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Testament: Alles für die Tochter, nix für die Ex

| 14.11.2013 18:23 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


06:57
Bitte nur durch einen Fachanwalt für Steuerrecht, FA für Familienrecht oder Notar ab je 4,5 oder besser. Danke fürs Verständnis:


Guten Abend! Folgende Frage:

Niemand lebt ewig. Ich - vermutlich - auch nicht. Daher möchte ich an mein Testament denken.

Die Sache schaut so aus, dass ich ein Haus habe, und etwas auf dem Konto habe. Alles im "normalen" Rahmen.

Wie sollte ich mein Testament aufsetzen, wenn die Ex (1 Jahr verheiratet, seit 4 Jahren geschieden) nicht noch mehr Geld bekommen soll (Mann - Vater - Opfer), sondern meine Tochter (2013 = 6).

Was muss ich bedenken, damit es überhaupt geht:
a) Juristisch:
b) Steuerrechtlich

Folgende Dinge stelle ich mir vor:

Grundsätze:
- nix für die Ex.
- alles für meine Tochter.

Bildung, Begabung laufend:
- Die Tochter ist begabt, bedeutend: Regelmässig (wöchentlich) fallen Kosten für Klavier, Geige, Harfe an (= gut 500 E im Monat!)
- irgendwann vielleicht auch für (neue, andere) Instrumente
- und später vielleicht auch für anderes an (Sprachkurse etc.)

Lebensalter-Dinge je nach Alter:
- Tochter: Soll jedes Jahr einen altersabhängigen Betrag bekommen (Mofa, Auto, Studium)

Den grossen Batzen erst ab 40
- weil man dann vernünftig geworden ist: also 2047.

Verwalter oder so:
- Die Ausgaben soll jemand für meine Tochter vermögens-verwalten und zuweisen. Auf gar keinen Fall die Mutter, sondern z.B. Person A oder Person B etc.

Was muss ich bedenken - ausser handschriftlich, damit es auch wirklich funktioniert. Wichtig ist mir dabei, dass es nicht so teuer wird. Wenn man also teure Notare, Gerichte oder ähnliches "sparen" kann, wäre mir das recht.


14.11.2013 | 19:04

Antwort

von


(403)
Otto-von-Guericke-Str. 53
39104 Magdeburg
Tel: 0391-6223910
Web: http://kanzleifamilienrechtmagdeburg.simplesite.com
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Es ist sicherlich richtig in Ihrem Fall eine Vorsorge zu treffen, damit Ihr letzter Wille entsprechend Ihren Wünschen umgesetzt wird.

Hier ist es allerdings so, dass Ihre geschiedene Ehefrau nach Ihnen nicht erbberechtigt ist. Selbst ohne Testament und gesetzlicher Erbfolge wäre Ihre Tochter Alleinerbin.

Dennoch gibt es in Ihrem Fall etwas zu beachten, auch wenn man sich nicht wünscht, dass dieser Fall jemals eintritt. Sollten Sie jung versterben und nach Ihnen Ihre Tochter, so würde die geschiedene Ehefrau, sollte Ihre Tochter noch keine eigenen Nachkommen haben, dann indirekt doch noch in die Gunst Ihres Vermögens kommen.

Insoweit ist die Erstellung eines Testamentes durchaus ratsam. Sie sollten hier Ihre Tochter zur befreiten Vorerbin bestimmen und für den Fall, dass Ihre Tochter keine eigenen Nachkommen hat, eine andere dritte Person als Nacherben.

Als befreite Vorerbin, (von den gesetzlichen Beschränkungen der Vorerbschaft muss sie aber ausdrücklich im Testament befreit werden) kann Ihre Tochter zwar über den Nachlass verfügen, sollte sie aber ohne eigenen Nachkommen versterben, geht das beim Tod Ihrer Tochter vorhandene Vermögen automatisch an den von Ihnen zu benennenden Nacherben über und nicht an die gesetzlichen Erben Ihrer Tochter. Nur so kann der absolute Ausnahmefall verhindert werden, dass Ihre geschiedene Ehefrau über das Erbrecht nach der Tochter an Ihr Vermögen kommt.

