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Teilungsversteigerung ohne Erbschein


| 23.01.2009 20:19 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Karlheinz Roth



Ich bin Eigentümer einer Immobilie zu je einer Hälfte. Meine Mutter (M) war die Eigentümerin der zweiten Hälfte. Im Januar 2007 ist meine Mutter verstorben. Zu dieser Zeit wurde ein Erbschein beantragt, der im August 2008 nicht mehr vom Nachlassgericht weiter bearbeitet wird. Der Grund dafür ist, dass mit dem Tod meiner Mutter die Vorerbschaft unseres Opas (O) beendet ist. Die Kinder (4) von M sind nun Nacherben des Nachlasses von O. Über dieses Erbe wird gestritten. Auf den Konten meiner Mutter befinden sich ca. 55000. Welcher Anteil davon zum Erbe von O gehört ist der Streitpunkt. Wegen der unsicheren Rechtslage wartet der Richter (Der für den Erbschein meiner Mutter zuständig ist) des Nachlassgericht ab, bis der Nachlass von O entschieden ist. Es gibt also keinen Erbschein für M. Ohne Erbschein lässt sich das Grundbuch nicht umschreiben. Ohne Erbschein lässt sich das Haus nicht verkaufen.

2 Jahren nach dem Tod meiner Mutter habe ich eine Teilungsversteigerung beantragt. Dieser Antrag wurde beanstandet, da:

die Erben (Antragsgegner) laut ZVG nicht bekannt sind.

Mir wurde aufgetragen, dass ich entweder einen Erbschein beibringen soll oder den Nachweis einer Anordnung auf Nachlasspflegschaft (da ja die Erben unbekannt sind) vorzeigen kann.

Frage 1:
Warum kann ich Nachlasspflegschaft beantragen, obwohl es ein Testament gibt, der die Erben benennt?

Frage 2:
Kann ich die Nachlasspflegschaft mit §1961 BGB beantragen oder muss ich einen anderen Paragrafen benutzen (Welchen)?

Frage 3:
Muss der Antrag beim Nachlassgericht gestellt werden?

Frage 4:
Gibt es bezüglich einer Beantragung der Nachlasspflegschaft eine „Verjährung“ zu beachten (§ 1981 BGB ABS 2 spricht von einer solchen)?
Wenn ich keine Möglichkeit habe sollte, eine Nachlasspflegschaft zu beantragen, wie kann ich denn dann ein Teilungsversteigerung erreichen?

Mit freundlichen Grüßen



-- Einsatz geändert am 24.01.2009 11:53:55
Eingrenzung vom Fragesteller
24.01.2009 | 11:58
Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

1. + 2.

Ein Nachlasspfleger wird entweder nach Ermessen des Nachlassgerichts oder aber auf Antrag eines Nachlassgläubigers bestellt (§ 1961 BGB).

Ein Antrag nach § 1961 BGB kann nur derjenige stellen, der einen Anspruch gegen den Nachlass gerichtlich geltend machen will. Hierzu zählt auch eine Zwangsversteigerung zum Zweck der Aufhebung einer Erbengemeinschaft.
Da Sie bereits eine Teilungsversteigerung beantragt haben, wären Sie auch Antragsberechtigter im Sinne von § 1961 BGB.

3.

Die sachliche Zuständigkeit des Nachlassgerichts ergibt sich aus § 1962 BGB.

4.

§ 1981 Abs. 2 bezieht sich auf den Antrag auf Anordnung der Nachlassverwaltung und nicht auf die Nachlasspflegschaft. Eine entsprechende Vorschrift für die Nachlasspflegeschaft findet sich im BGB nicht.

Nach meiner Erfahrung ist es gerade in erbrechtlichen Angelegenheiten ratsam und effektiver, einen Kollegen zu beauftragen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Die moderne Kommunikation ermöglicht insoweit auch die Überbrückung größerer Entfernungen.


Nachfrage vom Fragesteller 24.01.2009 | 17:59

Vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Fragen.

Mir ist aber der Sachverhalt immer noch unklar über den folgenden Zusammenhang:

Das Amtsgericht hat mir mitgeteilt ich solle Nachlasspflegschaft beantragen.

§ 1960 Abs.1 gilt unter den Bedingungen (so wie ich den Text verstehe):
Die Erben müssen die Erbschaft noch nicht angenommen haben
oder
die Erben müssen unbekannte sein.

Meine Mutter ist nun seit 2 Jahren tot. Damit haben die 4 Erben das Erbe angenommen.
Es gibt keine unbekannten Erben, da sie alle im Testament aufgezählt sind.

Also wiederhole ich meine Frage:
Frage 1:
Warum kann ich Nachlasspflegschaft beantragen, obwohl die Erben seit 2 Jahren bekannt sind und es keine unbekannten Erben gibt?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.01.2009 | 18:23

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Bei einem Antrag nach § 1961 BGB ist nicht - wie bei § 1960 BGB - ein Bedürftnis zu prüfen, sondern dieser erfordert das Vorliegen eines Rechtsschutzbedürfnisses.
Diese Voraussetzung ist bei Ihnen gegeben, so dass Sie nach einen Antrag nach § 1961 BGB stellen können.

Für weitere Fragen können Sie sich gerne mit mir per E-Mail in Verbindung setzen.



Mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

info@kanzlei-roth.de

Bewertung des Fragestellers 26.01.2009 | 10:17


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