Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Teilungsversteigerung durch Gläubiger (Gläubigerfrage)

| 25.06.2019 19:13 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von


Guten Tag

Folgender Sachverhalt ist gegeben.

Der Gläubiger(Ich) leitet auf Grund von Schulden des Schuldners (A) eine Teilungsversteigerung des Wohneigentums von Schuldner A, Besitzer B und Besitzer C , ein.

Dieses Verfahren läuft bis zum Wertgutachten problemlos.

Es ist keine Notfrist des Schuldners zur Stundung genutzt worden.

Nun, nach dem Gutachten , erhalte ich eine Teilzahlung seitens des Schuldners direkt auf mein Konto mit der Bitte um Einstellung des Verfahrens.


mein Jetziger Anwalt sagt, dass ich die Zahlung zu akzeptieren und das Verfahren einzustellen habe, da der Schuldner Zahlungswillig ist. (Ist dieses noch rechtens, nach Verstreichung der Notfrist)

Meine Frage

Muss ich die Teilzahlung annehmen und das Verfahren stoppen? (den Rest darf ich dann erneut einklagen?)

Von meiner Seite ist weder eine Zahlungsvereinbahrung, noch eine Ratenzahlung akzeptiert worden.


Wofür gibt es die Notfrist, wenn man das Verfahren jeder Zeit durch Teilzahlung an den Gläubiger stoppen kann.


Meine Vermutung : Mein Anwalt hat die Zahlungsvereinbahrung ohne mein Wissen akzeptiert.

( Schulden sind durch ein Versäumnisurteil auf Grund einer Körperverletzung entstanden)
( Ich will das Versteigerungsverfahren gerne erhalten, da der Schuldner Hartz 4 Empfänger ist und ich auf Grund der Erfahrung mit ihm weiß, dass das restliche Geld erst bei dem nächsten Zwangsversteigerungsverfahren an mich kommt usw. usw.)

mfG


25.06.2019 | 20:53

Antwort

von


(703)
Tessiner Str. 63
18055 Rostock
Tel: 0162-1353761
Tel: 0381-2024687
Web: http://doreen-prochnow.de
E-Mail:
Diese Anwältin zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich muss ein Gläubiger keine Ratenzahlung akzeptieren. Der Schuldner ist weiterhin zur Leistung verpflichtet.

Grundsätzlich hat der Schuldner die Möglichkeit nach § 30 a ZVG einen Antrag auf Einstellung der Zwangsversteigerung zu stellen. Dies muss er binnen der gerichtlich gesetzten Notfrist tun, damit sein Antrag berücksichtigt wird. Ihm ist stattzugeben, wenn Aussicht besteht, daß durch die Einstellung die Versteigerung vermieden wird, und wenn die Einstellung nach den persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen des Schuldners sowie nach der Art der Schuld der Billigkeit entspricht.

Der Antrag ist abzulehnen, wenn dem Gläubiger ein weiterer Verzug nicht zugemutet werden kann. Es ist also keineswegs so, dass allein die Zahlungswilligkeit des Schuldners automatisch zu einem Einstellungsbeschluss führen muss. Zudem kann das Gericht Obliegenheiten des Schuldners in den Einstellungsbeschluss aufnehmen, deren Überwachung jedoch dem Gläubiger obliegt.

Da der Schuldner hier die Notfrist versäumt hat, bleibt ihm nur , den Gläubiger dazu zu bewegen, die Versteigerung einzustellen. Dies ist keineswegs ein Muss, auch nicht bei einer Teilzahlung.

Eine Einstellung der Zwangsversteigerung kann gleichwohl vorgenommen werden, wenn der Schuldner seinen Zahlungswillen bekundet, § 30 ZVG . Hierfür muss der Gläubiger einen Antrag stellen. Dies ist für den Gläubiger zweimal für jeweils 6 Monate möglich. Er kann aber jederzeit die Fortsetzung beantragen und muss bei Ablauf der 6 Monate diesen Antrag auch stellen oder aber in die Verlängerung der Einstellung gehen, denn sonst ist die Zwangsversteigerung von Amts wegen aufzuheben. Auch ein Dritter Antrag auf Einstellung seitens des Gläubigers gilt als Rücknahme des Antrages.

Die Zwangsversteigerung kann jederzeit über einen Fortsetzungsantrag des Gläubigers weiterbetreiben werden, er beginnt also keineswegs von vorne und muss auch nichts neu einklagen, sein Titel aus dem vollstreckt wird besteht unabhängig von der Einstellung der Zwangsversteigerung ohnehin fort.

Wird die Zwangsversteigerung ( nicht eingestellt) sondern zurückgenommen oder aber von Amtswegen aufgehoben ( weil die 6 -Monatsfrist z.B: ohne neuen Antrag des Gläubigers verstrichen ist), so muss diese neu beantragt werden und der Gläubiger bleibt auf den Kosten des ersten Versuches sitzen, da er den "Abbruch" verschuldet hat.

Wenn sie einer Einstellung zustimmen gefährdet oder ändert dies ihre Position also grundsätzlich nicht, denn die Versteigerung kann jederzeit auf ihren Antrag hin fortgesetzt werden, also z.B. wenn eine Rate ausbleibt.Aber bitte nochmals, beachten Sie zwingend die 6 Monatsfrist um entweder eine Verlängerung oder die Fortsetzung zu erklären und beachten Sie, dass bei einem dritten Einstellen die Zwangsversteigerung aufzuheben ist.

