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Teilentzug der elterlichen Sorge

22.03.2008 17:24 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Guten Tag,


Es geht um Familie xy mit 2 Söhnen im Alter von 7 und 12 Jahren.

Das hiesige Jugendamt wurde 2005 anonym auf Besonderheiten in der
Familie xy hingewiesen.
Die Söhne zeigen psychische Auffälligkeiten(Waschzwang, Sprachverständigungs-
schwierigkeiten, sowie soziale Isolierheit), die Mutter leidet an einer Zwangserkrankung,
die sich negativ auf die Erziehung auswirkt.
Damit eine fortschreitende Gefährdung des Kindeswohls nach § 8a Abs. 3 SGB VIII
abgewendet werden kann, wurde eine sozialpädagogische Familienhilfe(§31 SGB VIII) in der Familie
mit deren Einverständnis eingesetzt.
Diese SPFH wurde von der Mutter nach ca. einem ½ Jahr durch Nichteinhalten von
Terminen abgebrochen.
Daraufhin wurde beim Amtsgericht durch das Jugendamt ein Antrag auf
Teilentzug der elterlichen Sorge wegen Gefährdung des Kindeswohls und Einrichtung
einer Personensorgerechtspflegschaft eingereicht .
Das Amtsgericht verlangte dann von der Mutter, der Anfertigung eines fachpsychiatrischen
Gutachtens zur Frage der Erziehungsfähigkeit durch das Gesundheitsamt zuzustimmen.
Nach Kenntnisnahme des amtsärztlichen Gutachtens(Mutter kommt dabei gut weg) durch das
Jugendamt, schlug diese der Familie vor, einer weiteren SPFH zuzustimmen.
Die Maßnahme soll mit einer 3 monatigen Probezeit versehen werden,damit das
Familiengericht ohne weitere Absprachen erneut angerufen werden kann.
Das Amtsgericht solle bis auf weiteres den Teilentzug der elterlichen Sorge
wegen Gefährdung des Kindeswohls zurückstellen.

Daraus ergeben sich folgende Fragen:
Die Eltern haben mittlerweile Behandlungen für beide Söhne(Familientherapie und
Einschulung des einen Sohnes auf eine Sprachförderschule) erwirkt.
Des weiteren erklärt sich die Mutter zu einer ambulanten Therapie bereit.
Somit wären alle Forderungen seitens des Jugendamts erfüllt.

Muss die Famile einer weiteren SPFH(die ja unendlich lang sein kann) zustimmen?
Ist ein drohender Teilentzug der elterlichen Sorge endgültig?

Gibt es eine Möglichkeit aus dieser Geschichte irgendwie rauszukommen,
oder ist man jetzt auf Grund einer anonymen Anzeige für immer und ewig
dem Jugendamt Rechenschaft schuldig?

Für die Beantwortung der Fragen, sowie möglicher Anregungen sind wir
Ihnen vorab dankbar!





Sehr geehrter Fragesteller,

ohne Kenntnis der bisherigen Unterlagen und der Akten des Jugendamtes ist es leider nicht möglich, auf Ihren konkreten Fall bezogen eine Einschätzung vorzunehmen.

Grundsätzlich ist es aber so, dass das Jugendamt beim Familiengericht einen Antrag auf Entzug oder Teilentzug des elterlichen Sorgerechts beantragen kann. Dieser Antrag hat Aussicht auf Erfolg, wenn eine massive Gefährdung des Kindeswohls besteht.

Dies ist nach Ihren Angaben nicht der Fall, sodass zum jetzigen Zeitpunkt ein Entzug des Sorgerechts wohl nicht zu befürchten ist (amtsärztliches Gutachten).

Bei der sozialpädagogischen Familienhilfe handelt es sich um eine Hilfe, die gewährt wird, wenn die Eltern freiwillig sich beim Jugendamt um Hilfe bemühen. Es ist also eine rein freiwillige Sache. Häufig ist es aber auch so, dass das Jugendamt von sich aus die sozialpädagogische Hilfe anbietet, um eben der Familie bereits frühzeitig helfen zu können, damit es erst gar nicht zu einer Sorgerechtsentziehung kommt.

Wie aber schon gesagt, basiert diese Hilfe auf der Freiwilligkeit der Eltern. Es würde also keinen Sinn machen, diese Zustimmung zur Freiwilligkeit gerichtlich durchsetzen zu lassen.

Wenn Sie die Zustimmung verweigern, kann das Jugendamt nur einen Antrag auf Entzug des Sorgerechts stellen, bzw diesen Antrag weiterverfolgen. Das Gericht wird dann darüber entscheiden. Ob die Voraussetzungen dafür tatsächlich vorliegen, kann nicht abschließend beurteilt werden. Nach Ihren Angaben zumindest liegen sie wohl nicht vor (siehe oben).

Insgesamt wäre es vielleicht trotz der möglicherweise guten Chancen vor Gericht tatsächlich hilfreich, die Hilfe des Jugendamtes anzunehmen. Zwingen kann man Sie dazu aber nicht.

Wenn Sie die Zustimmung verweigern, wird es wohl auf eine gerichtliche Entscheidung hinsichtlich des Sorgerechts hinauslaufen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste Orientierung geben. Für eine Rückfrage stehe ich Ihnen natürlich im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion zur Verfügung. Darüber hinaus bin ich auch gerne bereit, Ihre familienrechtlichen Interessen im Rahmen einer Mandatierung zu vertreten.


Stefan Aust
Rechtsanwalt

Carl-Spaeter-Str. 76
56070 Koblenz
Tel.: 0261 / 18501
Fax.: 0261 / 32134

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