Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Telearbeitsplatz nach Elternzeit/Gehaltskürzung


| 06.02.2006 21:07 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas Schwartmann



Sehr geehrte Damen und Herren,

am 02.05.2006 endet meine 4,5 jährige Elternzeit.
Bereits im Januar teilte ich meinem Arbeitgeber schriftlich meinen Wunsch auf Teilzeitarbeit mit. Mein Wunschmodell: dienstags und donnerstags jeweils 6 Stunden. Darüber hinaus könnte meine Arbeitskraft nur von zu Hause der Firma zur Verfügung stehen. Die einfache Wegstrecke zwischen Wohnort und Arbeitsplatz beträgt 1,5 Autostunden. Der ungewöhnliche Vorschlag meinerseits bezüglich der zwei Tage im Werk beruhen auf den hier noch sehr spärlichen Nachmittagsbetreuungsmöglichkeiten seitens des Kindergartens.
Vor der Geburt meines ersten Kindes war ich in Vollzeit als kaufm. Angestellte in diesem Unternehmen beschäftigt. Seit 1989 - mit Beginn der Ausbildung - gehöre ich diesem Unternehmen an.

Das Gespräch zu o.g. Arbeitszeitmodell fand letzte Woche statt.
Zu meinem Erstaunen machte man mir den Vorschlag, dass man gerade prüft, ob für mich ein kompletter Telearbeitsplatz (Heimarbeitsplatz) zur Verfügung gestellt werden soll. Basis: 25 Wochenstunden. Im Gegenzug müsste ich dann allerdings auf mein Recht verzichten, zu gleichen Konditionen - sprich Stundenlohn - weiterbeschäftigt zu werden, da die neue Tätigkeit dann nicht mehr der alten Stelle entspricht, bei der ich mehr verantwortungsvolle Tätigkeiten ausgeübt habe. Der neue Heimarbeitsplatz würde mehr ausführende (Fleiß-)Aufgaben beinhalten.
Sollte ich mich darauf nicht einlassen, dann könnte mir die Firma nur einen Vollzeitarbeitsplatz zur Verfügung stellen. Einen Arbeitsplatz nach meinem Modell (dienstags und donnerstags) würde es im Unternehmen nicht geben. Im Streitfalle - so der Personalchef - würde man das so begründen.

Ja, nun zu meiner Frage: Wenn ich mich auf diesen Heimarbeitsplatz einlasse, welcher für mich als Mutter von zei Kindergartenkindern natürlich ideal ist, verwirke ich dann gleichzeitig mein Recht auf Weiterbeschäftigung zu dem alten Gehalt? Kann die Firma das im Falle einer Klage tatsächlich so begründen, dass meine neue Tätigkeit ja weniger anspruchsvoll ist?
Gilt die Weiterbeschäftigung im Heimarbeitsplatz auch als Bestandteil des Teilzeitarbeitsgesetz und die Firma ist womöglich verpflichtet, mich auch bei weniger anspruchsvoller Tätigkeit nach alten Konditionen zu vergüten?
Verwirke ich dieses Recht durch eine Unterschrift bei einem neuen Arbeits(-platz)vertrages?

Ich hoffe auf eine wertvolle Antwort Ihrerseits!

Liebe Grüße

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Grundsätzlich haben Sie nach dem TzBfG einen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit, wenn der Arbeitgeber keine dringenden betrieblichen Gründe dagegen geltend machen kann. Der Anspruch bezieht sich aber nur auf Arbeitszeit, nicht auf den Arbeitsort. Einen Anspruch darauf, die verringerte Arbeitszeit in Telearbeit von zuhause aus zu leisten, haben Sie daher nicht.

Allerdings wird der Arbeitgeber Ihrem Wunsch nach Teilzeitarbeit nur widersprechen dürfen, wenn aus organisatorischen Gründen eine Verringerung der Arbeit, die Sie nach Ihrem Arbeitsvertrag zu leisten haben, nicht möglich ist. Ob dies der Fall ist und ob ggf. eine Telearbeit noch von Ihrem Arbeitsvertrag und dem dort umschriebenen Tätigkeitsbereich umfasst ist, kann ohne nähere Kenntnis Ihres Arbeitsvertrages leider nicht gesagt werden.

Unterstellt, daß im Arbeitsvertrag Ihr Arbeitsort in der Firma festgeschrieben ist, würde es sich also bei der Vereinbarung über die künftige Telearbeit um eine Vertragsänderung handeln, auf die Sie keinen Anspruch haben und für die Ihr Arbeitgeber Konditionen benennen kann. In diesem Fall würden Sie durch die Zustimmung zur Vertragsänderung natürlich Ihren Arbeitsvertrag abändern und Ihr Recht auf Weiterbeschäftigung zu den alten Konditionen durch die Vertragsänderung verlieren.

Genau dies wird Ihr Arbeitgeber im Sinn haben, da er Ihnen offenbar eine Vertragsänderung zu geänderten Konditionen anbietet. Darauf brauchen Sie sich nicht einlassen - dann besteht aber die Gefahr, daß Sie Ihren Anspruch auf Teilzeitarbeit (in der Firma) zunächst vor dem Arbeitsgericht durchsetzen müssen, da Ihr Arbeitgeber ja bereits mitgeteilt hat, daß er Ihren Antrag ablehnen wird, wenn Sie der Vertragsänderung nicht zustimmen.

Die Entscheidung über die Annahme des Angebotes bleibt Ihnen überlassen - Sie sollten sich aber darüber im Klaren sein, daß Ihnen ein Anspruch auf Heimarbeit nicht zukommen wird und nur um den Preis der Vertragsänderung zu schlechteren Konditionen möglich sein wird.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

A. Schwartmann
Rechtsanwalt




--
Rechtsanwalt A. Schwartmann
Gleueler Str. 249 D-50935 Köln
Tel: (0221) 355 9205 / Fax: (0221) 355 9206 / Mobil: (0170) 380 5395

<img src="http://www.andreas-schwartmann.de/logo.gif">
Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Eine ausführliche, aber nicht ausschweifende Antwort. Sehr gut verständlich und auf den Punkt gebracht. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER