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Telekom Forderung von 2001 über 10.860 Euro RA Seiler kompliz. Fall


28.11.2009 19:48 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dennis Meivogel



Während meines Studiums war ich 2000 im Ausland. Zu dieser Zeit wohnte ich in einer WG, wo während meiner Abwesenheit eine Telefonrechnung von ca. 8.000 DM auf meinen Namen verursacht wurden.

Damals wurden einige Anschlüsse der telekom von fremden Personen irgendwie angezapft. Ich bat die Telekom um Klärung diesbezüglich. Es wurde zwar ein Techniker vorbeigeschickt, ich habe aber niemals eine Dokumentation erhalten. Jedenfalls begann ich mit einer Ratenzahlung von 30 DM monatlich.

Nachdem ich nicht mehr bezahlen konnte, schaltete die telekom 2001 den RA Seiler und Kollegen ein. Dieser drohte mir, das BAföG pfänden zu lassen. Aus Angst, das Studium abbrechen zu müssen, vereinbarte ich eine Ratenzahlung.

Ich habe leider keinerlei Unterlagen mehr, diese gingen bei meinen Umzügen verloren.

Das einzige Schreiben, das mir noch vorliegt, ist eine Kostenaufstellung aus dem Jahr 2005. Darin ist die Hf (Hauptforderung?) vom 11.10.01 mit 5.900,37 EURO aufgeführt. Zuzüglich Gerichtskosten, F-Androhungen, Zinsen usw. war der Stand am 21.2.05 eine Forderung in Höhe von 8.314,17 EURO.

Ich zahlte stillschweigend jeden Monat 25 Euro, bis auf letzten Monat. Ich erhielt wieder eine Mahnung, woraufhin ich am 13.11.09 um Stundung bat.

Daraufhin erhielt ich ein Schreiben vom 26.11.09, in dem mir die Ratenzahlungsvereinbarung gekündigt wurde und weitere Maßnahmen angedroht werden, sofern ich nicht 60 Euro bis zum 10.12.09 bezahle.

Die Gesamtforderung liegt nun bei 10.824,61 EURO!

Ich habe kein Einkommen, bin verheiratet in Gütertrennung. Meine Frau hat eine Rechtschutzversicherung, aber ob die den Fall übernehmen würde?

Was kann ich tun. Ich habe ein mail an RA Seiler vorbereitet mit folgendem Inhalt:

"Sehr geehrter Herr Seiler,

zu Ihrer Forderung vom 26.11.2009 in Höhe von 10824,61 Euro teile ich Ihnen folgendes mit:

Im Jahre 2000 erhob die Telekom eine Forderung in Höhe von 3116,81 (5900,37 EURO) . Einen Nachweis der Kostenentstehung dieser überzogenen Forderung haben Sie im Übrigen bisher nicht erbracht.
Da ich mich zu dem fraglichen Zeitraum nachweislich nicht in Berlin befand, erbat ich einen Nachweis der Entgeltforderungen nach § 16 der TKV. Die Telekom ließ die Leitung daraufhin von einem Techniker überprüfen, eine Dokumentation der Prüfung wurde mir aber niemals vorgelegt.
Als Sie diesen Fall am 11.01.2001 übernahmen, drohten Sie mir mit einer Pfändung meines damaligen BAföG-Bezuges. Durch diese Einschüchterung aktezptierte ich eine Ratenzahlung, weil ich befürchtete, mein Studium vorzeitig beenden zu müssen. Erst viel später erfuhr ich, dass Sozialleistungen gar nicht pfändbar sind.
Seitdem überweise ich monatliche Raten in Höhe von 25 Euro, vorher 30 DM. Die ursprüngliche -ungerechtfertigte- Forderung sollte also abgegolten sein.
Sollten Sie weiterhin Mahnungen schicken, werde ich rechtliche Schritte einleiten und meine bisher gezahlten Raten zurückfordern. Auch werde ich nicht scheuen, diesen Fall der Verbraucherzentrale mitzuteilen.
Im Übrigen weise ich Sie nochmals darauf hin, dass ich über keinerlei Einkünfte verfüge, wie ich Ihnen bereits am 13.11.09 per e-mail mitteilte."


Wie erwähnt, habe ich keine Unterlagen mehr. Auch über die Höhe der Hauptforderung nicht. Die Hauptforderung müßten ca. 8000 DM gewesen sein, daher verstehe ich nicht, wie Hr. Seiler auf 5.900,37 EURO kommt.

Habe ich eine Chance, da wieder rauszukommen. Oder ist die Ratenzahlungsvereinbarung ein Schuldanerkenntnis und ich muss die ganze Summe zahlen?

Vielen Dank im Voraus!
Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Fragen wie folgt:

Im Rahmen eines Rechtsstreits wäre in jedem Fall zu prüfen, woraus sich der Anspruch der Telekom ergibt. Insofern dürften die Untersuchungsergebnisse des Technikers der Telekom interessant sein. Wenn Sie also nunmehr die Zahlungen einstellen und die Telekom die Forderung einklagen lässt, so wäre in einem Prozess zu klären, ob Sie die Leistungen der Telekom in Anspruch genommen haben, oder ob tatsächlich ein Eingriff durch Dritte vorgelegen hat. Es ist aber davon auszugehen, dass die Untersuchung vorliegend zu dem Ergebnis geführt hat, dass die Telefondienstleistungen von Ihnen in Anspruch genommen worden sind. Anders ist es nicht zu erklären, dass die Telekom den Anspruch weiterverfolgt.

