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Tankbetrug


22.04.2007 11:01 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Tanja Stiller



Hallo,

am Karfreitag wollte ich vormittags meine Mutter besuchen. Fahrt von Berlin nach Schwedt/Oder.
Ich nahm das Auto meines Freundes Thomas. Halter dieses Fahrzeuges ist deren Vater Stephan.
Um noch sicher dort anzukommen wollte ich noch vermutlich ca. 30 Euro in den Tank tun. Ich fuhr zur Tankstelle, tankte, ging rein, bestellte noch 2 Päckchen Zigaretten, bezahlte mit Karte, ging raus und fuhr los.
Was ich nicht bemerkte als ich mit Karte zahlte, dass der Kassierer nur 8,40 für die Zigaretten abgezogen hatte. Das stellte ich fest als ich meine Kontoauszüge überprüfte.
Ich weiß leider nicht mehr genau für wie viel ich tankte und habe natürlich den Beleg nicht mehr.
Jedenfalls kam gestern der Brief beim Halter Stephan an, mit der Aufforderung die Person zu identifizieren die mit dem Auto fuhr.
Wäre dieses Schreiben nicht gekommen, wäre mir wohl nie aufgefallen, dass ich das Benzin nie bezahlt hatte. Ich war ja bis dahin der Meinung, dass das mit abgezogen worden ist.
Nun weiß ich nicht, wie ich mich verhalten soll?
Ich würde gern einfach hingehen und die Außenstände beim Tankwart bezahlen. Kann der diese Anzeige noch zurückziehen oder ist das Verfahren schon ins rollen gebracht?
Was muss ich beachten? Soll ich mir ein Schriftstück aushändigen lassen aus dem hervorgeht dass er die Anzeige zurückziehen wird?
Sollte der Halter Stephan einfach sagen dass er nicht weiß wer das Fahrzeug fuhr? Auf der Videoüberwachung ist mit Sicherheit zu erkennen, dass er selbst es nicht war, sondern eine Frau. Welche Konsequenzen könnten ihm dann blühen?
Wenn de Pächter die Anzeige nicht zurückzieht, was blüht mir dann? Bin ich dann vorbestraft und erhalte einen Eintrag ins Führungszeugnis was mir die Jobsuche definitiv erschweren würde?
Kann der Pächter mehr verlangen als das getankte Benzin?
Ich habe definitiv im meinem Leben noch niemanden betrogen und nie gestohlen. Es war nur ein Versehen weil ich mit meinen Gedanken ganz woanders war und nicht merkte dass der Tankwart nur das Geld für die Zigaretten abzog

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für die Einstellung Ihrer Fragen.

Zuerst möchte ich Sie daraufhin weisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll, die in keinem Fall den Gang zu einer Kollegin/ einem Kollegen vor Ort ersetzt.
Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann nämlich die rechtliche Beurteilung komplett anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Ihre Fragen beantworte ich aufgrund, der von Ihnen erhaltenen Angaben und eingesetzten Betrag wie folgt:

Bei Selbstbedienungstankstellen kommt Diebstahl, Unterschlagung oder Betrug in Betracht, wenn der Kraftstoff in den Tank eingefüllt wird und später nicht bezahlt wird.
In den meisten Fällen wird aber von der h.M. bei ordnungsgemäßer Bedienung der Tanksäule Diebstahl abgelehnt, da von einem Einverständnis des Berechtigten mit dem Gewahrsamsübergang auszugehen ist und somit keine Wegnahme vorliegt.
Es liegt aber in jedem Fall Unterschlagung vor.
Bleibt der Täter bis zum Ende des Tankvorgangs unbemerkt, so liegt seitens des Tankpersonals bzw. Betreibers mangels Irrtum bzw. mangels Vermögensverfügung kein vollendeter Betrug vor.
Bei Ihnen wurde die Betankung nicht bemerkt, erst nachdem Sie weggefahren sind, wurde bemerkt, dass Sie getankt haben.
Daher kommt allenfalls besuchter Betrug in Betracht.

Falls Sie versuchen sollten die Sache mit dem Pächter selbst zu klären, sollten Sie auf jeden Fall den getankten Betrag nachzahlen und sich darüber eine Quittung ausstellen lassen.
Dies könnte sich strafmildernd auswirken, da der Schaden nun beglichen wurde.
Des weiteren bitten Sie den Pächter seine Strafanzeige schriftlich zurückzunehmen und verlangen Sie eine Durchschrift von diesem Schreiben.
Aber:
Selbst wenn der Betreiber die Anzeige zurücknimmt, kann die zuständige Staatsanwaltschaft trotzdem ein Ermittlungsverfahren gegen Sie einleiten.
Die Staatsanwaltschaft wird das Ermittlungsverfahren gegen Sie einleiten, wenn sie das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung feststellt.
Das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung wird in der Regel bei einem Betrag von 30€ angenommen, ein Wert von 50€ scheint auch im Anbetracht der Preissteigerung zu hoch.
Es kommt also darauf an, wie hoch der Tankbetrag war.

Der Halter sollte auf keinen Fall lügen, denn er könnte sich dann selbst strafbar machen, wenn er behauptet, er wisse nicht wer das Fahrzeug fuhr.
Vor Gericht müsste er auch aussagen, wenn er kein Zeugnisverweigerungsrecht hat.

Wenn Sie „ Ersttäter“ sind, wird wohl eine Geldstrafe verhängt werden.
Meines Erachtens wird diese im Bereich von 30-40 Tagessätzen liegen.
Erst über 90 Tagessätzen werden Geldstrafen ins Führungszeugnis eingetragen, es sei denn es ist eine Vorstrafe bereits eingetragen.

Es tut mir leid, dass ich Ihnen keine positive Nachricht überbringen konnte.
Dennoch hoffe ich, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte und verbleibe



mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin Tanja Stiller
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