An Ihrer Stelle würde ich mir zunächst vom Anwalt eine Bestätigung holen, ob eine Ratenzahlung akzeptiert wurde. Sollte dies der Fall sein, sollten sie sich die vereinbarten Modalitäten dazu genau ansehen, also ob im Gegenzug die Einstellung zu gewährleisten ist. Ist dies zu bejahen und hat der Anwalt ohne eine Absprache mit Ihnen gehandelt, so ist er nicht strafbar, aber zivilrechtlich eventuell zu belangen, nämlich dann wenn er den Anwaltsvertrag mit Ihnen verletzt hat. Seine Pflicht ist Ihre Interessenwahrung, es kommt also darauf an, ob der Anwalt bei Abschluß einer Vereinbarung davon ausgehen durfte hierzu berechtigt zu sein.

Dürfte er dies, ist zu schauen , ob er die Grenzen der Bevollmächtigung an irgendeiner Stelle übertreten hat. War er offensichtlich nicht berechtigt eine oder solch eine Ratenzahlung zu vereinbaren, so schuldet er Schadenersatz nach § 280 BGB i.V.m. mit dem Mandatsvertrag, wenn ihn ein Verschulden an dieser Pflichtverletzung trifft. Als Schaden kommen z.B. Anwaltskosten für die Vereinbarung in Betracht von denen Sie freizustellen wären, oder eben Kosten aufgrund der Einstellung oder gar Beendigung der Zwangsversteigerung. Den Schaden müssen Sie darlegen und beweisen, ebenso das Vorliegen einer Pflichtverletzung. Das Verschulden des Anwalts wird vermutet, er müsste den vollen Gegenbeweis erbringen. Dies ist oft schwierig, wenn er von Ihnen keine schriftliche Freigabe zur Vereinbarung erhalten hat.
Zudem haftet der Anwalt für den Bestand bzw. Schadenersatz der getroffenen Vereinbarung, wenn er damit die Grenzen seiner Vollmacht überschritten hat ( § 179 BGB ) und Sie dieses Handeln nicht nachträglich doch genehmigen ( § 177 BGB ).

Fazit: Nach verstreichen der Notfrist ist ein Antrag des Schuldners auf Einstellung der Zwangsversteigerung nach § 30 a ZVG unbeachtlich. Der Schuldner muss den Gläubiger bewegen, diesen zu stellen. Der Gläubiger ist jedoch auch bei Teilzahlung nicht verpflichtet, diesen Antrag zu stellen. Die vorzeitige Befriedigung spielt erst bei der Erlösverteilung wieder eine Rolle.

Bezüglich des Anwalts ist eine getroffene Ratenzahlungsvereinbarung auch für sie grundsätzlich verbindlich, denn der Anwalt ist ihr Vertreter. Eine strafrechtlichen Punkt sehe ich dabei im Anwaltshandeln nicht, für einen Parteiverrat dürfte der Vorsatz fehlen, eine Untreue oder Unterschlagung scheitert am nicht angerührten Vermögen/Gegenstand bzw ebenfalls dem Vorsatz dazu.
Aber der Anwalt haftet aus der Verletzung des Mandatsverhältnisses (§ 280 BGB ) für Ihren Schaden aus der nicht gewollten Ratenzahlung (es sei denn sie genehmigen diese, § 177 BGB ). Eventuell haftet er auch nach den Regeln des vollmachtlosen Vertreters nach § 179 BGB gegenüber dem Schuldner, wenn alle Voraussetzungen vorliegen, sprich er wusste, dass die Vereinbarung nicht von der erteilten Vertretungsvollmacht gedeckt ist. In den meisten Fällen ist jedoch die Vertretungsvollmacht des Anwalts auch hierauf ausgelegt, so dass vermutlich die Ratenzahlung für Sie verbindlich ist, falls sie abgeschlossen wurde, und Sie sich beim Anwalt schadlos halten müssen.

Sie sind also zur Einstellung der Zwangsversteigerung nicht verpflichtet, wenn dies nicht ausdrücklich in der Teilzahlungsvereinbarung, die von Ihnen akzeptiert wurde oder akzeptiert werden muss ( dann Schadloshaltung beim Anwalt) vereinbart wurde.

Zunächst müssen Sie also zwingend klären, ob eine Ratenzahlungsvereinbarung in der Welt ist, denn ohne sind sie grundsätzlich nicht zur Einstellung der Zwangsversteigerung angehalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Doreen Prochnow

Bewertung des Fragestellers 26.06.2019 | 19:50

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Eine sehr ausführliche und präzise Antwort. Diese Anwältin ist weiter zu empfehlen.

Sehr freundliches und entgegenkommendes Auftreten.

Sie hat super schnell geantwortet.

"
Mehr Bewertungen von Rechtsanwältin Doreen Prochnow »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 26.06.2019
5/5,0

Eine sehr ausführliche und präzise Antwort. Diese Anwältin ist weiter zu empfehlen.

Sehr freundliches und entgegenkommendes Auftreten.

Sie hat super schnell geantwortet.


ANTWORT VON

(703)

Tessiner Str. 63
18055 Rostock
Tel: 0162-1353761
Tel: 0381-2024687
Web: http://doreen-prochnow.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Zivilrecht, Strafrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht