Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Tätlicher Angriff mit vorsätzlicher Körperverletzung

| 26.03.2019 09:13 |
Preis: 47,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Krim.-Dir. a.D. Willy Burgmer


Zusammenfassung: Warum wird ein Fall vor dem Landgericht und nicht vor einem Amtsgericht verhandelt ? Und was hat ein Zeuge zu befürchten?

Im muss im August als Zeuge vor dem Landgericht Duisburg eine Aussage machen und habe dazu eine Frage.

Es geht um folgenden Sachverhalt :

Am Freitag, den 14.04.2017, gegen 21.20 Uhr klingelte es mehrmals an meiner Haustüre.
(Ich wohne im Dachgeschoss, 4 Etage eines Mehrfamilienhauses)
Ich öffnete die Tür nicht, da ich meine damalige Lebensgefährtin vermutete.

Wir sind am Vortage in einem Streit und Aussprache auseinander gegangen, zu einer weiteren Auseinandersetzung, abends um halb zehn, hatte ich einfache keine Lust mehr und mir auch einen weiteren Besuch verbeten.

Plötzlich hörte ich dann aber Hilfeschreie im Treppenhaus vor meiner Haustür.
Ich öffnete daraufhin sofort die Tür und sah meine Lebensgefährtin und meine Nachbarin
(sie wohnt gegenüber) vor meiner Haustür stehen.
Die Haustür meiner Nachbarin stand offen.
Die Nachbarin stand hinter meiner Lebensgefährtin und hatte die rechte Hand in den Haaren am Hinterkopf meiner Lebensgefährtin und zog diesen nach hinten.
Die Nachbarin bemerkte mich nun und lies den Kopf meiner Lebensgefährtin sofort los, sie machte auf mich den Eindruck als wirkte sie erschreckt und plötzlich ertappt.
Die Nachbarin ging nun zurück in ihre Wohnung und schloss wortlos die Tür.
Meine Lebensgefährtin blutete im Gesicht und hielt sich Ihre rechte Hand, der Ringfinger schmerzte und war anscheinend verletzt.

Daraufhin riefen wir die Polizei welche um 21.30 Uhr erschien.
Meine Lebensgefährtin schilderte den Vorfall, sie wäre angegriffen worden und erstattete Anzeige.

Anscheinend fühlte sich die Nachbarin von dem Schellen so belästigt, dass sie übergriffig wurde.

Gegenüber der Polizei sagte sie allerdings aus, dass sie von meiner Lebensgefährtin angegriffen wurde, es steht also Aussage gegen Aussage.
Eine Verletzung erlitt die Nachbarin nicht.

Danach fuhren wir gemeinsam zum Krankenhaus, dort wurde ein Sehnenabriss festgestellt.

Nun wird der Fall vor dem Landgericht verhandelt.

Meine Frage ist nun, hätte ich meine Tür nach dem ersten Klingel öffnen müssen, bin ich überhaupt dazu verpflichtet meine Tür zu öffnen ?

Nach dem ich Hilfeschreie gehört habe, habe ich die Tür ja geöffnet, nur beim vorherigen klingeln nicht.
Einerseits wäre es dann nicht zu dem Vorfall gekommen, anderseits hätte trotz abendlichen Lärms die Nachbarin nicht übergriffig werden dürfen, nach Aufforderung diesen abzustellen hätte sie ja auch die Polizei rufen können.

Ich bin mir unsicher ob ich jetzt nicht in Haftung genommen werden könnte.
Warum wird der Fall vor dem Landgericht und nicht vor einem Amtsgericht verhandelt ?

Gerne zu Ihren Fragen:

Ich bin mir unsicher ob ich jetzt nicht in Haftung genommen werden könnte.

Antwort: Sie sind als Zeuge geladen; nicht als Angeklagter. Insofern droht hier keine Verhaftung.
Oder meinten Sie, dass Sie für etwas haften sollte, z.B. Schadensersatz, Schmerzensgeld etc. Das ist etwas anderes. Aber dafür kann ich Ihrer Schilderung des Sachverhalts nichts entnehmen.

