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Teamleitung (indirekte Chefin) sieht mich gegen 22:30 während AU in einer Kneipe

| 28.09.2014 13:23 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Pilarski


Zusammenfassung: Es geht um die arbeitsrechtlichen Konsequenzen eines Spaziergangs und Kneipenbesuchs während der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers.

Hallo,

ich habe mal eine Frage,

Ich bin seit einer Woche krankgeschrieben, heut ist der letzte Tag, den ich noch habe verlängern lassen, weil es mir heut Morgen nicht sehr gut ging (Fieber usw) ...

Jetzt war ich seit einer Woche fast nur zuhause, habe die ganze Zeit geschlafen und heut Abend musste ich einfach mal raus an die frische Luft. Ich war mit meiner Freundin und 2 Freunden spazieren und wir kamen dann an einer Kneipe vorbei, wo ich rein bin um mir eine Cola zu kaufen ... Dort saß nun meine "Chefin" ... und war natürlich extrem überrascht mich dort anzutreffen ... Sie sagte, dass wir uns am Montag darüber unterhalten ...

Jetzt mal meine Frage ... ich habe nichts getrunken ... es ist aber schon spät und ich war halt bei der Kneipe ... Ich war aber nur ganz kurz drin und hab mir dann nicht mal eine Cola bestellt ...

So nun mal meine Frage ... da ich einfach mal an die frische Luft musste, was ja meiner Gesundheit nicht schlecht tut, ich NICHTS getrunken habe und die Lokalität auch nur kurz betreten habe ...

Welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen kann das haben?

Abmahnung? Oder direkt eine fristlose Kündigung? (ich bin unbefristet angestellt in einem großen Unternehmen mit Betriebsrat usw) ...

War sicher blöd so spät noch raus zu gehen und dann ausgerechnet kurz in eine Kneipe zu gehen ... Aber ich hab ja da im Endeffekt nichts gemacht, was meiner Gesundheit schadet ... aber die Uhrzeit und halt die Situation in der Kneipe, die wirft die Frage auf?

Mit einer Abmahnung könnte ich leben ... Lehrgeld ...

Aber kann daraus evt doch direkt eine fristlose Kündigung werden?

Danke im Voraus!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Eingangs möchte ich Ihnen mitteilen, dass eine abschließende Beurteilung der Rechtslage ohne die Einsicht in den Arbeitsvertrag nicht möglich ist.

Wenn ein Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung nicht erbringen kann, weil er arbeitsunfähig ist, dann darf er grundsätzlich keine Unternehmungen machen, die seiner Gesundheit schaden. Er muss im Gegenteil Maßnahmen treffen, die seine Genesung fördern. Diese Pflicht entspringt den arbeitsvertraglichen Pflichten gegenüber einem Arbeitgeber. Es verhält sich aber keineswegs so, dass ein arbeitsunfähiger Arbeitnehmer nicht aus dem Haus gehen darf.

Nun ist die Frage, ob Ihr Spaziergang, den Sie mit dem Besuch in der Kneipe verbunden haben, eine vertragliche Verletzung des Arbeitsvertrags darstellt. Meiner Ansicht nach schadet diese „Aktion" nicht der Genesung, was allerdings auch von der Art und dem Umfang der Krankheit abhängt. Sie haben frische Luft geschnappt, Sie haben Ihren Angaben nach keinen Alkohol getrunken und haben sonst keine Handlungen unternommen, die Ihre Krankheit verschlimmert hätten.

Zu einer wirksamen Kündigung dürfte es meiner Ansicht nach nicht führen, weder zu einer ordentlichen noch zu einer außerordentlichen Kündigung.

Es mag sein, dass Ihnen der Arbeitgeber eine Abmahnung zugehen lassen möchte. Aber selbst gegen die Abmahnung würde ich rechtlich vorgehen. Denn eine Vertragsverletzung dürfte nicht vorliegen. Außerdem könnten Sie Ihren Aussagen nach durch die Freunde als Zeugen beweisen, dass kein Abmahn- bzw. Kündigungsgrund vorlag. Insgesamt genießen Sie aufgrund der Größe Kündigungsschutz nach dem KSchG, so dass eine Kündigung sozial gerechtfertigt sowie verhältnismäßig sein müsste und der Betriebsrat müsste angehört worden sein. Das heißt, die Hürden für den Arbeitgeber sind hier relativ hoch.

Ich kann Ihnen gerne bei direkter Beauftragung meiner Person anbieten, Sie in der Sache zu vertreten, falls Ihr Verhalten tatsächlich Konsequenzen durch den Arbeitgeber nach sich zieht.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen bei der Entscheidung hinsichtlich Ihres weiteren Vorgehens weiterhelfen. Nutzen Sie gerne einmalige kostenlose Nachfragefunktion, damit ich etwaige Unklarheiten ausräumen kann.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 15.10.2014 | 19:28

Hallo,

eine kleine Nachfrage hierzu habe ich. ich habe das in der Ursprungsfrage nicht ganz richtig formuliert.

Wenn der AG nun kommt und eine Verdachtskündigung aufgrund dieses Vorfalls aussprechen will, kann er das dann tun? Gilt die AU an dem Tag bis Dienstende oder bis 24 Uhr?

Denn der AG berät sich aktuell wohl wegen einer Verdachtskündigung.

VG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.10.2014 | 20:52

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:

Der Arbeitgeber kann grundsätzlich fast alles, also auch eine Verdachtskündigung aussprechen. Die Frage ist aber, ob diese auch wirksam wäre. Das wäre meine Ansicht nach zu verneinen, Sie könnten gegen diese mit Erfolgsaussicht vorgehen. Grundsätzlich sind Sie für den gesamten Tag arbeitsunfähig geschrieben.

Ich kann mich nur wiederholen, ich kann Ihnen gerne anbieten, Sie in dieser Sache weiter zu vertreten, falls Sie tatsächlich eine Kündigung erhalten sollten.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen


Michael Pilarski
(Rechtsanwalt)

Bewertung des Fragestellers 15.10.2014 | 19:29

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 15.10.2014 5/5,0
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