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Teilzeitarbeit nach der Elternzeit

02.10.2009 14:01 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Dr. Danjel-Philippe Newerla


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin seit 7 Jahren als Industriekauffrau in einem Unternehmen mit ca. 200 Mitarbeitern beschäftigt. Seit April 2008 bin ich in Elternzeit, die im April 2010 endet. Vor Kurzem rief mich mein Arbeitgeber an und fragte mich, wie meine Pläne nach den zwei Jahren aussehen würden. Ich sagte, dass ich nach den zwei Jahren gerne Teilzeit arbeiten würde. Daraufhin wurde gesagt, daß in meiner "alten" Abteilung kein Bedarf wäre und in anderen Abteilungen auch nicht. (Die Situation in meiner "alten" Abteilung ist so, daß mir vor der Elternzeit gesagt wurde, daß die für mich eingestellte Mitarbeiterin (übernommene Auszubildene) einen Zweijahresvertrag bekomme. Ein paar Monate nach Beginn meiner Elternzeit wurde eine zusätzliche Mitarbeiterin eingestellt, die vormittags in dieser Abteilung arbeitet und nachmittags in einer anderen.) Ich sagte dann, daß ich den Antrag auf Teilzeit aber trotzdem nochmal schriftlich stellen würde. Daraufhin wurde gesagt, daß ich ja mal zu einem Gespräch vorbeikommen könnte. Vor dem Gespräch schickte ich meinem Arbeitgeber das Zeugnis einer Fernakademie über einen von mir während der Elternzeit belegten Fernkurs zur Fremdsprachkorrespondentin für Englisch zu, die IHK Prüfung mache ich gerade. In dem Gespräch ein paar Tage später gab ich meinen Antrag auf Teilzeit (4 Tage, Di-Fr, 8.00-12.15 Uhr) ab und ließ mir den Empfang auch bestätigen. Nun wurde mir gesagt, dass es ja positiv wäre, dass ich mich weitergebildet hätte, und daß eventuell in einer anderen Abteilung Kapazitäten wären, wenn ich denn bereit wäre nachmittags zu arbeiten. Man könne nicht alle aus der Elternzeit zurückkehrenden Mütter nur vormittags beschäftigen, die Ersten hätten eben Glück gehabt. (Alle bisher zurückgekehrten Mütter in der Verwaltung des Unternehmens arbeiten in ihrer "alten" Abteilung vormittags.) Ich sagte dazu, daß ich definitiv lieber vormittags arbeiten würde, aber wenn es nicht anders geht auch nachmittags. Ich müsste aber abklären, ob der bereits angemeldete Vormittagsplatz bei Tagesmutter und Kindergarten sich noch auf nachmittags ändern ließen und würde mich in den nächsten Wochen melden. Außerdem habe ich noch gesagt, dass es sich bei dem Antrag um meine Wunscharbeitszeiten handelt, über die man ja durchaus nochmal reden kann. Während des Gesprächs wurde dann auch noch gefragt, ob ich mich schon in anderen Firmen umgeschaut hätte, oder ob ich nicht noch das dritte Jahr Elternzeit einreichen wollte, was ich verneinte, ich bekam immer mehr das Gefühl, daß man mich loswerden will. Bezüglich der gewünschten 4 Tage Woche wurde gesagt, daß man das mit der jeweiligen Abteilung abklären müsste, es aber eher abgelehnt würde und bisher gäbe es so ein Modell auch noch nicht im Unternehmen. Ich wäre bereit, nachmittags zu arbeiten, mit Tagesmutter und Kindergarten geht das auch i.O., müsste aber unbedingt an einem Nachmittag frei haben, da ich an diesem Tag eine Eltern Kind Gruppe mit meiner Tochter besuche, die der Eingewöhnung im Kindergarten dient. Meine Frage ist nun, wie sehen meine Rechte aus bezüglich der Weiterbeschäftigung in Teilzeit nach der Elternzeit und bzgl. der 4 Tage Woche, wenn mein Arbeitgeber sagt, dass nun doch kein Bedarf besteht oder er nicht auf die 4 Tage Woche eingehen will?

Vielen Dank im Voraus.


