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Teilleistungen aus Paketpreis nicht in Anspruch genommen

| 08.08.2009 16:09 |
Preis: ***,00 € |

Reiserecht


Guten Tag,

ich buchte über einen Reisevermittler eine Radreise für 4 Tage durch den Spreewald für 2 Erwachsene und 2 Kinder. Ein Angebot inklusive Halbpension akzeptierte ich und der Vertrag kam somit zustande.
Am ersten Abend wurde uns auch ein Tisch zugewiesen. Wie sich dann aber herausstellte, dauerte die Zubereitung des 3- Gänge- Menüs 1,5 Stunden, so dass die Wartezeit mit den Kindern unerträglich wurde. Das Hotel ist als BIO- Hotel gekennzeichnet und das Speisenangebot für die Kinder unterschied sich nicht von dem für die Erwachsenen. Um die Wartezeit für die Kinder zu verkürzen, überredeten wir die Kellnerin, doch wenigstens für die Kinder ein Essen aus der Tageskarte bringen zu lassen, auch wenn wir den Preis für die Halbpension ja bezahlen mussten. Dies geschah zu unsrer Freude auch. Es wurde uns aber mitgeteilt, dass dies so nicht gwünscht sei und die Kinder auch das 3- Gänge- Menü in verkleinerter Form zu den nächsten Abendessen bekommen würden. Nachdem wir nun den ersten, für uns sehr anstrengenden Abend wartend verbracht hatten, entschiden wir uns dafür, die Halbpension für die anderen Tage abzubestellen, weil es einfach unerträglich für die Kinder war, so lange auf ein Essen warten zu müssen. Die Kellnerin vertröstete uns auf den nächsten Morgen, weil erst dann die Hotelchefin wieder anwesend wäre. Am nächsten Morgen warteten wir vergebens. Die Chefin kam nicht. Wir besprachen alles also nochmal mit einer anwesenden Mitarbeiterin und gingen davon aus, dass nun alles geregelt wäre. Als wir am Abend zurückkamen, war auch kein Tisch mehr für uns reserviert und wir freuten uns über das freundliche Entgegenkommen des Hotels. Auch an den nächsten Abenden bot sich uns das selbe Bild.

Am letzten Tag nun trafen wir endlich die Chefin an, die uns mitteilte, im Paketpreis wäre die Halbpension dabei und wir müssten diese auch bezahlen. Dies lehnte ich ab. Da wir nur einmal die Halbpension in Anspruch genommen haben, wollte ich auch nur diese bezahlen. Wir konnten uns nicht einigen. Ich rief also bei der Reisevermitterlin an und erfuhr, dass die Hotelchefin auch die Chefin der Agentur sei und man mir dort nicht weiterhelfen könne, da es keinen "übergeordneten" Ansprechpartner gäbe.
Ich besprach nun mit der Dame von der Agentur, dass ich dann gerne sämtliche Teilleistungen extra bezahlen möchte, also die Zimmer mit Frühstück, und all die anderen Dinge, die im Paket mit enthalten waren. Ich fragte nach eine Auflistung der Einzelpreise. Natürlich wollte ich auch den Aufwand bezahlen, den die Dame mit der Zusammenstellung der Reiseunterlagen hatte. Ich wollte nur die Halbpenson abziehen.
Am Abreisetag war die Chefin wieder nicht da und ließ uns per Telefon mitteilen, dass wir erstmal das bezaheln sollten, was wir für angemessen hielten. Daraufhin errechnete ich mir sämtliche Teilleistungen und bezahlte diese auch. Da mir aber nicht alle Daten zu Verfügung standen, war mir schon klar, dass noch eine Folgerechnung kommen würde.

Diese kam auch, allerdings anders als erwartet. Es stand nur eine komplette Summe drauf, die aber immer noch wesentlich höher ist als die erste, wenn man die nicht genutzte Halbpension abziehen würde. Daher kann ich die neue Rechnung nun gar nicht mehr nachvollziehen.

Aus diesen vielen Zeilen ergibt sich nur eine Frage: Muss ich die nicht genutzte Halbpension bezahlen?

Vielen Dank für ihre Mühe

Sehr geehrte Fragestellerin,

Rechtlich ist eine Teilkündigung bestimmter Reiseleistungen nicht möglich. Ihre Weigerung zur Zahlung des vollen Reisepreises müsste also auf ein Minderungsrecht gestützt werden.

Ihre »Abbestellung« der Halbpension dürfte daher juristisch als Mängelanzeige vor Ort zu verstehen sein. Ich würde auch davon ausgehen, dass Sie dem Veranstalter ausreichende Gelegenheit gegeben haben, den Mangel zu beheben, d. h. zu veranlassen, dass die Mahlzeiten ohne größere Verzögerung serviert werden. Da dies offenbar aus organisatorischen Gründen nach Ihrer Schilderung nicht möglich gewesen wäre, haben Sie das Notwendige getan. Ein Minderungsrecht steht Ihnen damit grundsätzlich zu.

Ich weise noch auf die laufende Frist hin: Die Minderung müssen Sie gegenüber dem Reiseveranstalter innerhalb eines Monats nach der vertraglich vorgesehenen Beendigung der Reise geltend machen. Am besten weisen Sie nochmals schriftlich auf Ihr Minderungsrecht hin, so dass Sie Ihre Rechte hinsichtlich des noch offenen Restbetrags nicht verlieren.

Sofern Sie auf Zahlung der offenen Summe verklagt werden, müssten Sie sich damit verteidigen, dass ein Reisemangel vorlag und Sie von Ihrem Minderungsrecht Gebrauch gemacht haben.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.09.2009 | 15:30

Guten Tag,

ich habe mich nun, danke Ihrer sehr hilfreichen Antwort, innerhalb der Frist mit einer Mängelanzeige an das Reisebüro gewandt und um eine Rechnung gebeten. Gleichzeitig habe ich erklärt, wieviel Minderung ich vornehmen werde. Bis heute habe ich keine Rechnung erhalten. Ich weiß auch nicht, wie hoch der "Originalpreis" war, da die Rechnung, die mir vor Ort gestellt wurde, einige Details nicht enthielt und somit kein Endpreis ersichtlich war. Ich würde ja gern den "Rest" bezahlen, weiß aber nicht, wieviel und wohin das Geld überwiesen werden soll. Sollte ich mich nochmals an das Reisebüro wenden oder habe ich meine Pflicht erfüllt? Die vom Reisebüro angedrohte anwaltliche Klage blieb bis heute auch aus.

Vielen Dank nochmals für Ihre Hilfe.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.09.2009 | 20:52

Zu Ihrer Nachfrage:

Sie sollten abwarten, ob Ihnen eine Rechnung gestellt wird. Ansonsten brauchen Sie selbst erst einmal nichts zu veranlassen.

Es erscheint mir auch unwahrscheinlich, dass Sie verklagt werden. Vermutlich geht es um eine vergleichsweise geringe Summe und der Prozess müsste an Ihrem Wohnsitz geführt werden, was oft wegen der Entfernung wirtschaftlich keinen Sinn macht.

Sie können wahrscheinlich davon ausgehen, dass sich die Sache erledigt hat.


Mit freundlichen Grüßen

M. Juhre
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 11.09.2009 | 05:45

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 11.09.2009 5/5,0
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