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Stundenreduzierung oder Kündigung


| 21.06.2005 20:39 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hätte heute eine Frage: Mir wurde letzten Donnerstag mitgeteilt, dass mir die Hälfte meiner Wochenarbeitszeit gestrichen wird. Sollte ich nicht zustimmen, bekäme ich eine betriebsbedingte Kündigung. Meine Arbeitszeit war bis jetzt 15 Wochenstunden und sollen nun vom 1. Juli an nur noch 7,5 Stunden sein. Meine Arbeitgeberin ist die Kath. Kirche. Ich bin in einer Aussenstelle im Sekretariat tätig. Arbeit ist genügend vorhanden, im Gegenteil es wird zum 01. Sept. eine Vorpraktikantin für Gemeindereferentinnen eingestellt. Ich bin seit 24 Jahren mit der gleichen Stundenzahl an dieser Stelle beschäftigt. In meinem Arbeitsvertrag steht: Dieser Vertrag endet längstens mit Erreichen des 65. Lebensjahres von mir. Es können aber Änderungsverträge schriftlich gemacht werden. Bis jetzt wurden noch keine gemacht.

Meine Frage: Was soll ich tun? Zustimmen und damit sämtl. Versicherungsschutz verlieren oder es auf eine Kündigung ankommen lassen und danach arbeitslos sein. Ich muss dazu sagen ich bin bereits 50 Jahre alt. Ich wäre auch bereit, einige Stunden in der Zentrale zu arbeiten, bzw. wäre ich auch bereit evtl. 2 – 3 Wochenstunden zu reduzieren, aber mein Chef beharrt auf die Halbierung.

Für Ihre Antwort besten Dank im voraus

Mit freundlichen Grüßen
21.06.2005 | 21:06

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst bedanke ich mich für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage der vorhandenen Informationen beantworten möchte.

1. Generell hängt die Beantwortung Ihrer Fragen damit zusammen, ob Ihr Arbeitsverhältnis und die damit zusammenhängende Änderungskündigung unter das KündigungsschutzG fällt oder nicht. Dieses ist anwendbar bei einer Betriebsgröße ab 10 Arbeitnehmern. Wenn dies der Fall ist, muss die Kündigung sozial gerechtfertigt sein. Dafür muss zunächst ein Kündigungsgrund vorliegen (bspw. der Wegfall ihres Arbeitsplatzes beziehungsweise die Reduzierung der Kapazität ihres Aufgabenbereiches) und ferner muss eine ordnungsgemäße Sozialauswahl vorliegen. Beide Aspekte scheinen nach Ihren Darlegungen (Praktikantin! Lange Betriebszugehörigkeit!) zweifelhaft, da der Arbeitgeber nachweisen muss, dass tatsächlich ein Wegfall einer entsprechenden Arbeitsbelastung die Änderungskündigung rechtfertigt bzw. er sozial weniger schutzwürdige Arbeitnehmer in seine Entscheidung einbezogen hat.

Auf jeden Fall müsste diese Änderungskündigung dann gem. § 4 KSchG innerhalb einer Frist von drei Wochen nach Zugang einer schriftlichen Kündigung angegriffen werden.


2. Selbst wenn ihre Arbeitsstätte keine 10 Mitarbeiter beschäftigt, kann, da es sich nach ihrer Darlegung nur um eine Außenstelle handelt und Ihr Arbeitgeber voraussichtlich noch andere Stellen betreibt, das Kündigungsschutzgesetz durchaus anwendbar sein. Dies kann jedoch im Rahmen der summarischen Prüfung nicht abschließend beantwortet werden, da es eine intensive Überprüfung der Unternehmensstruktur voraussetzt. Generell ist dabei das Bundesarbeitsgericht mit einem unternehmensweiten Kündigungsschutz sehr zurückhaltend. Allerdings liegt insoweit eine aktuelle Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz vor, wonach andere Filialen“ durchaus berücksichtigt werden müssen. Von daher würde ich empfehlen, einen Kollegen vor Ort zu kontaktieren, der auch die Haltung des für sie zuständigen, lokalen Arbeitsgerichts kennt.


3. Wenn in Ihrem Fall das Kündigungsschutzgesetz aufgrund einer zu kleinen Betriebsgröße nicht anwendbar ist, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von sieben Monaten zum Ende eines Kalendermonats sogar vollständig und ohne Vorliegen eines Grundes gekündigt werden. Dann wäre die Annahme des Änderungsangebotes zu empfehlen.


Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Hellmann
Rechtsanwalt
www.anwaltskanzlei-hellmann.de


Rechtsanwalt Hans-Christoph Hellmann

Nachfrage vom Fragesteller 21.06.2005 | 21:24

Sehr geehrter Herr Rechtsanwalt,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage.

Meine neue Frage wäre: Hätte ich Anspruch auf eine Abfindung, wenn ich gekündigt würde?

Herzlichen Dank

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.06.2005 | 09:48

Sehr geehrter Fragesteller, sehr geehrte Fragestellerin,

zunächst bedanke ich mich für Ihre Nachfrage.

Generell gibt es keinen bindenden Anspruch gegen den Arbeitgeber auf Zahlung einer Abfindung. Allerdings wird, wenn das KSchG greift und die Kündigung vom Arbeitsgericht als unwirksam angesehen wird, in der Güteverhandlung, die jedem Verfahren gerichtlich vorgelagert ist, eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses gegen eine entsprechende Abfindung erörtert. Nach dem bisher Gesagtem haben Sie insoweit gute Aussichten, hoch abgefunden zu werden.

Die Abfindung berechnet sich nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit multipliziert mit Ihrem monatlichen Nettoverdienst.

Am Rande: Ich hatte vergessen Sie darauf hinzuweisen, dass eine Klage vor dem Arbeitsgericht bei Anwendbarkeit des KSchG dringend erforderlich ist, da Sie ansonsten eine Sperrfrist für das Arbeitslosengeld riskieren.

Von daher rate ich Ihnen dringend, einen Anwalt Ihres Vertrauens aufzusuchen.


Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Hellmann
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Mit freundlichen Grüßen "
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ihre sehr ausführliche und schnelle Beantwortung meiner Fragen haben mir sehr weitergeholfen und ich bedanke mich dafür
Mit freundlichen Grüßen


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