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Telefonakquise B2B - was ist konkret für mein Business erlaubt?

| 20.02.2018 20:51 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von


Zusammenfassung: Kaltaquise

Hallo,

ich bereite gerade 2 neue Projekte vor.

Dabei geht es um 360 Grad Aufnahmen für 1.) feelyourresort.de (Hotels etc.) und 2. seethetaste.de (für Restaurants), sowie werden Image-Videos erstellt ( + andere Dienstleistungen z.B. Homepage erstellen,digitale Speisekarten)

Dafür habe ich vor Telefonaquise zu betreiben (B2B Bereich), wobei mir die Abgrenzung nicht ganz geläufig ist.

Ich weiss, dass es im B2B Bereich erlaubt ist, sofern von einem Interesse beim Angerufenen auszugehen ist, diese Formulierung ist aber im Gesetz sehr schwammig formuliert. Ich habe zb gelesen, dass ein Betreiber von einem Webkatalog abgemahnt wurden ist, weil er einen Inhaber von einem freiem Eintrag in seinem Katalog angerufen hat (kostenloser Eintrag),um einen kostenpflichtigen Eintrag zu verkaufen. Er ging davon aus, dass Interesse bzw ein direkter Bezug bestehen müsste, wurde aber vor Gericht kostenpflichtig abgemahnt, da es unendlich viele Webkataloge im Internet gibt und daher nicht davon auszugehen sei, dass ein Eintrag automatisch Interesse an einem kostenpflichtigen Eintag hat.

Das zeigt mir, dass das Gesetz sehr schwammig ist und hier Vorsicht zu walten ist.

Was ich nun konkret wissen möchte, wenn ich mir Telefonnummern von Hotelinhabern, Apartment-Vermietern und Restaurantbetreibern (Bistro etc.) aus dem Internet heraus suche (z.b. GoogleMyBusiness , Booking,com, direkt über Google etc.), darf ich diese anrufen (B2B) und versuchen meine Dienstleistungen am Telefon zu bewerben? Da ich ja digitale Medien für Hotels und Restaurants erstelle und ich die Betreiber von diesen anrufe, wäre das erlaubt oder ist das abmahnbar?

Ich würde ein Callcenter beauftragen, die diese Aufgabe der Kaltakquise am Telefon für mich übernehmen. Die Wahl liegt evtl.auf deutschsprachigen Callcenter aus Kosovo oder England? Ist hier noch etwas zu beachten, wenn diese in meinem Namen für mich anrufen oder würde das keinen Unterschied machen?

Ich brauche hier ganz konkrete Angaben für mein Business und keine allgemeinen Angaben, da ich diese schon online recherchiert habe. Ich bin immer wieder auf den Tipp gestossen, einen Anwalt für Wettbewerbsrecht zu kontaktieren, der dann ganz konkret meinen Fall bewertet und mir eine rechtsverbindliche Auskunft geben kann,die ich hiermit anfrage.

Danke und Gruss, D.K.

Einsatz editiert am 21.02.2018 20:15:07
22.02.2018 | 19:50

Antwort

von


(674)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie haben richtig recherchiert, dass bei einer Kaltaquise Vorsicht geboten ist und dass hier das Gesetz "schwammig" ist. Bei solchen Auslegungstatbeständen ist die Rechtsprechung gefragt und daraus ergibt sich dann, was erlaubt ist oder nicht. Das hilft Ihnen nicht weiter, denn es findet immer eine Einzelfallbetrachtung statt, d.h. dass das Gericht jeden Einzelnen, den Sie angerufen haben, auf ein potentielles Interesse hin überprüfen würde. Zudem würde überprüft werden, ob dieser in unzumutbarer Weise belästigt wurde, z.B. wenn erkennbar ist, dass er keine Werbung wünscht (hier wäre jede einzelne Website zu prüfen, was jedoch i.d.R. ein Callcenter gar nicht macht).

"Bei der Beurteilung der Frage, ob der Anrufer von einer mutmaßlichen Einwilligung des anzurufenden Gewerbetreibenden ausgehen konnte, ist auf die Umstände vor dem Anruf sowie auf die Art und den Inhalt der Werbung abzustellen. Maßgeblich ist, ob der Werbende bei verständiger Würdigung der Umstände annehmen durfte, der Anzurufende erwarte einen solchen Anruf oder werde ihm jedenfalls positiv gegenüberstehen (vgl. BGHZ 113, 282 , 286 – Telefonwerbung IV; BGH GRUR 2004, 520 , 521 – Telefonwerbung für Zusatzeintrag; BGH GRUR 2008, 189 Tz. 15 – Suchmaschineneintrag).", so der BGH.

Der BGH hat in seinem Urteil nämlich angeführt, dass gerade bei unbekannten Suchmaschinen/Anbietern nicht per se von einem Interesse des Kunden ausgegangen werden könne. Sie sind ja gerade erst noch am Anfang, sodass nicht davon ausgegangen werden kann, dass die Unternehmer juhu rufen und auf Ihren Anruf gewartet haben. Daher würde ich Ihnen dazu nicht raten können.

Die sicherste Art und Weise ist der altbewährte Brief.

Zudem habe ich festgestellt, dass man viel eher Post liest, als sich am Telefon Werbung anzuhören.

Außerdem können Sie dann von einem sichereren Interesse ausgehen, wenn die Firmen sich melden.

Ein jaja am Telefon nützt Ihnen werbetechnisch nichts.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Bewertung des Fragestellers 23.02.2018 | 21:05

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