Ebenso sollten Sie eine Vertrauensperson mit der Testamentsvollstreckung bestimmen und dem Testamentvollstrecker genaue Anweisungen geben, wann er, welche Beträge Ihrer Tochter zur Verfügung stellen soll. Bedenken Sie dabei, dass der Testamentvollstrecker für seine Tätigkeit eine Vergütung aus dem Nachlass beanspruchen kann. Hierneben ist eine Testamentsvollstreckung gem. § 2210 BGB auch zeitlich auf maximal 30 Jahre beschränkt.

Allzu streng sollten Sie daher nicht mit den Auflagen im Testament sein. Ist Ihre Tochter zum Zeitpunkt des Eintritts des Erbfalls volljährig, könnte sie nämlich dann das Erbe ausschlagen und ihren Pflichtteil, der ja immerhin 50 % des Nachlasses beträgt, sofort verlangen.

Steuerlich hat Ihre Tochter nach der aktuellen Gesetzeslage einen Erbschaftssteuerfreibetrag von 400.000 €.

Damit Ihr Testament wirksam ist, müssen Sie es vollständig handschriftlich erstellen. Fassen Sie Ihren letzten Willen ausführlich und machen genaue Angaben über die vom Testamentvollstrecker vorzunehmenden Verfügungen.

Bestimmen Sie einen Ersatztestamentvollstrecker, falls die Person der ersten Wahl, das Amt nicht wahrnehmen möchte bzw. an der Ausübung gehindert sein sollte. Bedenken Sie die Befristung der Testamentsvollstreckung auf maximal 30 Jahre.

Verwahren Sie das Testament sicher, entweder in einem Bankschließfach und informieren Sie eine Vertrauensperson darüber oder hinterlegen Sie das Testament beim Nachlassgericht, wobei für die Hinterlegung bei Gericht Kosten anfallen.

Denken Sie daran, Ihre Tochter als Vorerbin von den Beschränkungen der Vorerbschaft zu befreien § 2136 BGB. Benennen Sie einen Nacherben und für den Fall dessen Vorversterbens, einen Ersatznacherben.

In der Regel werden Sie wohl die Abkömmlinge Ihrer Tochter nach der gesetzlichen Erbfolge in erster Linie als Nacherben bestimmen wollen. Für den Fall, dass Abkömmlinge Ihrer Tochter noch nicht vorhanden sind, müssen Ersatznacherben bestimmt werden.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias Rösemeier, Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Tobias Rösemeier
Fachanwalt für Familienrecht

Nachfrage vom Fragesteller 14.11.2013 | 19:55

Lieber Herr Rösemeier,

zunächst vielen Dank. Man spürt, dass Ihnen die Sache, der Beruf Freude bereitet ...

.-)

Ein Nachfrage ... wäre in der Tat, wie das ist, sollte meine Tochter mit 18 (jetzt ist sie 6) das Erbe ausschlagen und den Pflichtteil will.

Denn das wäre genau nicht in meinem Sinne: Je später das Kind das Geld bekommt, desto besser (denn Altersweisheit hat man weder mit 18 noch mit 28).

Lässt sich da etwas "vorsorgen"?

Lieben Dank, und guten Abend noch


LLL

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.11.2013 | 06:57

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Ich kann gut verstehen, dass Sie genau dies vermeiden wollen, aber hier ist leider die Grenze des rechtlich Möglichen erreicht.

Die Möglichkeit das Erbe auszuschlagen und den Pflichtteil zu beanspruchen, lässt sich kaum ausschließen.

Einzig der Abschluss eines Erbvertrages wäre möglich, der allerdings erst bei Volljährigkeit der Tochter geschlossen werden kann.

Ein Erbvertrag ist ein verbindlicher Vertrag zwischen künftigem Erblasser und künftigem Erbe.

Sie sollten im wohlverstandenen Sinne daher überdenken, welche Anordnungen Sie testamentarische treffen wollen und wie weitreichend diese sein sollen.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Rösemeier
-Rechtsanwalt-




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Bewertung des Fragestellers 15.11.2013 | 07:39

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"Verständlich, freundlich geschrieben. Nicht super-detailliert, aber doch mit vielen praktischen Hinweisen (Testament: 30 Jahre, Vorerbe etc.). Insgesamt sehr gut. Danke!"
Stellungnahme vom Anwalt:
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 15.11.2013
5/5,0

Verständlich, freundlich geschrieben. Nicht super-detailliert, aber doch mit vielen praktischen Hinweisen (Testament: 30 Jahre, Vorerbe etc.). Insgesamt sehr gut. Danke!


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