Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Teilungserklärung enthält falsche Angaben


14.06.2005 18:53 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

In einer Teilungserklärung für ein Wohnhaus mit 8 Eigentümerparteien wurde vor 12 Jahren eine Wohnung mit 94 qm "Wohnfläche" statt tatsächlich 80 qm "Wohnung ohne Balkon" angegeben (wahrscheinlich wurden die Balkons zur Hälfte mitgerechnet). Dies fiel einem Kaufinteressenten auf, als diese Wohnung jetzt verkauft werden sollte.
Ist dies eine Falschbeurkundung durch den Notar - er hat die Pläne beim Bauamt besorgt?
Wenn ja, ist er noch in irgendeiner Weise haftbar und muß er ggf. kostenfrei korrigieren?
Ist es möglich, aus diesem Sachverhalt für die Vergangenheit Forderungen an die Eigentümergemeinschaft auf neu berechnete Nebenkostenabrechnung o.ä. zu stellen?
14.06.2005 | 20:01

Antwort

von


141 Bewertungen
Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

grundsätzlich haftet der Notar, wenn die notarielle Urkunde aus ihm zu vertretenden Gründen inhaltlich fehlerhaft ist. Der Anspruchssteller hat dann einen Anspruch auf umgehende Nachbesserung, d.h. Berichtigung, Ergänzung, notfalls Neubeurkundung. Hierfür stehen dann dem Notar zusätzliche Gebühren nicht zu (BGH, Urt. v. 17.1.2002 – IX ZR 434/00).

Nach dieser BGH-Entscheidung muß der Auftraggeber allerdings in einem solchen Fall dem Notar eine Gelegenheit gegeben, die erforderliche Berichtigung/Ergänzung/Neubeurkundung vorzunehmen. Tut er dies nicht, kann er die Kosten einer Neubeurkundung durch einen anderen Notar grundsätzlich nicht als Schaden geltend machen.

Zu prüfen wäre daher in Ihrem Fall, ob das Verhalten des Notars tatsächlich kausal für die fehlerhafte Beurkundung ist. Dies wäre der Fall, wenn der Notar trotz richtiger Bauunterlagen die Teilungserklärung mit einer falschen Wohnfläche erstellt hat.
Sollte dies der Fall sein, könnte auch ein Schadensersatzanspruch wegen falscher Nebenkostenabrechnungen geltend gemacht werden.
Abschließend kann dies aber nicht im Rahmen einer Erstberatung beurteilt werden, da es auf eine vertiefte Sachverhaltskenntnis und juristische Prüfung ankommt. Nach Ihren Schilderungen ist aber eine Notarhaftung denkbar.

Sollte sich aber in Ihrem Fall herausstellen, dass bereits die Baupläne fehlerhaft erstellt worden sind, so wäre zu überlegen, ob Sie nicht Schadensersatz vom Verkäufer verlangen könnten (Landgericht Berlin 18 U 6271/98 2.O.174/98). Denn eine fehlerhafte Wohnfächenangabe stellt einen Mangel dar. Eine Haftung käme dann beim Notar nicht in Betracht.

Ich rate Ihnen daher dringend, einen Anwalt vor Ort zu beauftragen, der die notwendigen Unterlagen überprüft.

Mit freundlichen Grüßen

Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt


Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

ANTWORT VON

141 Bewertungen

Nürnberger Strasse 24
63450 Hanau
Tel: 06181-6683 799
Web: www.glatzel-partner.com
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Familienrecht, Handelsvertreterrecht, Verkehrsrecht, Wirtschaftsrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER