Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Testament - Lebensgefährte

09.02.2010 00:04 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Guten Abend,

mein Lebensgefährte (wir sind nicht verheiratet) hat ein Testament geschrieben, in dem er mich als Alleinerbin angegeben hat. Wir leben schon sehr lange zusammen, ich versorge ihn und erledige alle Dinge des täglichen Lebens,
Im Testament hat er den Zusatz eingefügt, dass sein Bruder und seine Nichte (die sich noch nie um ihn gekümmert haben) in 2. u. 3. Erbfolge erbberechtigt sind.
Es gibt keine weiteren Verwandten.
Nun meine Frage; was bedeutet das?

Ich bedanke mich schon im Vorraus.

Herzliche Grüße

Sehr geehrte Ratsuchende,

ich möchte Ihre Frage auf Grund des dargelegten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworten:

Ich weise darauf hin, dass dies einer ersten Orientierung über die bestehende Rechtslage dient und ein ggf. persönliches Beratungsgespräch bei einem Anwalt Ihrer Wahl nicht ersetzt.

Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann die rechtliche Beurteilung beeinflussen.

Dies vorangestellt beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Was durch den Verfasser des Testaments und somit späteren Erblasser gewollt ist, ist durch Auslegung zu ermitteln.

In Betracht kommen zwei Möglichkeiten, nämlich die Einsetzung des Bruder und der Nichte als Nacherben oder als Ersatzerben.

Nach § 2100 BGB kann der Erblasser einen Erben, hier den Bruder und die Nichte, in der Weise einsetzen, dass dieser erst Erbe wird, nachdem zunächst ein anderer (Sie) Erbe geworden ist (Nacherbe).

Dies bedeutet, dass der Bruder erst nach Ihrem Tode erben würde, und die Nichte erst nach Ihrem Tode und dem des Bruders.

Nacherbfolge tritt nur ein, wenn der Erblasser mindestens zwei Personen in der Weise zu Erben einsetzt, dass der eine den Nachlass zeitlich nach dem anderen erhalten soll.

Da Sie als Alleinerbe eingesetzt sind, erhalten Sie zunächst die volle Erbschaft des Erblassers.

Als Vorerbe können Sie gemäß § 2112 BGB über die zur Erbschaft gehörenden Gegenstände verfügen, soweit sich nicht aus den Vorschriften der §§ 2113 bis 2115 BGB etwas anderes ergibt.

Auf Grund der genanten Rangfolge im Testament ist in Ihrem Fall wohl eher von einer Vorerbschaft Ihrerseits auszugehen und einer Nacherbschaft des Bruders und der Nichte, an Stelle eines lediglich eingesetzten Ersatzerben des Bruders und der Nichte für den Fall, dass sowohl Sie als auch der Bruder vor dem Erblasser vorversterben sollten.

Nach § 2102 Abs. 1 BGB enthält die Einsetzung als Nacherbe im Zweifel auch die Einsetzung als Ersatzerbe.

Der Erblasser kann an die Stelle eines weggefallenen Vorerben (im Fall Ihres Vorversterbens oder Ausschlagung der Erbschaft) entweder eine andere Person als Ersatz-Vorerben oder die eigentlich zum Nacherben berufene Person als Ersatzerben setzen. Hat der Erblasser sich für einen Ersatz-Vorerben entschieden, so hat dieser bis zum Eintritt des Nacherbfalls die gleiche rechtliche Stellung wie der zunächst zum Vorerben Berufene.

Stattdessen kann der Erblasser auch den eingesetzten Nacherben als Ersatzerben an die Stelle des Vorerben treten lassen, und zwar mit der Folge, dass der Nacherbe unmittelbarer und unbeschränkter Vollerbe wird, es sei denn, es ist (wie in Ihrem Fall) mehrfache Nacherbfolge angeordnet.

Ist zweifelhaft, ob jemand als Ersatzerbe oder als Nacherbe eingesetzt ist, so gilt er nach der gesetzlichen Vermutungsregel nach § 2102 Abs. 2 BGB als Ersatzerbe.

Führt eine Auslegung zu keinem Ergebnis in der einen oder in der anderen Richtung, so tritt kraft dieser Vermutungsregel Ersatz-, und nicht Nacherbfolge ein.

Diese Vorschrift trägt der praktischen Erfahrung Rechnung, dass die mit einer Nacherbeneinsetzung verbundenen Beschränkungen des Vorerben in seiner Verwaltungs- und Verfügungsfreiheit selten gewollt sind, wenn nicht sachliche Gründe ausnahmsweise dafür sprechen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick über die bestehende Rechtslage geben und Ihre Fragen zu Ihrer Zufriedenheit beantworten.

Bestehende Unklarheiten beantworte ich Ihnen gern innerhalb der kostenlosen Nachfragefunktion, wobei ich darum bitte, die Vorgaben dieses Forums zu beachten.

Darüber hinausgehende Fragen beantworte ich Ihnen gern im Rahmen einer Mandatserteilung.
Durch eine Mandatserteilung besteht auch die Möglichkeit einer weiterführenden Vertretung.

Die Kommunikation bei größerer Entfernung kann via Email, Post, Fax und Telefon erfolgen und steht einer Mandatsausführung nicht entgegen, sofern Sie der Nutzung dieser Möglichkeiten aufgeschlossen gegenüberstehen.

Eine weiterführende Vertretung zieht allerdings weitere Kosten nach sich. Im Fall einer Beauftragung würde ich den hier gezahlten Einsatz auf meine nachfolgenden Gebühren vollständig anrechnen.


Mit freundlichen Grüßen

Marco Liebmann
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69580 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Schnelle und klare Antwort. Danke. ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Schnelle und ausführliche Antwort. Dankeschön. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
schnelle, kompetente Antwort hervorragende Beratung ...
FRAGESTELLER