Die seit 2000 geltend gemachte Forderung kann durch Verzugszinsen und Kosten schnell auf die genannte Höhe anwachsen. Von daher kann bei einer Hauptforderung in der genannten Höhe tatsächlich – trotz Zahlung eines monatlichen Ratenbeitrages - eine Forderung wie sie nun geltend gemacht wird entstehen.

Die von Ihnen geleisteten Zahlungen stellen natürlich ein starkes Indiz für die Verursachung durch Sie dar. Allerdings haben Sie in Ihrem Schreiben an den gegnerischen Anwalt deutlich gemacht, weshalb die Zahlungen erfolgt sind. Ein Schuldanerkenntnis wird man in den Zahlungen daher nicht sehen können.

Letztlich kommt es darauf an, ob Sie beweisen können, dass die Kosten nicht von Ihnen verursacht worden sind. Die Telekom wird wahrscheinlich darlegen und beweisen können, dass die Überprüfung durch den Techniker keine Unregelmäßigkeiten zutage gebracht hat. In diesem Fall werden Ihre Vermutungen nicht erheblich sein, Sie müssten vielmehr belegbar, tatsächlich beweisen können, dass die Kosten durch einen illegalen Eingriff erfolgt sind. Wenn Sie dies nicht können, so werden Sie aller Voraussicht nach verurteilt und müssen den gesamten Betrag zahlen.

Um selbst zu überprüfen, wie sich eine Forderung durch Verzugszinsen über die Jahre entwickeln kann, können Sie den Zinsrechner auf der Seite www.basiszinssatz,de nutzen.

Nachfrage vom Fragesteller 28.11.2009 | 22:43

Sehr geehrter Herr Meivogel,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Die e-mail an RA ist bisher nur ein Entwurf und noch nicht abgeschickt. Kann die Formulierung so stehen bleiben oder soll ich noch etwas zufügen oder weglassen?

Die ursprüngliche Forderung betrug ca. 8.000 DM, RA Seiler hat daraus 5.900,37 EURO gemacht. Auch die ersten Kosten aus dem Jahr 2001 sind in Euro aufgeführt, aber meiner Meinung nach viel zu hoch (müßten auch noch eigentlich DM sein).

Wie auch immer, was kann ich nun tun?
Soll ich weiter zahlen?
Oder soll ich es auf einen Rechtstreit ankommen lassen?
Ich konnte doch belegen, dass ich zur fraglichen Zeit überhaupt nicht in Deutschland war, nur der Anschluss lief auf meinen Namen...

RA Seiler ist ja bekannt dafür, dass er ungerechtfertigte Forderungen stellt, soweit mir bekannt ist.

Wie stehen meine Chancen? Die technische Prüfung der telekom ergab mit Sicherheit für mich keinen Vorteil...

Wie gesagt, ich bin ohne eigenes Einkommen.
Wann verjährt eine Forderung?
Wie schätzen Sie meine Chancen ein, bitte möglischt realistisch?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2009 | 16:45

Sehr geehrter Fragesteller,

die Mail können Sie so abschicken. Die wesentlichen Aspekte, nämlich Ihre Zweifel an der Verursachung der Kosten, der Aufforderung einen Nachweis der Entstehung der Kosten vorzulegen und der Umstand, dass Sie nur wegen der Einschüchterung gezahlt haben, sind enthalten.

Verjährung tritt nach Ablauf von 3 Jahren seit dem Schluß des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist, ein. Die verjährung beginnt aber nur zu laufen, wenn die Forderung nicht geltend gemacht wird und der Anspruchsgegner nicht zahlt bzw. verhandelt. In Ihrem Fall ist daher keine Verjährung eingetreten.

Es ist im Rahmen dieses Forums, ohne Sichtung der bisherigen Korrespondenz und Prüfungsmöglichkeit der Unterlagen etc., schwer bis unmöglich Ihre Chancen realistisch einzuschätzen. Allerdings ist es für mich wichtig Sie darauf hinzuweisen, dass nur der Umstand, dass Sie zur fraglichen Zeit nicht in Deutschland waren, Sie nicht davon entbindet Kosten zu zahlen, wenn in Ihrer Abwesenheit jemand Zugang zu Ihrem Anschluss hat. Sie sind letztlich Vertragspartner und müssen die Zugriffsmöglichkeiten steuern. Anders wäre es natürlich bei einem illegalen Zugriff Dritter (s.o.)

Sie müssen daher überlegen, ob Sie dem Anspruch wirklich etwas entgegensetzen können. Nur dann wäre ein Rechtsstreit sinnvoll. Wenn nicht, dann rate ich Ihnen zu zahlen, um weitere Kosten zu verhindern. Allerdings ist die Schuld mit geringen Raten nicht in den Griff zu bekommen, da weitere Zinsen auflaufen. Vielleicht könnten Sie sich aus dem Familienkreis etwas leihen und einen Vergleich anbieten.

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