Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.122
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Terrasse bei Niveauunterschied (2)


| 14.09.2006 19:20 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht



Wie ich schon einmal berichtet habe, habe ich Probleme mit einem Bauvorhaben meiner Nachbarn. Ich schrieb bereits:

"Meine Frau und ich besitzen seit 1998 ein mit einem Einfamilienhaus bebautes Grundstück in der **** in Berlin. Das Haus wurde etwa 1966 erbaut, und zwar so, dass eine Giebelwand direkt an das sich bereits auf dem Nachbargrundstück befindende Einfamilienhaus aus den 1930er Jahren anstößt – auf den ersten Blick sehen die Häuser wie zwei Doppelhaushälften aus, sie sind jedoch rechtlich völlig selbstständig und besitzen kein Gemeinschaftseigentum.
Das Nachbarhaus ist eingeschossig geplant und besitzt ein etwa 1 Meter über dem Bodenniveau des Gartens beginnendes Hochparterre. Um bei unserem Haus zwei tagesbelichtete Vollgeschosse zu ermöglichen und gleichzeitig die Traufhöhe identisch zu gestalten, wurde beim Bau auf der zum Garten weisenden Seite auf unserem Grundstück Erde abgetragen, so dass sich in Höhe der Hauswand ein Niveauunterschied zwischen beiden Grundstücken von ca. 1 Meter ergibt.

Unsere Nachbarn, die Eheleute ****, bauen nun an ihre Hauswand anschließend in Höhe des Hochparterres (also ca. 1 Meter über seinem Bodenniveau) und direkt an die Grundstücksgrenze anschließend (also quasi „in die Ecke“ seines Grundstückes) eine Art Terrasse von etwa 10-12 Quadratmeter in Form eines Holzständerwerkes mit Bohlendckung. Von uns aus gesehen befindet sich diese Terrasse über 2 Meter über unserem Bodenniveau, stellt sich also als Balkon dar.
Unser Nachbar hatte vor etwa 2 Jahren diesen Bau angedeutet, wir hatten damals sehr deutlich klargemacht, dass wir damit nicht einverstanden sind. Die jetzigen Baumaßnahmen hat er, ohne uns zu kontaktieren, begonnen, obwohl er vor 2 Jahren angekündigt hat, dass er uns an der Planung beteiligen werde."

Nach einigen Schwierigkeiten mit den Mitarbeitern des Bauamts befasst sich inzwischen der Abteilungsleiter mit dem Problem; in einem längeren Telefongespräch stimmte er zwar dem von mir vorgetragenen Einwand, dass eine Terrasse mit einer Höhe von über einem Meter ein einem Gebäudeteil vergleichbares Bauteil darstellt und deshalb Abstandsflächen und eine Baugenehmigung notwendig seien, zu, vertrat aber andererseits die Ansicht, dass die Grundlage für die Messung nicht das unsererseits beim Bau niedriger gelegte Niveau darstelle, sondern das natürliche Bodenniveau des Nachbarn; ein Niveauunterschied zu unserem Grundstück könne also durchaus deutlich über dem besagten einen Meter liegen, ohne dass Abstandsflächen notwendig seien, da wir den größeren Niveauunterschied ja zu verantworten hätten. (Unterlagen über den Bau oder damals getroffene Abreden besitze ich leider nicht, der Niveauunterschied bestand aber bereits schon zu der Zeit, als mein Nachbar und ich die Häuser gekauft haben).
Für mich wichtig ist die Beantwortung ff. Frage: Gibt es Präzedenzfälle bzw. Urteile, die in vergleichbaren Fällen die Messung von dem abgesenkten Bodenniveau, nicht vom natürlichen Bodenniveau aus, vorsehen?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Präzedenzfälle/Urteile für den Raum Berlin, die etwas über die Bestimmung der Geländeoberfläche sagen, sind mir nicht bekannt, die juristischen Urteilsdatenbanken geben hierzu ebenfalls nichts her. Die maßgebliche Geländeoberfläche wird nämlich, sofern im Bebauungsplan hierzu nichts festgesetzt wurde, nach pflichtgemäßem Ermessen durch die Bauaufsichtsbehörde im Baugenehmigungsverfahren oder sonstigem Verfahren festgesetzt (vgl. z.B. VG Berlin, Urteil vom 28.06.1972, Az.: XIII A 11.72). Da in den Bauordnungen der BRD, in denen eine Definition der "Geländeoberfläche" enthalten ist, das natürliche Bodenniveau als Geländeoberfläche definiert ist, wäre eine entsprechende Festlegung seitens "Ihrer" Baubehörde, wie von ihr bereits signalisiert, nicht ermessensfehlerhaft und somit nicht angreifbar.

Sie werden daher leider höchstwahrscheinlich auf bauordnungsrechtlichem Weg nichts gegen das Vorhaben Ihrer Nachbarn unternehmen können.

Auch wenn diese Antwort für Sie wenig erfreulich ist, hoffe ich, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte. Für einer Nachfrage stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Jana Laurentius
(Rechtsanwältin)
Bewertung des Fragestellers 06.05.2017 | 10:14


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 06.05.2017 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER