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Suche nach Testament; Erbschaft bei Privatinsolvenz - was tun?

09.09.2009 14:59 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

vor kurzem ist die Schwester der Mutter meines Vaters verstorben.

Da nur mein Vater und der Sohn der weiteren Schwester der Mutter, demzufolge nur die beiden Neffen der Verstorbenen als nächste Verwandte für eine Erbschaft in Frage kommen, möchte ich mich vertrauensvoll mit unseren Fragen an Sie wenden.

Unsere Tante hat früher von einem Testament gesprochen. Unter anderem vermuten wir, dass ihr Wunsch für ihre letzte Ruhestätte auch darin geäussert wurde.

Woher können wir nun erfahren, ob ein solches Testament überhaupt existiert? Wir kennen keinen Rechtsanwalt und Notar, der in ihrem Auftrag gehandelt haben soll.

Ist ein von ihr selbst aufgesetztes Dokument (vorausgesetzt es würde gefunden werden) auch als Testament gültig?

In Bezug auf eine eventuelle Erbschaft: meine Eltern stehen beide in Privatinsolvenz (bis Mitte 2010).

Wird dann ein eventuelles Erbe (Herbst 2009) direkt und vollständig dem Insolvenzverwalter überstellt oder gibt es hierbei eine andere Vorgehensweise?

Gibt es irgendeine Möglichkeit das Erbe auszuschlagen, um den Insolvenzverwalter zu umgehen (eventuell die Übertragung des Anteils des in der Insolvenz stehenden Neffen auf seinen eigenen, von der Insolvenz nicht-betroffenen Sohn?)

Herzlichen Dank für die Beantwortung unserer Fragen.

Mit freundlichen Grüßen,

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund Ihrer Informationen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Vorab ist klar zustellen, dass ich bei der Beantwortung Ihrer Frage von der Anwendung von deutschem Recht ausgehen.

Ein Testament kann gem. § 2247 BGB durch eine eigenhändige geschriebene und unterschriebene Erklärung durch den Erblasser errichtet werden. Wenn Ihre Tante zum Zeitpunkt der Erstellung eines Testamentes testierfähig war, wovon auszugehen ist, hat damit auch ein eigenhändiges Testament Wirksamkeit.
Problematisch ist, dass wie auch wohl in ihrem Fall ein eigenhändiges Testament oft zu Hause aufbewahrt wird und keine Hinterlegung z.B. beim Nachlassgericht erfolgt.
Sollte Ihre Tante daher das Testament zuhause aufbewahrt haben und dieses nicht mehr auffindbar sein, so könnten grundsätzlich keine erbrechtlichen Ansprüche aus dem Testament geltend gemacht werden.
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, dass in Deutschland die Pflicht besteht, ein gefundenes Testament nach Eintritt des Erbfalls an das Nachlassgericht herauszugeben.

Bezüglich eines Erbes während der Privatinsolvenz ist zu sagen, dass dieses auch hier ausgeschlagen werden kann. Nach einer Ausschlagung gilt der Anfall an den Ausschlagenden als nicht erfolgt und nach § 1953 II BGB fällt die Erbschaft demjenigen an, welcher berufen sein würde, wenn der Ausschlagende zur Zeit des Erbfalls nicht gelebt hätte. Hier kommt es dann auch darauf an, ob gesetzliche oder gewillkürte Erbfolge besteht.

Da nach Ihren Angaben die Privatinsolvenzen nur noch bis 2010 laufen, gehe ich davon aus, dass sich die Privatinsolvenzen im Stadium der Wohlverhaltensperiode befinden.
Sollte das Erbe nicht ausgeschlagen werden, greift während der Wohlverhaltensperiode § 295 Abs. 1 Nr. 2 InsO. Danach ist die Erbschaft zur Hälfte des Wertes an den Treuhänder herauszugeben, die andere Hälfte verbleibt beim Insolvenzschuldner.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen. Gerne stehe ich Ihnen auch für die weitere Wahrnehmung Ihrer Interessen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)

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