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Testament anfechtbar?

16.09.2015 21:35 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Tag,

ich habe vor Kurzem erfahren, wie das Testament meiner Mutter (noch lebend) gestaltet ist. Mein Vater ist bereits vor laengerer Zeit verstorben und meine Mutter war dann Alleinerbin.

Im Testament meiner Mutter steht nun, dass meine Schwester und ich jeweils 25% des Gesamterbes bekommen. Die restlichen 50% sollen zwischen den drei Enkeln (zwei Kinder meiner Schwester, ein Kind von mir) zu gleichen Teilen aufgeteilt werden.

Dies finde ich meinem Sohn gegenueber ungerecht, der dadurch quasi bestraft wird, dass er keine Geschwister hat.

Hier nun meine Fragen:

1. Ist es moeglich, das Testament bereits vor dem Ableben meiner Mutter anzufechten und rechtlich auf eine 50/50 Aufteilung des Gesamterbes zwischen meiner Schwester und mir zu bestehen?

2. Wenn die Antwort auf 1. Nein lautet, ist diese Anfechtung und Bestehung auf eine 50/50 Aufteilung des Gesamterbes zwischen meiner Schwester und mir nach dem Ableben meiner Mutter moeglich (mit Aussicht auf Erfolg)?

Vielen Dank fuer Ihre Antwort.

Freundliche Gruesse

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes möchte ich Ihre Fragen gerne wie folgt beantworten:

Zu Frage 1.

Die Frage ist hier eindeutig mit „ Nein" zu beantworten.
Eine Anfechtung des Testaments zu Lebzeiten des Erblassers ist nicht möglich, zu Lebzeiten des Erblassers steht Dritten kein Anfechtungsrecht zu.
Der Erblasser selbst kann zu Lebzeiten sein Testament natürlich ändern.

Zu Frage 2.

Testamente können nach dem Tod des Erblassers unter bestimmten Voraussetzungen angefochten werden, §§ 2078 ff.BGB
Voraussetzung für eine wirksame Anfechtung ist ein Anfechtungsgrund gem. §§ 2078 ff. BGB.
Ein solcher ist beispielsweise gegeben, wenn sich der Erblasser bei Abfassung des Testaments in einem Irrtum befunden hat oder er widerrechtlich durch Drohung zu der Verfügung von Todes wegen bestimmt worden ist.

Ziel der Anfechtung ist jedoch stets , dem wirklichen Willen des Erblasser Geltung zu verschaffen.

Zu beachten ist, dass dem Erblasser Testierfreiheit gem. § 1937 BGB zusteht, d.h. er kann durch Testament selbst bestimmen, wer sein Erbe wird und in welchem Umfang.
Lediglich der Pflichtteil kann durch Testament nicht ausgeschlossen werden.
(Bei der jetzigen Regelung im Testament Ihrer Mutter würden Sie als Erbe quotenmäßig genau das bekommen, was Ihnen als Tochter als Pflichtteil zustehen würde, wenn Sie enterbt worden wären. Daher käme auch ein Pflichtteilsrestanspruch gem. § 2305 BGB nicht in Betracht.)

Zusammenfassend zu Ihren Fragen:

Ein Testament kann also nicht mit der Begründung anfochten werden , es sei ungerecht.
Sie mögen das Testament zwar als ungerecht empfinden, ein Anfechtungsgrund ist nach Ihrer Sachverhaltsschilderung jedoch nicht erkennbar.

Eine andere rechtliche Situation wäre nur dann gegeben, wenn Ihre Eltern zu Lebzeiten Ihres
Vaters ein gemeinschaftliches Testament, sog. Berliner Testament aufgesetzt hätten und dieses eine andere Regelung hinsichtlich der Erbfolge nach dem Tod Ihrer Mutter enthalten würde. Ein gemeinschaftliches Testament kann durch den überlebenden Ehegatten nämlich grundsätzlich nicht mehr geändert werden.

Ich hoffe, Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben und Ihnen eine rechtliche Orientierung gegeben zu haben, auch wenn Sie vielleicht eine für Sie positivere Antwort erhofft hatten.

Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich.

Mit freundlichen Grüßen

Lucia König

Ergänzung vom Anwalt 16.09.2015 | 23:51


es muss natürlich heißen : …….genau das, was Ihnen als Sohn zustehen würde, wenn Sie enterbt worden wären.

Ich bitte um Entschuldigung,

nochmals mit freundlichen Grüßen

Lucia König
Rechtsanwältin

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