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Telefon Buchung und widerrufsrecht


| 03.12.2006 14:57 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sabine Reeder



Hallo,

ich habe vor ca. 3 Wochen eine Nageldesign Schulung per Telefon gebucht.

Ich habe aber aus privaten Gründen nicht daran teilgenommen, es aber leider versäumt abzusagen.

Ich habe dann ein Einschreiben bekommen mit der Forderung binnen 7 Tagen den kompletten Preis für die Schulung zu bezahlen.

Ich habe daraufhin eine e-mail an die Anbieterin der Schulung geschickt und versucht, einen neuen Termin im Februar zubekommen damit der Streit vorrüber ist.
Darauf hat die Anbieterin sich aber nicht eingelassen.

Das einzige was sie mir angeboten hatte war binnen der 7 Tage zahlen und bis 31.01.07 eine "Ersatzschulung" zu buchen.
Da ich aber das Geld mittlerweile anderweitig ausgeben mußte ist das leider keine Option für mich. Auf einen späteren Ersatztermin mit späterer Zahlung lies sie sich nicht ein.

Ich habe keine schriftliche Buchungsbestätigung bekommen,
keine AGBs oder etwas anderes schriftliches.
Auch wurde ich weder schriftlich noch am Telefon über mein Widerrufsrecht informiert.
Ist eine solche Schulung eine "speziell für den Kunden angefertigte Ware"? Ich bezweifle dies ja da eine solche Schulung eher ein "Standardprodukt" ist.

Alles lief also fernmündlich.

Desweiteren versucht die Anbieterin mich in ihren eMails "einzuschüchtern", schreibt sie habe alle Gespräche mit mir protokolliert - auf welche Weise wollte sie nicht verraten - und droht mir mit einem negativen Schufa-Eintrag der ja langwierige Konsequenzen für mich hätte.

Was kann ich jetzt gegen die Forderung unternehmen bzw wie soll ich mich verhalten?
Das schreiben einfach zu ignoerieren wäre wohl nicht die richtige Reaktion.

Ist sie wirklich im Recht obwohl ich nie wusste, dass es verbindlich ist, obwohl ich nie einen Vertrag unterschrieben habe oder Agbs oder irgendetwas schriftliches bekommen habe??

Muss ich ihr das Geld zahlen obwohl ich nichts dafür bekomme?

Bitte helfen sie mir schnell..

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich unter Berücksichtigung Ihrer Angaben wie folgt beantworten möchte:

Nach Ihren Angaben gehe ich davon aus, dass es sich nicht um einen Vertrag über Fernunterricht handelt.

Gemäß § 312 b BGB handelt es sich um einen Fernabsatzvertrag, da dieser unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln abgeschlossen wurde. Gemäß § 312 d BGB steht Ihnen ein Widerrufsrecht nach § 355 BGB zu.

Da Sie nicht über das Widerrufsrecht belehrt wurden (dies hat der Unternehmer zu beweisen) hat die Frist für den Widerruf noch nicht zu laufen begonnen. Auch wenn die Gespräche „protokolliert“ wurden und damit eventuell auch eine Belehrung, so macht dies keinen Unterschied, da die Widerrufsbelehrung in Textform hätte erfolgen müssen.

Von daher sollten Sie der Anbieterin einen schriftlichen Widerruf per Einschreiben/ Rückschein schicken. Sollte sie nun daraufhin einen gerichtlichen Mahnbescheid schicken, so legen Sie Widerspruch dagegen ein und suchen einen Anwalt auf.

Gegenüber der Schufa können Sie vorsorglich mitteilen, dass Sie diese Forderung bestreiten. Die Schufa darf u.a. nur gemahnte und nicht bestrittene Forderungen eintragen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen. Gerne können Sie noch eine kostenlose Nachfrage stellen.


Mit freundlichen Grüßen

Sabine Reeder
Rechtsanwältin

Meine Antwort umfasst nur die Informationen, die mir zur Verfügung gestellt wurden. Für eine verbindliche Bewertung ist eine umfassende Sachverhaltsermittlung vonnöten, die im Rahmen einer Online-Beratung nicht möglich ist.

Nachfrage vom Fragesteller 03.12.2006 | 16:43

Hallo,

vielen Dank für die prompte Antwort. Sie haben mir sehr weitergeholfen.

Es wäre allerdings noch interessant zu wissen wie ich diesen Widerruf korrekt formuliere, so daß für die Anbieterin keine "Schlupflöcher" bleiben.
Am besten wären auch Gesetze die man zitieren könnte.

Also, vielen Dank nochmal für die schnelle und wirklich hilfreiche Antwort.. Sogar an einem Sonntag =)

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.12.2006 | 19:22

Gerne beantworte ich Ihre Nachfrage.

Schreiben Sie: "Hiermit widerrufe ich den Vertragsabschluss über die Nageldesignschulung vom xy fristgerecht gemäß 355 BGB."

Ich muss Sie auch darauf hinweisen, dass Ihnen kein Widerrufsrecht zusteht, wenn Sie den Vertrag als selbstständige Unternehmerin abgeschlossen haben, weil es dann kein Vertrag zwischen einem Verbraucher und einem Unternehmer ist. Dann sollten Sie bestreiten, dass es überhaupt zu einem Vertragsabschluss gekommen ist. Die Anbieterin müßte dies dann beweisen. Da kein schriftlicher Vertrag existiert dürfte dies schwierig sein.

Bewertung des Fragestellers |


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