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Teilungsversteigerung: Wieviel muss ich bieten, um ein Gebot von 50 % abzugeben?

02.11.2007 09:44 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von



Hallo,


es geht um das Einfamilienhaus nach meiner Ehescheidung.
Im Grundbuch sind beide Ehepartner zu je 50 % eingetragen.

Um das Haus ganz erwerben zu können, habe ich beim Amtsgericht
eine Teilungsversteigerung beantragt.



Meine Frage ist, wieviel muß ich bieten, um ein Gebot von 50 %
abzugeben ? Bitte nennen Sie mir diesen Betrag in €.




Die Fakten sind wie folgt :


Verkehrswert : 105 000 €

Grundbuchrechte : Abteilung III, 1 ; 92 000 € Grundschuld
Diese Grundschuld ist durch Ablösen von der
Bank auf meine Eltern übergegangen. Das Amts-
gericht hat meinen Eltern dieses Recht III,1
bestätigt.

Die Grundschuld für meinen Hausanteil habe
ich an meine Eltern abgezahlt.
Meine Ex-Frau hat nichts abgezahlt. Ihre
Schulden an meine Eltern betragen mittler
weile 60 000 €.


Die Ehe wurde 1993 geschieden. Zur Zeit wohne ich in diesem Haus.




Vielen Dank vorab für die gewünschte Antwort.




02.11.2007 | 11:43

Antwort

von


(1163)
Hauptstraße 16 a
25488 Holm
Tel: 04103/9236623
Web: http://www.kanzlei-roth.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf der Grundlage der von Ihnen gemachten Angaben wie folgt beantworte.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen, so dass die Beratung innerhalb dieses Forums lediglich eine erste rechtliche Orientierung in der Sache darstellt und keinesfalls den Gang zu einem Kollegen vor Ort ersetzen kann.

Dies vorausgeschickt wird das Folgende ausgeführt:

Beim Versteigerungstermin informiert der zuständige Rechtspfleger über den wesentlichen Inhalt des Grundbuchs, die Gläubiger mit ihren Ansprüchen und den festgesetzten Verkehrswert.

Darüber hinaus wird vom Rechtspfleger mitgeteilt, ob Gläubigerrechte (z. B. Grundschulden, Hypotheken) nach der Versteigerung im Grundbuch bestehen bleiben oder diese mit dem Zuschlag erlöschen.
Bestehenbleibende Rechte können vom Ersteher in Absprache mit dem Gläubiger des Grundpfandrechts abgelöst werden. Es wird auch bekannt gegeben, wie hoch das geringste Gebot festgesetzt wurde.

Das geringste Gebot gewährleistet, dass durch die Versteigerung die bestehen bleibenden Grundpfandrechte und Zinsen sowie die Verfahrenskosten gedeckt werden. Der Rechtspfleger ist daher verpflichtet, ein geringeres Gebot zurückzuweisen.

§ 44 ZVG bestimmt insoweit, dass bei der Versteigerung nur ein solches Gebot zugelassen wird, durch welches die dem Anspruche des Gläubigers vorgehenden Rechte sowie die aus dem Versteigerungserlöse zu entnehmenden Kosten des Verfahrens gedeckt werden (geringstes Gebot).
Das geringste Gebot setzt sich zum einen aus den bestehenbleibenden Rechten und den bar zu zahlenden Ansprüche (Bargebot) zusammen.
Im Versteigerungstermin wird lediglich das Bargebot abgegeben. Die bestehenbleibenden Rechte müssen jedoch übernommen werden und sind daher dem Aufwand hinzuzurechnen.

Die Grundschuld in Höhe der noch nicht abgelösten EUR 60.000,00 bleibt insoweit bestehen.
Da der Nennbetrag dieser Grundschuld bereits über der Hälfte des Grundstückswertes liegt, wird das Bargebot sehr gering ausfallen.

Der Zuschlag ist nach § 85 a ZVG zu versagen, wenn das abgegebene Meistgebot einschließlich des Kapitalwertes der nach den Versteigerungsbedingungen bestehenbleibenden Rechte die Hälfte des Grundstückswertes nicht erreicht.

Die 5/10 Wertgrenze liegt bei EUR 52.500,00.

Ich hoffe, dass ich Ihnen in der Sache weiterhelfen konnte.
Für eine kostenlose Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Sollten Sie eine darüber hinausgehende Vertretung in Erwägung ziehen, empfehle ich Ihnen eine Kontaktaufnahme über die unten mitgeteilte E-Mail-Adresse. Einstweilen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
K. Roth
- Rechtsanwalt -

Hamburg 2007
info@kanzlei-roth.de


Rechtsanwalt Karlheinz Roth

Rückfrage vom Fragesteller 02.11.2007 | 17:34

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt Roth,


vielen dank für die Antwort soweit. Das bedeutet für mich, wenn
ich bei der Versteigerung die Summe 1 € bar biete, dass
dann 60 001 € gemeint sind.

Wenn ich z. B. 20 000 € bar biete, dass dann 80 000 € gemeint
sind.

Korrekt ?


Mit freundlichem Gruß



Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 02.11.2007 | 18:41

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihren Nachtrag.

Ja, das ist richtig.


Mit freundlichen Grüßen
aus Hamburg

RA K. Roth
info@kanzlei-roth.de
www.kanzlei-roth.de

ANTWORT VON

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