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Supervision - rechtsfreier Raum?


23.04.2006 04:13 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Sehr geehrte Frau Rechtsanwältin, sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

in einer Angelegenheit, die nicht nur meine berufliche Tätigkeit betrifft sondern mich auch existentiell bedroht erbitte ich einen juristisch fundierten Rat. Ich bin seit 18 Jahren für einen Träger der Behindertenhilfe, eine Lebenshilfe, als Gruppenleiter in einem Wohnheim für behinderte Menschen tätig. Ich liebe diese Arbeit, ich bin fast wie bescheuert besessen davon. In den letzten zwei Jahren gab es dabei zunehmend Konflikte mit zwei Mitarbeiterinnen meines Teams. Aus meiner Sicht haben sich diese beiden Mitarbeiterinnen aus der gemeinsamen Arbeit ausgeklinkt und kurz gesagt völlig destruktive Positionen bezogen. Sie haben sich dabei nicht mehr an Absprachen gehalten und in einer irrsinnigen Weise Fehler produziert. Fehler, für die ich als Gruppenleiter meinen Kopf hinhalten muß und die geeignet waren, in wesentlicher Weise Schaden für unsere Betreuten zu produzieren. Um dieser – sich über zwei Jahren hinziehenden Entwicklung entgegenzuwirken – habe ich mich im Sommer 2005 gegenüber der Leitung des Wohnheims für eine Supervision ausgesprochen. Diese Supervision, durchgeführt von einer externen Dipl. Psychologin ist dann allerdings sozusagen völlig nach hinten losgegangen. In den 6 Terminen haben meine beiden Kolleginnen behauptet, ich würde sie quälen, wäre nicht nett genug und unfair. Dies ist in meinen Augen allerdings eine pure Schutzbehauptung, die sich durch überhaupt nichts belegen läßt und die damit jeder Grundlage entbehrt. Ohne jetzt ins Detail zu gehen hat sich die Psychologin diese Einschätzung zueigen gemacht und im Ergebnis die Supervision mit der Begründung abgebrochen, es wäre meine Schuld. Aufgrund dieses Statements habe ich eine Kündigung von meinem Arbeitgeber erhalten, gegen die ich natürlich klage.
Mich interessiert hier in diesem Zusammenhang vor allem die Psychologin. Aus meiner Sicht hat sie die vorhandene Problematik in keiner Weise erfasst. Entgegen ihrer zwischenzeitlich geäußerten Zusage, niemals eine Supervision abzubrechen und jemand anderem dafür die Schuld zu geben hat sie dann letztlich genau das getan. Auf ihre Anregung hin und weil ich ein massives Interesse daran hatte, diese Schwierigkeiten aufzulösen habe ich sogar innerhalb des Supervisionszeitraums eine eigene Beratung auf meine Kosten bei ihr gebucht, die ich allerdings inzwischen zu den dämmlichsten Ausgaben meines Lebens buche. Meine Frage, nach dieser bewußt kurz gehaltenen Sachverhaltsschilderung lautet nun:

Kann ich gegen diese Psychologin juristisch vorgehen, und wenn wie? Ist die Arbeit von Psychologen überprüfbar? Ist es eigentlich Ok, wenn sie gleichzeitig ein Team und eine Einzelperson aus diesem Team berät, oder ist das nicht eine Interessenkollision? Kann sie eine Supervision wirksam im juristischen Sinne abbrechen und jemanden anderes hierfür verantwortlich machen?

Falls ein rechtskundiger Mitmensch hier gute Chancen sieht, gegen die Supervisorin vorzugehen würde ich natürlich nicht nur gern detailliertere Informationen zur Verfügung stellen sondern auch gern einen entsprechenden Vertretungsauftrag in Erwägung ziehen.

23.04.2006 | 05:06

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,
sehr geehrter Ratuchender!

Die Arbeit von Psychologen ist überprüfbar, wenn diese eine psycho-therapeutische Praxis betreiben und dazu Mitglied einer deutschen Psychotherapeuten-Kammer geworden sind. Ihre Sachverhaltsdarstellung kann ich nichts Entsprechendes entnehmen, vielleicht könnten Sie im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion kurz mitteilen, ob die Psychologin eine psychotherapeutische Praxis betreibt.

Der Dachverband der Supervisoren, die Deutsche Gesellschaft für Supervision e.V. (DGSv), bietet jedermann die Möglichkeit, auf der Homepage Beschwerden etc. zu formulieren. Zu deren Effizienz und Erfolgsaussichten kann ich nichts sagen, verweise Sie auf deren Homepage:
http://www.dgsv.de/

Wenn ich Sie richtig verstanden habe, hat Ihr Arbeitgeber die Supervision in Auftrag gegeben. Dementsprechend hat leider nur Ihr Arbeitgeber alle Rechte und Pflichten aus dem entsprechenden Dienstvertrag, d.h. die Psychologin müßte sich nur vor Ihrem Arbeitgeber für den Abbruch der Supervision rechtfertigen.