Warum wird der Fall vor dem Landgericht und nicht vor einem Amtsgericht verhandelt ?

Antwort: Das kann ich so ebenfalls nicht beantworten. Ginge es um die Verhandlung in einer Strafsache, kommt mir das eher ungewöhnlich vor, weil so etwas normalerweise vor dem Amtsgericht verhandelt wird.

Eine Zivilrechtssache könnte dann zum Landgericht gehen, wenn der Schadensersatz und/oder das Schmerzensgeld höher als € 5000,-- wäre.

Meine Frage ist nun, hätte ich meine Tür nach dem ersten Klingel öffnen müssen, bin ich überhaupt dazu verpflichtet meine Tür zu öffnen ?

Antwort: Im Prinzip sind bzw. waren Sie dazu nicht verpflichtet. Etwas anderes könnte ggf. gelten, wenn Ihre Lebensgefährtin bei Ihnen wohnte, also als Mit- oder Untermieterin. Aber auch hierzu müsste ich genaueres wissen.

Und auch. ob die Tat- bzw. Ereigniszeit tatsächlich am 14.04.2017 war und der Verhandlungstermin im August 2019 angesetzt ist.

Sie können den Sachverhalt auch per Email an mich vervollständigen. Dann bleibt Ihnen die Rückfrageoption erhalten.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 26.03.2019 | 10:22

Hallo Herr Burgmer,

vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich meinte mit Haftung keine Verhaftung sondern Schadensersatz, Schmerzensgeld, etc.

Meine Lebensgefährtin wohnte nicht bei mir und die Tatzeit war tatsächlich der 14.04.2017.

Warum erst nach über 2 Jahren die Verhandlung stattfindet ist mir schleierhaft.

Ich habe mich auch danach von ihr getrennt, kenne also den weiteren Verlauf nicht.

Mir wäre wichtig zu wissen ob mir nicht vorgeworfen werden kann die Tür nach dem Schellen nicht geöffnet zu haben, sondern erst nach den Hilferufen ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2019 | 12:02

Nachfrage: Ich meinte mit Haftung keine Verhaftung sondern Schadensersatz, Schmerzensgeld, etc.

Antwort: Ich denke, dass Sie dann Zeuge sind für die Auseinandersetzung der Nachbarin mit Ihrer Ex-Lebensgefährtin (LG) und deren Körperverletzungsschaden nebst Schmerzensgeld. Ich sehe hier keinen Ansatz für eine Haftung Ihrerseits.


Nachfrage: Die Tatzeit war tatsächlich der 14.04.2017.
Antwort: Dann wird es zwischenzeitlich ärztliche Sachverständigengutachten und Krankenhausrechnungen über die Versicherungen gegeben haben, welche die Verhandlung verzögert haben.

Nachfrage: Mir wäre wichtig zu wissen ob mir nicht vorgeworfen werden kann die Tür nach dem Schellen nicht geöffnet zu haben, sondern erst nach den Hilferufen ?

Antwort: Wenn Ihre Lebensgefährtin nicht bei Ihnen wohnte, mussten Sie auch nicht nach dem Schellen öffnen.
Ob sie nach den Hilferufen öffnen mussten, kann eine Frage des "vorangegangenen Tuns", also der Ereignisse zuvor sein. Da Sie aber geöffnet haben, stellt sich diese Frage nicht mehr.

Ich hoffe, ich konnte die Sache weiter aufhellen und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Ihr
Willy Burgmer
- Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 26.03.2019 | 12:18

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Rechtsanwalt Herr Burgmer konnte mir weiterhelfen.
Der Kontakt war freundlich, zuvorkommend und schnell.
Herrn Burgmer kann ich sehr weiterempfehlen.
"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 26.03.2019 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 69697 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Verständliche Antwort in sehr angemessener Zeit, auch bezüglich meiner Nachfrage. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herzlichen Dank für Ihre kompetente und situationserfassende Einschätzung und Beratung - hat mir sehr geholfen! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Erstklassig, sehr schnell und äußerst hilfreich mit den entsprechenden Verweisen. Danke! ...
FRAGESTELLER