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Tankenstellenmitarbeiter. Muss dieser Wegfahrer bezahlen?


26.06.2006 11:36 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Hallo

ich arbeite in Frankfurt Vollzeit an einer Tankstelle. Wie schon bekannt, kommt es immer wieder dazu, dass Leute tanken und wegfahren ohne zu bezahlen.

Wenn wir als Mitarbeiter das Kennzeichen nicht aufschreiben von dem jeweiligen Fahrzeug wird der Betrag von unserem Lohn abgezogen.

Wir (Vollzeitkräfte) erhalten monatlich 50 Euro Mankogeld, gabs keinen Weffahrer bzw. Abzüge ist dies unser Geld.

Leider hat jeder von uns (je nach Schicht!) ca. 50 - 150 Euro Abzüge im Monat!

Ist das rechtens, zu mal es beim besten Willen nicht möglich ist, alles im Überblick zu haben.

Insbesondere wenn es voll wird. MAn ist allein in der Tankstelle, muss während der Schicht, ständig die Regalle auffüllen, ggf. Brötchen etc.. backen, Personen bedienen.

Wie könnten / sollten wir vorgehen?

Besteht die Chance, die Abzüge von früher zurück zu erhalten.

Es hat leider keiner von uns eine Rechtsschutzverschicherung, wie hoch wären die Gerichtskosten?

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Sehr geehrte Ratsuchende,


einen Schadensersatzanspruch kann der Arbeitgeber im Rahmen der Verrechnung nur dann vornehmen, wenn Ihnen und Ihren Kolleginnen ein Verschulden angelastet werden kann.

Nun kommt das ABER:

Führt eine Mankoabrede (und um eine solche handelt es sich hier offenbar, wobei allerdings der Arbeitsvertrag und die Abrede eingesehen werden müsste) sogar zu einer verschuldensunabhängigen Haftung des Arbeitnehmers, so ist dieses DANN ZULÄSSIG, WENN Ihr Arbeitgeber ein sog. Mankogeld als Ausgleich für die Haftung zahlt. Dieses Mankogeld muss aber grob den Schaden ausgleichen können, woran es hier offenbar fehlt.

Daher halte ich - vorbehaltlich der Einsicht in die Unterlagen; faxen Sie mir diese doch einfach einmal zu - bei dieser Konstellation die Vereinbarung gleichwohl für unzulässig.


Dieses sollte dem Arbeitgeber mitgeteilt werden. Auch sollte der Verrechnung widersprochen werden.

Ob nachträglich die Beträge zurückgefordert werden können, hängt zum einen vom Vertrag und zum anderen von einem eventuell anwendbaren Tarifvertrag ab, da dort teilweise Ausschlussfristen gelten, die immer dann eingreifen, wenn der Arbeitnehmer widerspruchslos die Abrechnung (und damit Aufrechnung) hingenommen hat - diese Frist kann sehr unterschiedlich sein.


Die Kosten des Arbeitsgerichtsprozesses hängen vom Gegenstandswert ab. Bei geschätzten 1.800,00 EUR (Jahreswert) betragen die Kosten ca. 630,00 EUR, wobei es im Arbeitsgerichtsprozess KEINE Kostenerstattung erfolgt. Es besteht aber die ggfs. Möglichkeit der Prozesskostenhilfe wobei es auch zulässig ist, die Klage selbst beim Arbeitsgericht einzureichen.




Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle


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