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Sturm weht Bauzaun auf Auto - wer haftet? Wie komme ich an Schadenerstaz?

30.03.2020 19:32 |
Preis: ***,00 € |

Schadensersatz


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Haftung Bauzaun Sturm Sabine

Am Sonntag den 9. Februar 2020 parkte ich meinen privaten PKW auf einer öffentlichen Straße (Ottostr. in Duisburg) neben einer großen Abriss-Baustelle, die mit einem Bauzaun gesichert ist.

An dem Tag gab es einen starken Sturm (Orkan "Sabine"). Dieser wehte den Bauzaun auf die Autos, die in der Straße parkten. Die Polizei war vor Ort und hinterließ schriftliche Benachrichtigungen an den beschädigten Autos, dass die Beschädigungen von dem Bauzaun verursacht wurden.

Daraufhin habe ich am 16. Februar per email Kontakt zu der Baufirma, die die Baustelle betreibt, aufgenommen und gefragt, wie der Schaden reguliert würde. Herr L. (Assistent der Geschäftsführung) bat mich dann per email den Schaden zu beziffern.

Daraufhin habe ich einen Kostenvoranschlag bei meiner Seat-Vertragswerkstatt machen lassen, demzufolge sich Reparaturkosten von 5.429,70 € (netto) ergeben.

Herr L. bat mich dann noch einen Schadenanzeige der Mannheimer Versicherung AG auszufüllen, bei der für die Baufirma eine Gewerbe-Haftpflichtversicherung besteht. In der Schadenanzeige habe ich unter anderem angegeben, dass für mein Auto eine Kaskoversicherung besteht.

Von Herrn L. habe ich seitdem keine Nachricht mehr erhalten. Dafür bekam ich einen Brief von der Mannheimer Versicherung AG mit folgendem Wortlaut: "Da es sich am Schadentag um einen Sturm von außergewöhnlicher Stärke handelt, liegt kein Verschulden unseres Versicherungsnehmers vor, das eine Haftung begründen würde. Hier liegt höhere Gewalt vor. "
Meine Ersatzansprüche werden als unbegründet zurückgewiesen. Mir wird empfohlen meine Kfz-Teilkaskoversicherung in Anspruch zu nehmen.

Am 7. März habe ich meine Schadenersatzforderung dann noch einmal schriftlich per Einschreiben (Zustellung am 10. März) an die Baufirma geschickt und einen Schadenersatz in Höhe von 5.440,- € (Reparaturkosten + 10,30 € Auslagen) geltend gemacht. In dem Schreiben habe ich für meine Forderung eine Zahlungsfrist bis zum 16. März gesetzt.

Ich bekam wieder eine schriftliche Antwort von der Mannheimer Versicherung, in dem es heißt, dass die Baufirma ihre Verkehrssicherungspflichten nicht verletzt habe, da sie alles in ihrer Macht stehende getan habe, um etwaige Schäden zu vermeiden. Ein Bauzaun müsse zwar Windböen standhalten aber nicht sämtlichen Witterungsbedingungen, da dieser sonst fest mit dem Boden verankert bzw. betoniert hätte werden müssen. Im vorliegenden Fall herrschten (laut dem Schreiben der Versicherung) keine Windböen, sondern orkanartiger Sturm bis zu einer Stärke von 11 bft.
Daher habe die Baufirma den Schaden an meinem Fahrzeug nicht schuldhaft verursacht...

Am 21. März habe ich dann noch ein Mahnschreiben an die Baufirma gesendet (Zustellung am 23. März 2020), in dem ich die Zahlung des von mir geforderten Betrages angemahnt habe, und hierfür eine Zahlungsfrist bis zum 30. März 2020 gesetzt.

Diese Frist ist nun verstrichen, ohne dass ich eine Schadenersatzzahlung erhalten habe.

Nun meine Fragen zu dem Fall:
+ Ist die Baufirma haftbar, oder trifft die Argumentation der Mannheimer Versicherung zu, dass es sich um höhere Gewalt handelt und ich daher keinen Anspruch auf Schadenersatz habe?

+ Wie soll ich weiter vorgehen? Gerichtliches Mahnverfahren?

+ Habe ich die Schadensumme richtig angegeben (Netto-Betrag des Kostenvoranschlages, da ich eine fiktive Abrechnung wünsche)? Kann ich ggf. noch weitere Kosten geltend machen?

+ Falls die Baufirma nicht haftbar ist, habe ich dann Anspruch auf Entschädigung aus meiner Kfz-Voll-/Teil-kasko-Versicherung? (Müsste ich in dem Fall meine Selbstbeteiligung von 1.000,- € bei Vollkasko bzw. 150,- € bei Teilkasko bezahlen und würde ich dann in der Schadenfreiheitsklasse hochgestuft?)

+ Wie lange muss ich mit der Reparatur noch warten, für den Fall dass die Versicherung noch einen Gutachter schicken will? (Die bschädigten Stellen rosten teilweise bereits und ich würde das gern reparieren lassen.)


30.03.2020 | 20:58

Antwort

von


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27753 Delmenhorst
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Grundsätzlich kommen Sie bei Versicherungen ohne Anwalt zu einem ganz Großen Anteil nicht oder nicht in voller Höhe zu Ihrem Recht. Das sag München hat entschieden, dass der Anscheinsbeweis bei einem Umfallen dafür spricht, dass er nicht richtig gesichert wurde - die Beweislast kehrt sich somit um, die Baufirma muss nun beweisen, dass Sie es doch getan hat. Da wir schwerpunktmäßig Verkehrsrecht/Schadensersatzrecht machen, kann ich Ihnen sagen, dass Sie außergerichtlich noch so viel vorbringen können - ohne Klage wird es nicht weiter gehen. Ein Mahnbescheid bringt da nichts, die Versicherung wird mangels neuer Erkenntnisse Einspruch einlegen. Wenn Sie nicht reparieren, kann nur der Nettowert richtigerweise angesetzt werden.

Bitte reparieren Sie erst, wenn alles bezahlt wurde, denn nur dann kann ein Gutachter sich das Auto im Originalzustand ansehen.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

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