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Täuschungsversuch durch falschen Taschenrechner in der Klausur?

| 17. Oktober 2013 08:24 |
Preis: ***,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Zusammenfassung:

Täuschungsversuch durch Benutzung eines nicht zugelassenen Hilfsmittels

Hallo,

bei meiner Klausur im 3. und letzten Prüfungsversuch an einer Uni in NRW habe ich ein Taschenrechner CASIO fx-82 verwendet. Zugelassen waren insgesamt drei genau bezeichnete Modelle, unter anderem ein CASIO fx-86. Die Klausuraufsicht hat meinen Rechnertyp protokolliert und die Klausur weiterschreiben lassen.
Jetzt bekomme ich einen Prüfungsbescheid über „nicht ausreichend" (5,0) wegen Täuschungsversuch.

In der Prüfungsordnung steht folgender Text:

…Versucht der Kandidat, das Ergebnis seiner Prüfungsleistung durch Täuschung, z.B. Benutzung nicht zugelassener Hilfsmittel, zu beeinflussen, gilt die betreffende Prüfungsleistung als „nicht ausreichend" (5,0) bewertet……

Mein Taschenrechner hat in allen Kategorien einen geringeren Leistungsumfang als der zugelassene Taschenrechner, damit ist er auf jeden Fall minderwertiger.

Widerspruchsfrist gegen den Bescheid läuft noch.

Wie kann ich erreichen, ein reguläres Prüfungsergebnis zu bekommen und den Täuschungsvorwurf zu entkräften? Ist die Festlegung auf einen genauen Taschenrechnertyp und nicht einen maximal zulässigen Leistungsumfang nicht zu eng?

Wie sieht es mit Härtefall aus, weil es der letzte Prüfungsversuch war?

Vielen Dank für die Antwort.

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für die Anfrage. Vorweg möchte ich Sie darauf aufmerksam machen, dass dieses Forum dafür gedacht ist, einen ersten Eindruck zu der Rechtslage zu vermitteln. Durch Weglassen oder Hinzufügen von wesentlichen Teilen des Sachverhalts kann es durchaus zu einer anderen rechtlichen Beurteilung kommen.

Sie sollten in jedem Falle Widerspruch einlegen. Zwar ist die Universität durchaus berechtigt, nur bestimmte Taschenrechner als Hilfsmittel zuzulassen. Dadurch soll die Chancengleichheit gewahrt und es soll der Aufsicht die Überprüfung der verwendeten Hilfsmittel ermöglicht werden.

Dennoch ist es natürlich so, dass eine Täuschung aus einem objektiven und einem subjektiven Teil besteht. Objektiv haben sie ein nicht zugelassenes Hilfsmittel verwendet. Entscheidend wäre dann, ob Sie durch die Verwendung dieses nicht zugelassenen Hilfsmittels auch täuschen wollten. Dies ergibt sich auch aus dem von Ihnen zitierten Auszug. Sie müssten also versucht haben, das Ergebnis Ihrer Prüfungsleistung durch die Benutzung des nicht zugelasseneen Hilfsmittels zu beeinflussen.

Mir ist nicht bekannt, inwieweit sich das von Ihnen verwendete Modell von dem zugelassenen Modell unterscheidet. Im Zweifelsfalle müsste dies durch einen Sachverständigen geklärt werden.
Wenn der von Ihnen verwendete Taschenrechner aber tatsächlich weniger kann als der zugelassene Taschenrechner und das Prüfungsergebnis daher nicht beeinflussen konnte, dann läge auch keine Täuschung vor. Ihre Prüfung dürfte dann nicht mit nicht ausreichend bewertet werden.

Angesichts der Bedeutung der Angelegenheit für Sie kann ich Ihnen nur empfehlen, einen Anwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen zu beauftragen. Dieser könnte dann Akteneinsicht nehmen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Yvonne Bellmann, Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 10. Februar 2014 | 10:54

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Ich möchte hier kurz schildern, wie mein Fall weiterging:
Zunächst habe ich fristgerecht Widerspruch eingelegt und dabei die Schlüsselwörter "Objektiver Täuschungsversuch" und Subjektiver Täuschungsversuch" aus der Anwaltsauskunft in meiner Argumentation verwendet. Den Widerspruch und einen Taschenrechnervergleich mit Daten des Herstellers habe ich selber formuliert.
Leider wurde der Widerspruch zunächst zurückgewiesen und der Prüfungsausschuß wollte bei seiner Entscheidung bleiben.
Ohne weiteres Zutun meinerseits wurde die Sache jedoch wieder aufgegriffen und bei einer zweiten internen Beratung wurde meiner Argumentation gefolgt und schließlich die Klausur regular bewertet. Der Täuschungsvorwurf ist somit vom Tisch.
Warum dass jedoch im Nachhinein für mich gut ausgegangen ist, kann ich nicht sagen. Möglicherweise hat ein anderer Kandidat den Weg zum Verwaltungsgericht eingeschlagen, wo dann die Uni doch möglicherweise kalte Füße bekommen hat, eine Prüfungsordnung so eng auszulegen

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