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Teilerbe verweigert Räumung des Hauses

| 20.06.2014 18:46 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Verweigerung eines Miterben an einer Auseinandersetzung/Verwaltung

Wir haben ( 3 Erben ) zu gleichen Teilen das Haus unserer Mutter vor 8 Monaten geerbt. Ein Testament liegt nicht vor. Das Haus ist unbewohnt.
Ein Erbe blockiert seit dem die Räumung des Hauses vom Hausstand durch eine Firma. Mehrere vereinbarte Termine zur Räumung wurden von dem Teilerben eigenmächtig abgesagt, so dass auch ein Verkauf nicht möglich ist. Zudem verweigert dieser Teilerbe die Aushändigung des Schlüssels, so dass ich keinen Zutritt habe.
Welche Möglichkeiten habe ich, die Räumung zu erzwingen. Eine Teilungsversteigerung möchte ich zunächst nicht in Betracht ziehen.

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Der Miterbe hat eine Anspruch auf Auseinandersetzung gegenüber den anderen Miterben. Es kann also jederzeit die Auseinandersetzung verlangt werden, notfalls auch per Klage, Teilungsklage/Teilungsversteigerung.

Für die Miterben innerhalb der Erbengemeinschaft gelten folgende Grundsätze:

Jeder Miterbe kann nur über seinen Anteil an dem gesamten Nachlass verfügen. Über seinen Anteil an den einzelnen Nachlassgegenständen kann ein Miterbe nicht verfügen, auch nicht über einzelne Nachlassgegenstände als solche.

Die Erben können über einen Nachlassgegenstand nur gemeinschaftlich verfügen.
Die gemeinschaftliche Verwaltung bis zur Auseinandersetzung funktioniert sehr ähnlich wie bei Miteigentümern, also insbesondere durch Mehrheitsbeschluss.

Hier gebe es so einen Ansatzpunkt, wenn zwei Erben gegen einen stehen.

Leider müsste dieses aber auch klageweise vor Gericht durchgesetzt werden, was nicht anders möglich ist.

Genauso ist es bei einem Verkauf.

Möglich ist (anwaltliche ggf.) eine außergerichtliche Streitschlichtung, die mitunter aber auch teuer sein kann, zumal dann eben doch geklagt werden müsste.

Vielleicht hilft es aber, wenn ein Anwalt in einem Schreiben dem sich verweigernden Miterben klar macht, welche Kosten auf den Miterben zukommen und das die Verweigerungshaltung nichts einbringen wird.

Zur Möglichkeiten einer Miterbenauseinandersetzung allgemein:

1. Erbteilsübertragung
Die Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft kann zunächst durch Erbteilsübertragung erfolgen. Dies geschieht unabhängig davon, ob der Nachlass Grundeigentum umfasst. Die Erbteilsübertragung bedarf dabei immer grundsätzlich der notariellen Beurkundung.

2. Schuldrechtlicher Auseinandersetzungsvertrag
Die Nachlassteilung kann weiter durch einen schuldrechtlichen Auseinandersetzungsvertrag erfolgen. Dieser Vertrag ist nur dann beurkundungspflichtig, wenn eine Verpflichtung zur Übertragung eines Grundstücks oder z.B. GmbH-Anteilen enthalten ist.

3. Abschichtung
Vom Bundesgerichtshof anerkannt gibt es daneben noch eine dritte Möglichkeit der Miterbenauseinandersetzung in Form der so genannten Abschichtung. Dabei gibt ein Miterbe seinen Teil an der Erbengemeinschaft gegen Zahlung einer Abfindung auf und wird aus der Erbengemeinschaft entlassen. Dies kann formfrei geschehen. Sie wird daher als die kostengünstigste Variante angesehen, da hier nur anwaltliche Beratung anfällt und nicht noch Notarkosten wie bei den anderen beiden Varianten. Die diesbezügliche Formfreiheit gilt selbst dann, wenn ein Grundstück zum Nachlass gehört. Nur wenn „als" Abfindung ein Grundstück übertragen werden soll, ist dafür die Beurkundungspflicht zu beachten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 20.06.2014 | 20:59

Vielen Dank.
Noch eine Frage: Kann ich mir den Zugang zum Haus durch einen Schlüsseldienst verschaffen. Der Miterbe verweigert mir den Zugang und den Schlüssel. Ich bin als Miteigentümer im Grundbuch eingetragen.
Mir geht es eigentlich darum, wie ich den Miterben dazu zwingen kann, einen Termin für die Räumung des Hause vom Hausrat zu erzwingen.Er möchte seinen Anteil am häuslichen Nachlass gar nicht behalten, da völlig wertlos. Es ist reine Schikane.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.06.2014 | 14:31

Sehr geehrter Fragesteller,

ich antworte Ihnen gerne wie folgt:

Nein, dass geht leider nicht, denn das wäre verbotene Eigenmacht und eventuell sogar strafbar.

Sie sind leider auf eine gerichtliche Geltendmachung angewiesen.

Ich hoffe, Ihnen damit gedient zu haben und wünsche noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 21.06.2014 | 15:37

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

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FRAGESTELLER 21.06.2014 4,6/5,0
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