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Tariferhöhung private Krankenversicherung

28.12.2012 12:49 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Silke Jacobi


guten Tag, meine private Krankenversicherung hat die Tarife incl der neuen Beitragserhöhung in drei Jahren insgesamt um weit über 100 % erhöht. Ist das zulässig, was kann ich gegen die erneute Erhöhung machen?

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben im Rahmen einer rechtlichen Ersteinschätzung gern beantworte:

In der PKV kam und kommt es leider sehr häufig zu erheblichen Beitragserhöhungen. Die Erhöhungen fallen dabei je nach Versicherung sehr unterschiedlich aus. Eine festgelegt Obergrenze, wie viel die Beiträge in einer bestimmten Zeit maximal erhöht werden dürfen, gibt es allerdings bislang nicht. Die Beitragserhöhungen werden allerdings gem. § 203 Abs. 2 VVG in der Regel von einem unabhähgigen Treuhänder geprüft und bedürfen seiner Zustimmung. Insoweit findet also eine Überprüfung der Beitragshöhen durchaus statt und die Versicherungen haben nicht völlig freie Hand bei den Beitragserhöhungen.

Auch wenn die von Ihnen genannte Erhöung innerhalb von drei Jahren sehr hoch ist, ist diese zulässig.

Bei Beitragserhöhungen hat der Versicherte ein Sonderkündigungsrecht nach § 205 Abs. 4 VVG. Es besteht auch die Möglichkeit, innerhalb der Versicherung in einen günstigeren Tarif zu wechseln und dadurch die Beiträge für sich zu senken. Eine Beitragssenkung kann u. U. auch durch Ausschluss von Leistungen oder Erhöhungen der Selbstbeteiligung erreicht werden. Dies müssten Sie mit Ihrer Versicherungsgesellschaft direkt klären

Grundsätzlich wäre auch der Wechsel in eine von vonherein günstigere oder preisstabilere PKV möglich. Hierzu kann man sich z. B. bei den Verbraucherberatungen informieren und beraten lassen.

Wenn Sie von den vorgenannten Möglichkeiten keinen Gebrauch machen wollen oder aus persönlichen Gründen nicht Gebrach machen können, haben Sie leider keine anderen Möglichkeiten, gegen die Beitragserhöhung vorzugehen oder diese abzuwenden.

Ich bedaure, Ihnen keine positivere Antwort geben zu können und hoffe, Ihnen dennoch einen ersten Überblick verschafft zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Silke Jacobi
Rechtsanwältin

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