Ob sie eine Supervision rechtlich wirksam abbrechen kann und die Schuld dafür einem Dritten anlasten kann, beurteilt sich nach dem entsprechenden Dienstvertrag. Ohne dessen Kenntnis kann ich leider keine seriöse Einschätzung abgeben.

Es ist leider kein Grund ersichtlich, warum die Psychologin nicht gleichzeitig das Team und separat Einzelne davon beraten kann. Gegenteiliges könnte sich nur aus den entsprechenden Verträgen ergeben, sprich dem Supervisions-Vertrag und dem Beratungsvertrag. Ohne detaillierte Kenntnis beider kann ich leider auch hier keine seriöse Einschätzung abgeben.
Meines Wissens ist eine Supervision gedacht, um Konflikte in der Gruppe zu erkennen und beizulegen. Der Supervisor (hier die Psychologin) hat dabei meines Wissens eine neutrale, vermittelnde Funktion. Dementsprechend gibt es auch keine gegensätzlichen Interessenslagen der einzelnen Mitglieder, so daß ich auch keine Möglichkeit für eine Interessenskollision sehen kann.
Bitte teilen Sie mir mit, wenn ich falsch liege.

Es könnte vielleicht hilfreich sein, wenn Sie kurz mitteilen, warum (Ursache, nicht Begründung) die Psychologin die Supervision abgebrochen hat, ob dabei Gründe zum Tragen kamen, die sie aus Ihren privaten Beratungen erfahren hat und mit welchen Begründungen die Psychologin die privaten Beratungen anregte.

Daher bitte ich Sie, mir im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion Folgendes kurz mitzuteilen:

a) ob die Psychologin eine niedergelassen Psychotherapeutin ist
b) wer den Supervisionsvertrag mit der Psychologin abgeschlossen hat (Sie oder Ihr Arbeitgeber)
c) warum die Psychologin die Supervision abgebrochen hat, ob dabei Gründe zum Tragen kamen, die sie aus Ihren privaten Beratungen erfahren hat und womit die Psychologin die privaten Beratungen anregte.

Ich bitte um Nachsicht, daß ich so viele Rückfragen stellen, aber eine effiziente Rechtsberatung ist auf eine möglichst detaillierte und vollständige Faktenlage angewiesen.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber


Nachfrage vom Fragesteller 23.04.2006 | 05:36

Sehr geehrter Herr Weber,

vielen Dank für Ihre Antwort und ich danke Ihnen für Ihre Nachfragen. Zu Ihren Fragen:

Ihre Einschätzung, dass es bei Supervision üblicherweise um die Bearbeitung von Konflikten geht ist sicher richtig. Aber gerade hieraus ergibt sich ja das Vorhandensein einer gegensätzlichen Interessenlage.

1. Die Psychologin ist eine niedergelassene Psychologin.
2. Mein Arbeitgeber hat den Beratungsvertrag abgeschlossen.
3. Die Supervisorin hat die Supervision abgebrochen, nachdem ich gesagt habe, ich wäre zu alt, um mir den Mund verbieten zu lassen. Ich finde, dass dies keinen wirklichen Gund darstellt.
4. Die private Beratung riet die Psychologin an, nachdem ich in der 5. Sitzung zum Ausdruck brachte, dass ich den Eindruck habe, überhaupt nicht mit meinen Anliegen gehört zu werden.

Eigentlich ist das jetzt immer noch totale Oberfläche, ich habe das Gefühl 200 Seiten dazu schreiben zu können, ich versuch mich aber jetzt hier kurz zu fassen.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 24.04.2006 | 20:58

Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen dank für die Rückantworten!

Wenn die Psychologin sich lediglich als Psychologin niedergelassen hat und nicht Mitglied der Psychotherapeutenkammer ist, ist ein aufsichtsrechtliches Vorgehen nicht möglich.

Da der Supervisionsvertrag mit Ihrem Arbeitgeber abgeschlossen wurde, hat sich die Psychologin lediglich vor Ihrem Arbeitgeber für den Abbruch zu rechtfertigen.

Auch aus den anderen genannten Deatils kann ich leider keine Möglichkeit Ihrerseits erkennen, gegen die Psychologin vorzugehen.

Mit freundlichen Grüßen,

RA R. Weber

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