Anfechtung des Ehevertrages sehe ich weder Anlass noch Grund.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de
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