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Teileinklage nach Kreditkündigung


| 31.08.2006 03:40 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Experten,

meine Frau hat in der Zeit vor unserer Ehe (ca 1 Jahr) ein erhebliches Verbraucherdarlehen bei einer für seine hohen Zinsen bekannten Bank aufgenommen und mir dies aus Scham bis vor kurzem verschwiegen. Da sie zwischenzeitlich arbeitslos geworden ist, konnte sie die Raten seit 1 Jahr nicht mehr zahlen und der Kredit wurde gekündigt. Die extrem teure Arbeitslosigkeitsversicherung ist aber nie zur Begleichung der Raten während ihrer Arbeitslosigkeit eingesprungen, weil angeblich immer irgendwelche Angaben meiner Frau unvollständig waren.
Die Bank hat daraufhin eine Teilklage über einen relativ geringen Teil der Schuld (2.000€) bei Gericht durchgesetzt. Erst zu diesem (sehr späten) Zeitpunkt hat sie mich ins Vertrauen gezogen, da sie sich nun nicht mehr zu helfen weiss.
Zur Abrundung des Bildes: Mein Einkommen reicht für uns zum Leben locker aus, und ich könnte auch den zur Begleichung der Schuld nötigen Betrag (25.000€) meinerseits als Kredit bekommen, was aber natürlich eine lange und hohe Belastung für mich/uns bedeuten würde.

Langer Text, aber hoffentlich einfache Frage(n):
1. Gibt es in dieser Situation einen Spielraum, einen Teilverzicht mit der Bank auszuhandeln, da sie einen Grossteil der Schuld sicher bereits abgeschrieben hat (daher die Teilklage)? Also z.B., "wir zahlen die Hälfte sofort, und die Sache ist erledigt"?
2. Kann das nicht erfolgte Einspringen der AL-Versicherung als Argument zur Reduktion der Restschuld herangezogen werden?
3. Kann die Bank oder das Inkassobüro in irgendeiner Weise auf mein Einkommen zugreifen, wenn sie bei meiner Frau nichts bekommt (ich bin kein Bürge!)?
4. Sollten wir uns in dieser Sache von einem Anwalt betreuen lassen, oder einfach die Forderung begleichen, weil jede Gegenwehr sowieso zwecklos ist?
(Hinweis: Natürlich hat meine Frau hier grosse Fehler begangen, weil sie die Konsequenzen ihres Nicht-Handelns lange falsch eingeschätzt hat. Und die grundsätzliche Forderung nach Rückzahlung der Kreditsumme ist auch unstrittig. Trotzdem interessiert mich der zu unseren Gunsten ausnutzbare Spielraum vor dem Hintergrund der Wucherzinsen und der fast schon betrügerischen "angeblichen" AL-Versicherung!)
31.08.2006 | 07:04

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,
unter Berücksichtigung der erteilten Informationen und Ihres Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

1. Wie groß der Spielraum ist für Verhandlungen läßt sich naturgemäß schwer sagen, nachdem dies vom Einzelfall abhnängt. Meine Erfahrungen gehen dahin, dass die Banken sich nur selten auf Vegleichslösungen einlassen und stattdessen auf volle Begleichung der Forderungen bestehen. Eine Teilklage erfolgte vermutlich aus Kostengründen, um einfach mal zu "testen", wie der kUnde reagiert und ob er liquide ist, ein durchaus übliches Vorgehen bei den Banken. Ich würde aber die finanzielle Situation Ihrer Frau darstellen und einen Vergleich anbieten, einen Versuch ist es sicherlich wert.

2. Das Nichteinspringen der AL-Versicherung ist dabei sicher kein hilfreiches Argument, wie sie die Darlehensschuld im Hintergrund absichern, interessiert die Bank nicht.

3. Einen Zugriff auf Ihr Einkommen kann nicht stattfinden.

4. Die Einschaltung eines Anwaltes erscheint mir sinnvoll. Zum einen könnte dieser vielleicht doch noch eine Regulierung durch die AL-Versicherung erreichen, zum anderen kann er sicherlich aufgrund seiner Erfahrung qualifizierter mit der Bank verhandeln.

Ich hoffe, Ihnen eine erste Orientierung gegeben zu haben und stehe im Rahmen der Nachfragefunktion gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Trögl
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 31.08.2006 | 08:58

Vielen Dank schon einmal, Herr Trögl.

Ändert sich Ihre Einschätzung zu Punkt 2, wenn die Bank diese Versicherung selbst mit anbietet und dabei den Abschluss derselben zur Bedingung des Kredites macht? Man spricht hier also mit demselben Haus, das die exorbitante Gebühr für die Versicherung UND die hohen Zinsen eingestrichen hat.
Mein Ansatz wäre hier, zumindest die Versicherungsgebühr aus der Schuld herauszuverhandeln, da die Leistung ausgeblieben ist.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.08.2006 | 09:15

Sehr geehrter Fragesteller,

unter diesen Voraussetzungen sollten sie sicher versuchen, die Versicherungsprämie "herauszuverhandeln", insbesondere dann, wenn bei Antragstellung durch den Bankmitarbeiter (der hier wohl als Vermittler aufgetreten ist)evtl. ein Fehler gemacht worden ist, der jetzt zur Nichtzahlung führt. Einen Versuch ist es meines Erachtens wert, auch wenn ein rechtlicher Anspruich naturgemäß nicht besteht.
Viel Erfolg !

Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Trögl
Rechtsanwalt

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"Mehr Tips zur praktischen Vorgehensweise wären schön gewesen, aber anhand der knappen Beschreibung sicher schwer möglich.
Zu meinem Grundverständnis der Rechtslage waren die Antworten aber durchaus hilfreich! Danke! "
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Mehr Tips zur praktischen Vorgehensweise wären schön gewesen, aber anhand der knappen Beschreibung sicher schwer möglich.
Zu meinem Grundverständnis der Rechtslage waren die Antworten aber durchaus hilfreich! Danke!


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