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Terror einer Kollegin

| 21.01.2009 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Mirko Ziegler


Die Frage stelle ich für mich und meine 4 Kollegen. Eine junge Türkin die im Dez. ein Baby bekommen hat und erst Teilzeit arbeiten wollte hat sich, nachdem man mich in Teilzeit/nur vormittags, eingestellt hatte entschieden plötzlich doch wieder ganztags zu kommen für 30Stunden. Nun aber kommt sie seit zwei Wochen ständig mit anderen Bedingungen die sie dem Abteilungsleiter vorträgt. Alle Kollegen sind sauer und genervt weil wir alle unter Druck gesetzt werden wegen ihr. Ihr Kind wird vom Ehemann zuhause betreut und sie will aber Ihre Arbeitszeit so legen wie es ihr inden KRam passt. Dafür sollen die anderen Mitarbeiter sich Ihren Arbeitszeiten anpassen und entweder länger oder mehr arbeiten. Von mir möchte sie dass ich vormittags gar nicht arbeite sondern nur in den Abendstunden. Der Abteilungsleiter hat leider kein Durchsetzungsvermögen und kennt sich rechtlich überhaupt nicht aus. ER dreht sich wie ein Fähnchen im Wind. Urlaub nehmen darf auch keiner bevor sie nicht weiss wie und wann sie Urlaub haben möchte. Ist so eine bevorzugte Behandlung zulässig und kann Sie sich überhaupt die ARbeitszeiten aussuchen und von den Kollegen verlangen dass die so arbeiten wie sie es nicht will? Es ist eine Kleinfirma mit 6 Mitarbeitern gesamt. Erbitte kurze rechtliche Stellungnahme, damit wir wissen wie wir zu reagieren haben.

Sehr geehrte Fragestellerin,

gern beantworte ich Ihre Frage unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie des Einsatzes wie folgt:


Zunächst besagt der arbeitsrechtliche Gleichbehandlungsgrundsatz, dass eine willkürliche, sachfremde Schlechterstellung einzelner Arbeitnehmergruppen gegenüber anderen einzelnen Arbeitnehmern verboten ist, wenn sich diese in einer vergleichbaren Lage befinden.

Ich vermag hier zwischen Ihnen und allen Ihren Kolleginnen keinen markanten Unterschied zu erkennen. Dies trifft insbesondere auch auf die Kollegin zu, deren Verhalten hier zu Missstimmungen geführt hat. Nach Ihren Angaben betreut nämlich der Vater das Kind, so dass aus diesen Gründen an sich keine Folgen für die Arbeit der Kollegin ergeben dürften. Alle Angestellten im Betrieb dürften daher in einer vergleichbaren Lage sein.

Dass Arbeitnehmer unterschiedlich behandelt werden dürfen, ist aber nicht per se ausgeschlossen. So kann eine unterschiedliche Behandlung etwa durch unterschiedliche Betriebszugehörigkeit etc. gerechtfertigt sein. Ob in Ihrem Fall Gründe vorliegen, die eine Ungleichbehandlung zulassen würden, vermag ich von hier aus nicht zu beurteilen, da hierzu weitere Informationen von Nöten wären.

Aber selbst wenn ein solcher Grund gegeben sein sollte, muss der Grund zu der eingetretenen Folge in einem angemessenen Verhältnis stehen. Dies ist anhand Ihrer Schilderungen ernsthaft zu bezweifeln.

Das Verlangen die Arbeitszeit der Mehrzahl der Kolleginnen an die Wünsche und Bedürfnisse einer Einzelnen anzupassen dürfte bereits außer Verhältnis stehen.
Betrachtet man zusätzlich, dass es sich bei Ihrem Betrieb um einen Kleinbetrieb handelt, der erfahrungsgemäß schlechter auf derartige Wünsche eingehen kann, erscheint das Verlangen der Kollegin umso abwegiger.

Hinzu kommt, dass überhaupt nur auf solche Wünsche eingegangen werden kann, wenn die damit verbundenen Änderungen des Arbeitsverhältnisses noch vom geschlossenen Arbeitsvertrag und von dem sogenannten Direktionsrecht des Arbeitgebers umfasst sind.

Auch hierzu gibt der Ihrerseits geschilderte Sachverhalt Anhaltspunkte. Sie schreiben, Mitarbeiter müssten länger oder mehr arbeiten. Hier sollten die Mitarbeiter die neu gestellten Anforderungen mit den im Arbeitsvertrag vereinbarten abgleichen, um feststellen zu können, ob den Anweisungen zu folgen ist.

Sind die Änderungen noch vom Arbeitsvertrag gedeckt, so kann der Arbeitgeber nämlich an sich (selbstverständlich in den Grenzen des geltenden Rechts) die Art und Weise der Arbeitsleistung bestimmen. Hiervon wäre unter Umständen auch die Verlegung der Arbeitszeit umfasst. Mehrarbeit dürfte aber in den seltensten Fällen dauerhaft angeordnet werden.

Ihre Kollegin jedenfalls ist nicht in der Position sich die Arbeitszeit aussuchen zu dürfen und anderen Vorschriften zu machen. Dies ist, wie erwähnt, einzig Sache des Arbeitgebers.

Sie können Ihren Abteilungsleiter selbstverständlich an die gesetzlichen Vorgaben erinnern (Stichwort Gleichbehandlung) und den Hinweis erteilen, dass die ungerechtfertigte Differenzierung auch Gegenstand eines Arbeitsrechtsprozesses sein kann. Ob dies in Ihrem Fall allerdings angeraten erscheint (insbesondere vor der Tatsache, dass Sie als Kleinbetrieb u. U. nicht dem Kündigungsschutzgesetz unterfallen) kann von hier nicht sicher beurteilt werden.

Ich rate Ihnen die Angelegenheit eingehend von einem Rechtsanwalt Ihrer Wahl bearbeiten zu lassen, damit Ihre und die Rechte Ihrer Kolleginnen angemessen gewahrt bleiben. Gern würde sich meine Kanzlei Ihrer Sache annehmen. Im Nachgang könnte auch geklärt werden, welches taktisch der richtige Weg ist.
Bei einer weiteren Mandatierung würden die Gebühren für diese Erstberatung vollumfänglich auf die weiteren Kosten angerechnet werden.

Ich hoffe, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschafft zu haben.

___

Gern können Sie mich bei Rückfragen oder einer gewünschten Interessenvertretung kontaktieren. Nutzen Sie hierzu die kostenlose Nachfragefunktion, die persönliche Beratungsanfrage oder die kanzleieigenen Kontaktmöglichkeiten. Beachten Sie bitte, dass im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion nur Fragen beantwortet werden können, die den Regeln dieses Forums entsprechen.

An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt, dass diese Internetplattform eine eingehende, rechtliche Beratung nicht ersetzen kann, sondern vielmehr der ersten rechtlichen Orientierung dienen soll.
Das Hinzufügen oder Weglassen von Informationen kann das Ergebnis der juristischen Bewertung beeinflussen und sogar zu einem völlig gegensätzlichen Ergebnis führen. Die hier gegebene Antwort basiert vollständig auf Ihren eigenen Angaben.

Bewertung des Fragestellers 28.01.2009 | 16:50

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