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Testament - Alleinerbe?


14.01.2005 17:28 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Christian Kah



Hallo!
Ich benötige dringend einige Antworten.
Es existieren zwei Brüder: Sohn A. und Sohn B. (welcher ICH bin).
Unsere Eltern haben am 26.März 1974 ein Testament errichtet.
Mein Vater ist im Januar 1999 und meine Mutter am 20.Februar 2002 gestorben.

Ich schreibe erstma im Folgenden den Inhalt des Testaments auf (mit Kommentaren in den Klammern), danach meine Fragen:

Die Eheleute (meine Eltern also) erklären ihren letzten Willen mündlich (vor dem Notar also) wie folgt:

§1
Wir setzen uns hiermit gegenseitig zu Alleinerben ein.

§2
Erbe des zuletzt Versterbenden von uns soll sein, unser Sohn A.

§3
Unser Erbe ist verpflichtet, innerhalv von 1 1/2 Jahren nach der letzten Testamentseröffnung an unseren Sohn B., einen Betrag in Höhe von 1.500 Mark auszuzahlen.

§4
Den noch vorhandenen Hausrat, Wäsche sowie noch vorhandenes Sparvermögen erhalten unsere beiden Söhne je zur Hälfte.

§5
Weitere Bestimmungen wollen wir nicht treffen.
An eine Verfügung von Todes wegen sind wir bisher nicht gebunden.


Nun meine Fragen:

1. MUSS mein Bruder (Sohn A.) mir denn wirklich die 1.500 Mark (§3) auszahlen, kann ich die Auszahlung verlangen? (Er weigert sich dies zu tun)
Es steht nicht für welchen Zweck er das überhaupt tun soll.
Ist diese Regelung überhaupt Rechtens/rechtsgültig? Denn meine Eltern können doch nicht einfach so bestimmen "Ja wir möchten dass der eine dem anderen Geld zahlt." Und keiner der beiden Söhne weiss davon.

2. zu §4: Wie komme ich denn nun an das Geld vom Konto meiner Mutter (zuletzt verstorbene Person §1)?
Mein Bruder kümmert sich nicht um eine Auszahlung, mit ihm ist auch kein reden möglich. Über seine Anwältin kam jetzt eine Antwort: Da mein Bruder Alleinerbe ist und mir allerhöchstens ein Pflichtteilsergänzunganspruch von 1/8 zusteht.

a) Wie kann denn mein Bruder überhaupt zum Alleinerbe werden wenn ich dennoch etwas erben soll (§4)? Ist mein Bruder da wirklich Alleinerbe, weil er als Erbe in $3 steht?

b) Steht mir denn trotzdem DIE HÄLFTE des Sparvermögens (Konto) zu (§4) obwohl mein Bruder Alleinerbe ist? Oder hät ich wirklich nur Anspruch auf 1/8?

c) im Falle mir steht wirklich die Hälfte aus §4 zu, wie komme ich an das Geld ohne Klage erheben zu müssen? Muss hier ein Mahnverfahren gegenüber meinem Bruder eingeleitet werden? (er zahlt ja nicht freiwillig) oder kann ich sogar mit dem Testament zur Bank gehen und mir bedenkenlos die Hälfte vom Konto meiner Mutter holen ohne dass mein Bruder mit dabei ist?


Bitte helfen Sie mir was ich hier tun muss um nicht Probleme mit meinem Bruder´s Anwältin zu bekommen und ich an das Geld aus §4 komme.
Es handelt sich im übrigen um rund 2.500 Euro. Eigentlich lächerlicher Betrag, dafür dass ich sonst nichts bekomme habe, sondern alles mein Bruder!

Vielen Dank!!




-- Einsatz geändert am 14.01.2005 17:48:05

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Guten Abend,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ausweislich des Testamentes sollten Hausrat, Wäsche und noch vorhandenes Sparvermögen an beide Söhne je zur Hälfte vermacht werden.
Sie haben also Anspruch auf eben diese Hälfte gem. § 4.
Zusätzlich haben Sie seit geraumer Zeit einen direkten Zahlungsanspruch i.H.v. 1500,- DM (heute entspr. € Betrag) gegen A. So haben es die Erblasser im Testament wirksam verfügt.

Nun zu Ihren Fragen im Einzelnen:

1)
Sie haben einen Zahlungsanspruch i.H.v. 1500,- DM gegen A. Ihre Eltern hatten per Testament verfügt, dass er diesen Betrag zum Ausgleich an Sie zahlt. Eine solche Verfügung ist wirksam, zumal hier ein Notar bei der Erstellung mitgewirkt hat.Es handelt sich um ein Vermächtnis, da Sie selbst nicht Erbe geworden sind.

2)
Ihr Anspruch aus dem Vermächtnis richtet sich gegen den Nachlass. Dieser wiederum ist im Besitz von A, so dass Sie Ihren Anspruch gegenüber A geltend machen müssen. Über das Konto Ihrer Mutter können Sie nicht verfügen.
a)
Ihr Bruder ist Alleinerbe, da § 4 keinen Erbanspruch regelt sondern einzelne Vermögenswerte vermacht werden. Es handelt sich also um keinen Erbanspruch sondern vielmehr um eine Art Schenkung.
b)
Bzgl. des Vermächtnisses aus § 4 steht Ihnen die Hälfte zu.
Bzgl. des restlichen Nachlasses haben Sie lediglich einen Pflichtteilsanspruch i.H.v. der Hälfte des gesetzlichen Erbteils.
c)
Zur Bank können Sie leider nicht gehen. Sie müssen den Anspruch wohl gerichtlich z.B. per Mahnbescheid gegen A durchsetzen.
Gleiches gilt übrigens auch für Ihren Anspruch auf die 1500,- DM.

Ich hoffe, Ihre Anfrage hinreichend beantwortet zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Christian Kah
Rechtsanwalt
www.net-rechtsanwalt.de
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