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Stundenzettel

| 05.03.2017 11:04 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


15:17

Zusammenfassung:

Im Rahmen seines Direktionsrechts kann der Arbeitgeber die Führung von Stundenzetteln durch den Arbeitnehmer zur Erfassung der Arbeitszeit anordnen. Zur Erstellung von unwahren Stundenzetteln mit fiktiven Arbeitszeiten ist der Arbeitnehmer nicht verpflichtet.

Ich arbeite seit 3 Jahren als Kosmetikerin mit einem Bruttogehalt von 2400.- € . Nun verlangt die Chefin plötzlich von mir, einen Stundenzettel zu führen und rückwirkend die Stunden von Januar und Februar diesen Jahres aufschreibe. Das kann ich aber nicht genau und ich denke (darin liegt der Sinn der ganzen Aktion) da ich nicht mehr weiss, wieviel Pause ich an jedem Tag hatte und wann Feierabend. Unsere Zeiten sind eigentlich fix von 9.30 - 18.00h, trotzdem varieren die Zeiten, wie überall. Ich hatte aber bis dato keinerlei Anspruch auf Überstunden. Nachträglich kann ich das nicht wahrheitsgemäß ausfüllen. Zudem habe ich keine Ahnung wofür dieser Aufwand, habe ich doch ein monatliches Festgehalt mit Vertrag über 41 Std. Woche.
Hinzu kommt, dass ich einen langen Anfahrtsweg habe und rechtzeitig losfahre , da ich nie weiss, was mich auf der Autobahn erwartet und somit immer um 8.00 im Geschäft bin. Wir müssen viel vorbereiten. Die Zeit ab 8.00h darf ich aber nicht auf den Stundenzettel schreiben. Zusammengefasst, ich soll einen Stundenzettel führen, der nicht den Tatsachen entspricht. Das widerstrebt mir gewaltig. Welche Rechte habe ich und bin ich dazu verpflichtet?

05.03.2017 | 11:54

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Maßgeblich ist zunächst, was im Arbeitsvertrag vereinbart ist.

Wenn es dort keine Regelungen gibt, kann der Arbeitgeber im Rahmen seines Direktionsrechts die Führung von Stundenzetteln anordnen. Auch bei einem Festgehalt hat der Arbeitgeber ein rechtliches Interesse an der Kontrolle, ob die vertragliche Arbeitszeit eingehalten wird. Dies kann auch durch Führung von Stundenzetteln erfolgen.

Allerdings kann von Ihnen nicht erwartet werden, dass Sie für einen mehrmonatigen Zeitraum rückwirkend Stundenzettel erstellen. Es ist nicht mehr möglich, sich nach dieser Zeit noch exakt daran zu erinnern, wann man genau die Arbeit abgetreten hat und wieder gegangen ist, oder Pausen gemacht hat. Es wäre dann nur noch die Erstellung von Stundenzetteln mit fiktiven Arbeitszeiten möglich, die keinen Beweiswert mehr haben.

Die Fahrt zwischen der Wohnung und dem Arbeitsplatz zählt nicht als Arbeitszeit.

Anders sieht es aus mit sogenannter "Vorbereitungszeit". Wenn es sich um Arbeiten handelt, die Sie im Rahmen Ihrer arbeitsvertraglichen Tätigkeit und auf Weisung des Arbeitgebers erbringen, handelt es sich um Arbeitszeit.

Obwohl Sie ein Festgehalt haben und Überstunden nicht vergütet werden, haben Sie Anspruch auf Zahlung des gesetzlichen Mindest-Stundenlohns. Es kann sein, dass Ihr Arbeitgeber das Aufschreiben der "Vorbereitungszeit" als Arbeitszeit nicht will, da dann der tatsächliche Stundenlohn unter den gesetzlichen Mindestlohn fällt. Das Erfordernis der Zahlung des Mindestlohns darf durch unwahre Stundenzettel nicht umgangen werden. Hierzu sind Sie auch nicht verpflichtet.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Carsten Neumann

Rückfrage vom Fragesteller 05.03.2017 | 12:29

Wir arbeiten mit einem Terminbuch das von der Chefin überwacht wird und aus dem ganz klar unsere effektiven Arbeitszeiten hervorgehen. Sie arbeitet ja mit im Team. Die Termine werden ja genau so gelegt, dass wir von der 9.30 - 18.00 beschäftigt sind . Deshalb die Frage, wofür will sie nun auf einmal einen Stundenzettel. Doppelt gemoppelt.
Herzlichen Dank

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.03.2017 | 15:17

Sehr geehrte Fragestellerin,

darüber, was Ihre Chefin mit den Stundenzetteln bezweckt, kann man nur spekulieren.

Das Terminbuch gibt nur darüber Auskunft, wann ein Mitarbeiter arbeiten soll, nicht jedoch über die tatsächliche Arbeitszeit.

Vermutlich benötigt Ihre Chefin die Stundenzettel, um bei behördlichen Kontrollen den Nachweis zu führen, dass der gesetzliche Mindest-Stundenlohn gezahlt wird.

Mit freundlichen Grüßen,
Carsten Neumann
Rechtsanwalt

info@advoc-neumann.de

Bewertung des Fragestellers 05.03.2017 | 15:21

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