Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Tante gestorben. Bin ich Miterbe geworden?

13.05.2012 22:46 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Nach jahrelanger Pflegebedürftigkeit ist meine verwitwete, kinderlose Tante vor 3 Monaten gestorben .
Bereits vor ca.15 Jahren hat sie ihr Immobilienvermögen auf zwei Nichten übertragen.
Damals wurde uns anderen drei Nichten und Neffen von ihr versichert, sie habe alles geregelt und es seien Sparbücher für jeden einzelnen vorhanden .
Meine Tante war vermögend,immer grosszügig und stand mitten im Leben, weshalb wir an ihren Worten keinen Moment gezweifelt haben.
Nach dem Tot der Tante wurde uns von den beiden Nichten , die die Pflege der Tante organisiert haben , mitgeteilt, es sei weder ein Testament noch Sparbücher oder Geld vorhanden.
Es sei gerade noch genug Geld für die Beerdigung da.
Auch teurer Schmuck und hochwertiges Porzellan sei schon lange nicht mehr da.
Für mich war der Fall erledigt.
Jetzt werde ich von einer Nichte aufgefordert, eine Vollmacht zu unterschreiben, die ihr die Regelung der Steuererklärungen ermöglichen soll.
Das Finanzamt verlange eine Vollmacht aller Erben.
Ich habe ihr mitgeteilt, dass ich nichts schon garkeine Vollmacht unterschreiben werde und Unterlagen sehen möchte.
Meine Frage:
Was habe ich mit dem Erbe noch zu tun?
Für welchen Zeitraum müssten Unterlagen offen gelegt werden?
Was,wenn sich Steuernachzahlungen oder Schulden herausstellen?

Sehr geehrter Fragesteller,

ich möchte Ihre Frage unter Zugrundelegung des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes von € 25,00 wie folgt beantworten. Bitte beachten Sie, dass angesichts der Bedeutung der Angelegenheit hier nur eine erste Einschätzung gegeben werden kann.

Wenn tatsächlich kein Testament vorliegt, greift die gesetzliche Erbfolge. Wenn die Tante keine Kinder hatte und deren Eltern verstorben sind (davon gehe ich hier aus), erben die Geschwister Ihrer Tante, § 1925 Abs. 1 BGB. An Stelle von verstorbenen Geschwistern treten deren Abkömmlinge, d.h. die Nichten und Neffen zu gleichen Teilen. D.h., wenn Ihr Elternteil, der Sie mit der Tante verbindet, verstorben ist, sind Sie Miterbe geworden. Sie befinden sich mit den anderen Erben in einen Miterbengemeinschaft, die grundsätzlich Ihrer Mitwirkung bedarf. Diese Gemeinschaft ist eigentlich darauf ausgelegt, durch Auseinandersetzung, d.h. Zuteilung von Vermögensgegenständen, aufgelöst werden.

Als Miterbe stehen Ihnen die gleichen Befugnisse zu wie den Nichten, die wohl die Erbschaftsangelegenheit in die Hand genommen haben und Sie sind gleichberechtigt in der Verwaltung des Nachlasses.

Als Miterbe bestehen in der Regel keine Auskunftsansprüche gegen andere Miterben, eben weil Miterben selbst über den Nachlass verfügen können. Dies ändert sich, wenn Informationen oder Erbschaftsgegenstände zurückgehalten werden, dann besteht ein rechtlicher Anspruch auf Auskunft über den gegenwärtigen Zustand des Nachlasses. Eine zeitliche Begrenzung in dem Sinne, wie Sie fragen, gibt es nicht.

Bei Schulden besteht immer noch die Möglichkeit, die Erbschaft auszuschlagen. Dies ist an Fristen gebunden.

Sie sollten darüber nachdenken, sich einen Erbschein ausstellen zu lassen; damit können dann auch gegenüber Banken Auskunft verlangen.

Angesichts der unklaren Sach- und nicht ganz einfachen Rechtslage rate ich Ihnen dringend, sich für das weitere Vorgehen mit einem Berufsträger in Verbindung zu setzen.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Eichinger
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 22.05.2012 | 21:58

Was passiert, wenn ich mich weiter weigere die Nichten bei der Abwicklung des Erbes zu unterstützen, indem ich meine Unterschrift unter eine Vollmacht verweigere, solange ich keine Unterlagen zu sehen bekomme?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.05.2012 | 23:44

Man muss Einkommen- und Erbschaftssteuerpflichten unterscheiden sowie die zivilrechtliche Ebene. Solange Sie keine Aufforderung zur Erbschaftssteuererklärung nach § 31 ErbStG bekommen, müssen Sie nichts tun. Als Miterbe müssen Sie aber auch ohne Aufforderung an der letzten Einkommensteuererklärung der Erblasserin mitwirken, z.B. durch Erteilung einer Vollmacht. Wenn Sie dies nicht tun, kann die Finanzbehörde Sie wegen der Verletzung steuerrechtlicher Pflichten mit einem Bußgeld belegen und/oder Säumniszuschläge für die Steuererklärung verhängen. Die Verweigerung ist auf Dauer auch kein wirksames Druckmittel, da in dieser Konstellation ggf. ein Vertreter bestellt werden kann. Es empfiehlt sich, das zuständige Finanzamt zu kontaktieren, um zu erfahren wie es die Sache in ihrem Fall sieht, das kann viel Klarheit bringen, ggf. verbunden mit der Bitte, Ihnen entsprechende Mitwirkungsaufforderungen zukommen zu lassen. Im Übrigen empfiehlt es sich wie gesagt nicht, durch Weigerung an der Mitwirkung die Auskunftsansprüche gegen die Mitereben endgültig erzwingen zu wollen. Dies sollte auf dem Zivilrechtsweg getan werden.

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 67941 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Danke, Herr RA Schröter, für die verständliche Erklärung meines Sachverhaltes. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Schnelle Antwort, auch auf die Rückfrage. Problem wurde geklärt, jetzt fühlt man sich schon gleich besser gewappnet gegen ggf. unberechtigt eintreffende Forderungen :) ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Bin top zufrieden. Auch bei einer dritten Nachfrage per E-Mail wurde meine Frage abschließend beantwortet. Gerne jederzeit wieder. ...
FRAGESTELLER