Sehr geehrte Ratsuchende ,

vielen Dank zunächst für Ihre Anfrage!


Unter Berücksichtigung Ihrer Angaben beantworte ich die von Ihnen gestellte Fragen sehr gerne zusammenfassend wie folgt:



Nach Ihrer Sachverhaltsschilderung sehe ich recht gute Chancen, um eine Verringerung der Arbeitszeit zu erreichen, was ich Ihnen nachfolgend gerne näher erläutern möchte.

Nach Beendigung der Elternzeit besteht das Arbeitsverhältniskraft Gesetzes grundsätzlich in der Form weiter, wie es unmittelbar vor Antritt der Elternzeit bestanden hat.

Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses haben Sie gem. grundsätzlich § 8 Abs. 1 TzBfG eine Rechtsanspruch auf Verringerung der Arbeitszeit, der notfalls auch gerichtlich durchsetzbar ist, sofern bestimmte Voraussetzungen vorliegen.

Zum einen dürfen betriebliche Gründe nicht entgegenstehen, es müssen in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt sein und das Arbeitsverhältnis muss seit mehr als sechs Monaten bestehen. Zusätzlich ist ein Antrag auf Befristung der Arbeitszeit notwendig, der mindestens sieben Wochen vor der begehrten Teilzeit gestellt werden muss.

Wie ich Ihren Sachverhaltsangaben entnehme, liegen diese Voraussetzungen vor, lediglich die Voraussetzung des betrieblichen Gründe ist problematisch und umstritten.

Ihr Arbeitgeber muss beweisen, dass dringende betriebliche Gründe einer Teilzeitbeschäftigung entgegenstehen und dies auch begründen. Ob er das kann, vermag ich aus der Ferne nicht abschließend zu beurteilen, da ich keine Stellungnahme und entsprechende Beweise dafür von Ihrem Arbeitgeber vorliegen habe.

Im Ergebnis rate ich Ihnen daher zu folgendem Vorgehen. Sie sollten die Antwort auf Ihren Antrag auf Teilzeitarbeit abwarten und bei negativem Ergebnis Ihren Arbeitgeber auf die dringenden betrieblichen Gründe, die entgegensprechen sollen, ansprechen.

Wenn er Ihnen keine plausible und nachvollziehbare Antwort liefern kann oder möchte, sollten Sie ihn auf die Rechtslage hinweisen (s.o.) und betonen, dass die Ablehnung rechtswidrig war. Reagiert Ihr Arbeitgeber auch dann nicht, dann sollten Sie einen im arbeitsrecht erfahrenen Kollegen vor Ort mit der Wahrnehmung Ihrer rechtlichen Interessen beauftragen.

Sollte es Ihrem Arbeitgeber möglich sein, Sie vormittags einzusetzen, wobei er auch wieder beweispflichtig dafür wäre, dass vormittags kein betrieblicher Bedarf besteht, dann hat Ihr Arbeitgeber auch auf Ihre familiären Belange Rücksicht zu nehmen und Ihnen den Vormittagsplatz zuzuteilen.

Sollten aber alle Vormittagsplätze, etwa mit anderen aus der Elternzeit zurückgekehrten Müttern besetzt sein, so sind Ihre rechtlichen Chancen, einen Vormittagsplatz zu bekommen leider schlecht.

Ich hoffe, dass Ihnen meine Ausführungen geholfen haben. Sie können mich natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.


Ich möchte Sie gerne noch abschließend auf Folgendes hinweisen: Die von mir erteilte rechtliche Auskunft basiert ausschließlich auf den von Ihnen zur Verfügung gestellten Sachverhaltsangaben. Bei meiner Antwort handelt es sich lediglich um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes, die eine vollumfängliche Begutachtung des Sachverhalts nicht ersetzen kann. So kann nämlich durch Hinzufügen oder Weglassen relevanter Informationen eine völlig andere rechtliche Beurteilung die Folge sein.


Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Freitagnachmittag und ein schönes Wochenende!


Mit freundlichem Gruß

Dipl.-Jur. Danjel-Philippe Newerla, Rechtsanwalt

Heilsbergerstr. 16
27580 Bremerhaven
kanzlei.newerla@web.de
Tel. 0471/3088132
Fax.0471/57774

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