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Telearbeit / Homeoffice

05.10.2012 10:18 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

momentan habe ich eine doppelte Haushaltsführung (Arbeitsplatz in X, Lebensmittelpunkt in Y).

Meine Arbeitssituation ändert sich Anfang nächstes Jahres, d.h. ich werde teilweise im HomeOffice in Y tätig sein. Der Telearbeitsvertrag sieht vor, dass ich durchschnittlich 2 Tage pro Woche im HomeOffice verbringe und die restlichen Tage in X oder anderen Standorten der Firma.

Die Fahrten zu den anderen Standorten sind Dienstreisen und werden von der Firma gezahlt.

Durchschnittlich werde ich also monatlich zwischen 6 und 12 Tagen in X verbringen. Nach einer Testphase wird es dann voraussichtlich weniger, durchschnittlich 4 - 6 Tage.

Wo liegt demnach meine regelmäßige Arbeitsstätte?In X oder Y oder weder noch?

Wie ist das steuerlich zu berurteilen? Gilt das als Auswärtstätigkeit?

Meine Wohnung in X löse ich auf (zu groß, zu teuer). Ist es u.U. sinnvoller sich ein möbliertes Zimmer in X zu nehmen und die doppelte Haushaltsführung fortzusetzen?

Vielen Dank für Ihre Beratung!

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des von Ihnen geschilderten Sachverhalts beantworten möchte:

Eine "regelmäßige Arbeitsstätte" ist der ortsgebundene Mittelpunkt der dauerhaft angelegten beruflichen Tätigkeit des Arbeitnehmers. Die regelmäßige Arbeitsstätte ist der Ort, an dem der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung zu erbringen hat; dies ist im Regelfall der Betrieb oder eine Betriebsstätte des Arbeitgebers, s. R 9 Abs. 4 LStR.

Nach dem BFH reicht allein der Umstand, dass der Arbeitnehmer eine Tätigkeitsstätte im zeitlichen Abstand immer wieder aufsuche, nicht für die Annahme einer regelmäßigen Arbeitsstätte aus. Dieser müsse vielmehr eine zentrale Bedeutung gegenüber den weiteren Tätigkeitsorten zukommen, BFH Urteil vom 9. Juni 2011 VI R 55/10 .
Deshalb übt ein Arbeitnehmer, der abwechselnd in verschiedenen Filialen seines Arbeitgebers tätig ist, eine Auswärtstätigkeit (ohne regelmäßige Arbeitsstätte) aus, wenn keine der Tätigkeitsstätten eine hinreichend zentrale Bedeutung gegenüber den anderen Tätigkeitsorten hat, siehe dazu BFH VI R 36/07.

In Ihrem Fall wird man, da Sie weit überwiegend in Ihrem Homeoffice und in X sitzen, nicht von einer reinen Auswärtstätigkeit ausgehen können.
Ihr Homeoffice kann jedoch keine regelmäßige Arbeitsstätte i.S.d. § 9 Abs. 1 S. 3 Nr. 4 EStG sein. Dies ergibt sich aus: BFH v. 9.6.2011 - VI R 55/10 : "Wird der Arbeitnehmer in seinem häuslichen Arbeitszimmer für den Arbeitgeber tätig (sog. Home-Office) stellt dieses häusliche Arbeitszimmer wegen der Einbindung in die Sphäre der privaten Wohnung keine betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers dar und kann somit keine regelmäßige Arbeitsstätte des Arbeitnehmers begründen. Unerheblich ist dabei, ob das häusliche Arbeitszimmer des Arbeitnehmers vom Arbeitgeber angemietet und anschließend dem Arbeitnehmer zur Nutzung überlassen wird."

Da Sie aber mehr als einen Tag pro Woche in X verbringen werden, ist nach den von der Rechtsprechung entwickelten und der Finanzverwaltung akzeptierten Grundsätzen BMF-Schreiben vom 15.12.2011 „Regelmäßige Arbeitsstätte bei mehreren Tätigkeitsstätten" (BMF v. 15.12.2011 - IV C 5 - S 2353/11/10010), davon auszugehen, dass Ihre regelmäßige Arbeitsstätte in X liegt.

Ob sich ein möbliertes Zimmer in X als sinnvoll erweist, wird nicht nur von steuerlichen Erwägungen abhängen.
Sofern eine zweite Wohnung aus beruflichen Gründen bezogen wird, können Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten geltend gemacht werden, § 9 EStG . Das sind bspw. Fahrtkosten für Heimfahrten, Miete und Renovierung. In Ihrem Fall wird offensichtlich nur die Miete einschlägig sein.

Ich hoffe, meine Antwort hat Ihnen weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüßen

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